Löwenrallye mit historischen Automobil- und Motorrad-Raritäten belebte Hallein im Salzburger Land

35. int. Löwenrallye und 4.  Stille Nacht Classic im Stille-Nacht-Land Salzburg

DI Martin Zehentner aus Salzburg-Gnigl der beste seiner Klasse. Sein NSU Fiat-NSU 500 A, auch „Topolino“ genannt („Mäuschen“) , bei der Einfahrt auf den Bayrhamerplatz in Hallein

Salzburg | Tennengau | Hallein | 19 Motorräder der Baujahre 1929 bis 1957 und 59 historische Automobile der Baujahre 1919 bis 1978 der 35. int. Löwenrallye und 4. „Stille Nacht Classic“ auf den Spuren des „Stille Nacht“-Liedes fuhren Samstag, den 30. Juni, und Sonntag, den 1. Juli 2012, auf landschaftlich schönen Nebenstraßen durch den Tennengau und Flachgau. Erstmals konnte Kronreif nun die seit 35 Jahren stattfindende internationale Löwenrallye nach Hallein bringen, die damit zum fünften Mal im Land Salzburg gastierte.

Tourismuschef Kronreif brachte die Löwenrallye nach Hallein

Ernst Kronreif, dem rührigen Vorsitzenden des Tourismusverbands Hallein – Bad Dürrnberg, ist es zu verdanken, dass seit einigen Jahren Oldtimerveranstaltungen wie das HMW-Halleiner Motorenwerk-Treffen, die „Stille-Nacht-Classic“-Rallyes auf den Spuren des weltberühmten Weihnachtsliedes sowie bereits viermal ein Oldtimertreffen in Erinnerung an den Mitbegründer des Mattighofener Motorenwerks KTM, Ernst Kronreif Vater, stattgefunden haben.

Erstmals konnte Kronreif nun die seit 35 Jahren stattfindende internationale Löwenrallye nach Hallein bringen, die damit zum fünften Mal im Land Salzburg gastierte. Der Name dieser Rallye geht auf einen LIONS-Club („Löwen“-Club) zurück, der diese Veranstaltung erstmals 1977 organisiert hatte. Zahlreiche Teilnehmer und Begleitpersonen übernachteten in den Gasthöfe und Pensionen im Raum Hallein, wie beispielsweise beim Auwirt oder im Gasthof Brückenwirt. Aber nicht nur der wirtschaftliche Aspekt macht solche Oldtimerveranstaltungen für Hallein interessant. Es ist auch die Werbebotschaft, die einerseits durch Pressemeldungen an Medien im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt, andererseits durch die Teilnehmer und ihre Begleitpersonen hinausgetragen wird. Die Stadt Salzburg hat ja bereits mit der Wiederbelebung des legendären Gaisbergrennens gezeigt, wie werbewirksam solche Oldtimerveranstaltungen sind.

„Rühl-Lady“ als Kühlerfigur, ein Auto, in dem man Rücken an Rücken sitzt und mehr

Die als touristische Rallye und nicht auf Zeit oder Gleichmäßigkeit ausgetragene Veranstaltung rollte am Samstagvormittag durch die historische Altstadt der Salz-, Kelten- und Stille-Nacht-Stadt Hallein. DI Otto Bayerl (Wien) steuerte als Erster seinen Steyr XII Double-Phaeton aus dem Jahr 1926 über das Kopfsteinpflaster des Bayrhamerplatzes in Hallein. Die Kühlerhaube dieses Steyrs ziert etwas Besonderes, nämlich eine „Rühl-Lady“. Das ist eine Kühlerfigur, die eine ägyptische Prinzessin mit verschränkten Armen darstellt (aus Messing vernickelt, 15 cm hoch). Weber & Rühl war der größte Steyr-Verkaufshändler in den 1920er Jahren in Österreich mit Sitz im 17. Wiener Gemeindebezirk.

Hinter ihm folgten Rainer Kraus (Burgenland) mit einem Citroën B 10, Baujahr 1925, Othmar Singaber (NÖ) mit seinem Aero 500, Baujahr 1929 (einer Automarke, die in Prag von 1929 bis 1945 produzierte), Heinz Mesicek (Wien) mit Steyr 120 S, Baujahr 1936 sowie Franz Kölblinger (OÖ) mit Steyr 100 Cabriolet, Baujahr 1935 und andere. Ein interessantes Fahrzeug war auch der Zündapp Janus, Baujahr 1957, von Dr. Norbert Mylius. Das Besondere an diesem Auto: der Motor ist zwischen der vorderen und hinteren Sitzbank und auf der Rückbank blickt man nach hinten – man sitzt also „Rücken an Rücken“ und die Türen öffnen nach vorne und hinten (nicht seitlich).

Stille-Nacht-Orte Hallein, Lamprechtshausen-Arnsdorf und Oberdorf waren Etappenziele

Die beiden Organisatoren der Löwenrallye, Peter Frohnwieser von der ÖGHK – Österreichische Gesellschaft für historisches Kraftfahrwesen – und Ernst Kronreif, wären natürlich gerne beim Franz-Gruber-Grab neben der Stadtpfarrkirche von Hallein losgefahren. Aber mit Rücksicht auf die Altstadtbewohner – rund 100 Fahrzeuge in den engen Gassen – und auch im Wissen eines früheren Ansuchens an die Stadtgemeinde, eine Oldtimerveranstaltung am Schöndorferplatz vorfahren zu lassen, das freundlich, aber bestimmt von dieser abgelehnt wurde, beließ man es mit der Durchfahrt über den Kornstein- und Bayrhamerplatz.

Die Fahrt führte über verschlungene Wege in den Flachgau zum Stille-Nacht-Museum in Arnsdorf, Gemeinde Lamprechtshausen, wo die Mittagsrast eingelegt wurde. Franz Xaver Gruber lebte in diesem Haus und war dort Lehrer. Heute erinnert ein Museum in seinen Wohnräumen an den Komponisten der Melodie von „Stille Nacht“. Dort führte Andreas Melkus, der in Oberarnsdorf eine Oldtimersammlung besitzt, den Teilnehmern eine amerikanische Rarität aus dem Jahr 1902 vor. Man konnte das Schnauben eines Dampfautos hören und nicht, wie man gewohnt ist, die vier Takte eines Benzinmotors.

Trotz Startschwierigkeiten einiger Vehikeln gelangten dann alle wohlbehalten die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf bei Salzburg. Anstelle dieser Gedächtniskapelle stand bis 1899 die Sankt-Nikola-Kirche, in der 1818 das weltberühmte Weihnachtslied erstmals erklungen war. Von Oberndorf ging es auf bayrischer Seite nach Leobendorf am Abtsdorfer See zu Kaffee und Kuchen und durch den Rupertigau über Freilassing zu einem Stopp beim Schloss Kleßheim. Schließlich kehrten die Teilnehmer zu ihrem Startort, dem Gasthof Hohlwegwirt in Hallein Taxach, wieder zurück, wo es am Abend ein Spanferkelessen mit musikalischer Unterhaltung gab.

Vier „Mäuschen“ – Topolino – waren auch dabei

Am Sonntagvormittag stand eine kurze Ausfahrt in das Wiestal bei Hallein am Programm, bevor es zu Mittag die Siegerehrung gab. Bei den Motorrädern löste Ing. Alfred Passeka aus Niederösterreich die entlang der Strecke gestellten Aufgaben und Fragen am besten. Er war mit einer Puch S4, Baujahr 1936 unterwegs gewesen. In der Wertungsklasse der Vorkriegsautomobile war DI Martin Zehentner aus Salzburg-Gnigl der beste seiner Klasse. Sein NSU Fiat-NSU 500 A, auch „Topolino“ genannt („Mäuschen“) aus dem Jahr 1938 war wegen seiner Form und Farbe bei den Fotografen ein begehrtes Objekt. Als Vertreterin des weiblichen Geschlechts setzte sich Annette Stadler aus Deutschland mit ihrem Mercedes 280 SL aus dem Jahr 1969 erfolgreich gegen 20 Mitbewerber durch und gewann die Wertung der Nachkriegsautomobile. Zu gewinnen gab es neben Ehre und Applaus für jeden ein handgraviertes Glasheferl, graviert in nächtelanger Arbeit von Melanie Rauch, die mit ihrem Fiat 127 aus dem Jahr 1971 mit dabei gewesen war.

Übrigens, nicht nur Martin Zehentner brachte ein „Mäuschen“ mit, insgesamt vier Topolino nahmen an der Rallye teil. So auch Herta und Johann Gruber mit ihrem Fiat Topolino, Baujahr 1954, ein Auto der letzten Serie dieses Autotyps.

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