Hellbrunner-Park-Sonntagsgeschichten

im Garten des Lustschlosses Hellbrunn

... wo einst die Fürsterzbischöfe die Sommer verbrachten

Wer ihn nicht kennt, den Park: er umgibt das Lustschloss Salzburger Fürsterzbischöfe im Süden Salzburgs. Also:

Die Parkbank stand etwas abseits der Teiche im Hellbrunner Park mitten in einer Wiese. Es war ein wunderbarer Herbsttag, der Sonntag, 2. Oktober 2011. Eine Radlerin saß auf dem einen Teil der Parkbank, am anderen Teil angelehnt, sonnte sich ihr Rad. Freundlich fragend, ob ihr Rad denn nun genug Sonne hätte und ich es etwas zur Seite stellen dürfte, um auch noch die Sonnenstrahlen genießen zu können, die sich durch die Baumwipfel ihren Weg in den Hellbrunner Park bahnten, kamen wir ins Gespräch.

Sind Sie aus Berlin?
…wurde ich als Anifer von der radfahrenden Bankerlsitzerin gefragt. Net ganz so weit, erklärte ich ihr, nur aus Anif. Sie sei aus Oberalm, auch net so weit weg. Aber auf meinem Fahrrad stünde „Berlin„. Grinsend, an den Markennamen meines Rades mich erinnernd, meinte ich, beim nächsten Kauf drauf zu achten, dass es sich um die Marke Indien oder so handelt.

Über den staubigen Residenzplatz unterhielten wir uns auch. Dass da Flusssteine unter dem Sand sein müssten, erinnerte ich mich. Denn als Kind, das weiß ich genau, war der Residenzplatz mit solchen Flusssteinen gepflastert. Für nix hab’s a Geld, meinte bald meine Parkbank-Gesprächspartnerin und ergänzte, „ja, ja, Salzburg ist ein heißes Pflaster!“. Das wiederum verstand ich nun gar nicht mehr. Hatten wir doch eben festgestellt, dass Salzburg, zumindest der Residenzplatz, gar kein Pflaster hat! Ein Schelm, der jetzt in mir einen Schelm sieht!

Und übers unerlaubte Radfahren in dem Teil des Hellbrunner Parks, in die wir saßen, wurde geredet. Sie sei, trotz Verbot, bis zum Parkbankerl geradelt. Das darf sie aber beim Wegfahren net machen, ermahnte ich sei, weil ich sei vom Magistrat aus’gschickt, schwarzfahrende Radler zu fotografieren und zu melden. Sie wird’s sich merken, meinte sie augenzwinkernd.

Lieblingsplatz der Salzburger

ein beliebter Treffpunkt für Salzburger

neben Teichen ladet eine große Wiese und ein schöner Kinderspielplatz zum Verweilen ein

Die große Wiese samt Spielplatz war auch noch am späteren Nachmittag wohl belegt, im Sinne des Wortes, mit Salzburgern, die noch einmal [Herbst]Sonne auftankten, spielten oder sich angeregt unterhielten.

Neben dem großen zentralen Teich im Park gibt es noch zwei kleinere, einen neben dem Ausgang der Wasserspiele und einen gegenüber Richtung Sound-of-Music-Pavillon. An dessen Rand vergnügte sich ein „Whiskey“. So nenne ich jene klein geratene weiße Hunderasse, die einst (oder auch noch heute) für die Hundefuttermarke „Whiskas“ Werbung machten. Aber „Whiskas“ merke ich mir nicht, daher „Whiskey“. Während Hündchen sich im Gras hin und her wälzte, taten Ähnliches Frauchen und Herrchen, ebenfalls im Gras, nur ein paar Meter weiter unter jener erhabenen Statue, die über genannten kleinen Teich mit stets gleicher Mine blickt.

Von den Wasserspielen schallte einmal die Stimme des Führers herüber – „Was stellt sie da? Ein Monster“, ich nehme mal an, er hatte eine Statue und keinen Besucher erklärt. Von einer anderen Parkbank stieg Rauch auf, Zigarettenrauch und tauchte die Bäume in herbstlichen Nebel ein. Zumindest wirkte es aus der Entfernung so.

Auf Wiedersehen Herr Obermagistrats-Aufseher!
Meine pausierende, radlfahrende Parkbanknachbarin hatte mittlerweile ihren Ehemann, ebenfalls radfahrend, durch den Hellbrunner Park irrend, mittels Handy zum richtigen Parkbankerl gelotst. Da nun ihr Parkbankerlteil immer schattiger wurde, zogen beide der Sonne entgegen weiter und sie verabschiedete sich von mir mit „Auf Wiedesehen Herr Obermagistrats-Aufseher!

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