Abendessen um ein Uhr früh – Sitte in den Marken?

Einladungen italienischer Fremdenverkehrsämter sind immer abenteuerlich. Aber gerade deswegen folgte ich ihnen so gerne! So auch jener, die mich in die Marken führte. Da der Flug von der italienischen Fremdenverkehrswerbung bezahlt wurde, musste man mit Alitalia fliegen. Und die flog nicht von Salzburg. Also ging es mit dem Taxidienst erst nach München. Von dort dann eben mit Alitalia nach Mailand, Umsteigen und weiter nach Rom. Ja, Sie lesen richtig: nach Rom! Dort sammelte man einen Bus voll Touristiker und es ging
drei Stunden wieder nach Norden, nach San Benedetto del Tronto im Süden der Marken, wo wir gegen Mitternacht ankamen.

Am nächsten Tag war das Workshop. Abends gab es dann noch einen Empfang, der gut bis Mitternacht dauerte. Am dritten Tag ging es in die Dörfer der Umgebung: Besichtigungen, Fernsehen, palavern, essen; das erste Kuriosum bot man bereits am Vormittag. Die eingeladenen Journalisten durften mancherorts nicht fotografieren, weil es in den Museen und Kirchen Fotografierverbot gab. Dies gilt natürlich auch dann, wenn man extra aus halb Europa Journalisten herbei karrt, um jenen die Kunstschätze der Region näher zu bringen. Es gab aber auch keine vorgefertigten Fotos, die sie hätten mitnehmen können. Also mussten sich die Journalisten aufs Schreiben beschränken.

Zweites Kuriosum des Tages: Mittagessen gab es von 14 bis 17 Uhr. Und dann folgte Kurioses Schlag auf Schlag: Fahrt in die anbrechende Dunkelheit, es war Ende September, in die Dörfer des hügeligen Hinterlandes. Um 22 Uhr erhellte die Feuerwehr mit Scheinwerfern ein Dorf, damit wir auch noch was von den „Sehenswürdigkeiten“ sehen konnten. Dann, endlich, gegen Mitternacht, ging es zum "Galaabend" (?) mit örtlicher Prominenz. Dieses Gala-Abend-Essen mit Tanz und Musik dauerte bis drei in die Früh . Dann ging es in gemütlicher Busfahrt eine Stunde zum Hotel zurück, machte vier Uhr früh und um sieben Uhr geht’s wieder los, gell! Meinte die Betreuerin.

Aber nicht für den Krackowizer, der streikte und blieb zunächst im Bett. Und dann ging ich in ein Fischlokal am Palmenstrand von San Benedetto del Tronto zu einem gemütlichen Mittagessen, um nachher die durchaus noch warme spätsommerliche Sonne zu genießen. Meine Kollegen berichteten mir von einem schönen Ausflug nach Ascoli Piceno, wo sie von einer Folkloregruppe empfangen wurden und und und. Nur, die Mehrheit der Truppe brachte ihre Augen nach der dritten kurzen, sehr kurzen Nacht nicht mehr ganz so recht auf und nahmen nicht viel vom Dargebotenen mit ins heimatliche Mitteleuropa. Übrigens, am nächsten Morgen war Tagwache wieder um vier Uhr früh, weil wir das Flugzeug erreichen mussten, diesmal vom relativ nahe gelegenen Rimini. Kleiner Schönheitsfehler bei meinem Flugplan: Rimini – Mailand ging um sechs Uhr früh, Mailand – München um 21 Uhr… .

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