Triest, die wahrscheinlich unitalienischste Stadt Italiens

Im September hatte ich eine Reiseleitung nach Triest in Friuli Giulia Venezia, ins äußerste nord-südöstliche (ja so was gibt’s auch!) Eck Italiens.

Gegensätze in Triest, nicht nur einst in der Geschichte, sondern auch noch heute

Gegensätze in Triest, nicht nur einst in der Geschichte, sondern auch noch heute


Im Zuge meiner Vorbereitungen bin ich – wieder einmal – über die vielschichtige Vergangenheit Triests gestolpert: seit 1382 den österreichischen Habsburgern gegeben gewesen, eigentlich slowenisch besiedelt, slowenisches Hinterland und slowenische Umgebung; nach dem Ersten Weltkrieg mussten viele Istrianer das Jugoslawien verlassen – diese nannte man Esuli.

Im Zweiten Weltkrieg wüteten die Nazis, dann waren die Kommunisten 40 Tage grausamst, schließlich wurde es „Schutzzone“, abgeschnitten von allem und eigentlich! Erst in den 1970er Jahren wurde dieser vergessene Teil Italiens offiziell zu Italien erklärt!… unentschlossen

Na ja, und so fühlt sich Triest denn auch an. Österreichisch. Zerrissen. Slowenisch. Ich sprach mit einem Pärchen, das eine Bar in Triest betreibt: Nein, als Triestiner fühlten sie sich nicht, schon gar nicht als Italiener. Sie sind Istrianer! Das sollte ich vielleicht noch einen eigenen Beitrag schreiben.

Kaiserfleisch, Gulasch, Gugelhupf – Essen aus der k.k. Zeit in Triest. Byzantinisches, Orthodoxes, Griechisches, Serbisches, Katholisches findet man in der Vielzahl von Kirchen. Die Lebenskosten eher hoch, Essen gehen auch für Italien teuer. Ein Ausflug in den Karst brachte mich zu einem traumhaft gelegenen Weingut. Mit kitschigem Sonnenuntergang: Blick über Duino hinaus über Grado in den feuerroten Sonnenball. Bei vielen Flascherl Wein, waren wir doch eine Gruppe, jedes für sich € 18.–

Und trotzdem: Triest, die vergessene Stadt, die wohl am wenigsten Italienische, ist allemal einen Besuch Wert!

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