Wenn Köche Fahnen schwingen: 25. Laurentiusfest in Salzburg war kein Protestmarsch

25. Laurentiusfest des Verbands der Köche Österreichs

Chiemgauer Abordnung v. links: Manfred Breinfalk, Otti Lazerus mit dem Vereinswappen (beide aus Ruhpolding) und Florian Huber (aus Siegsdorf)

Österreich | Salzburg | August 2012 | Weiße Kochhauben soweit das Auge blickte, Kettenbehangene Küchenmeister, Trachtenmusikkapelle – der Alte Markt in Salzburgs Altstadt füllte sich im Bereich des Café Tomaselli am Montag, den 13. August 2012 beängstigend mit Menschen – ein Streiktag der Küchenchefs?

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Laurentius starb auf einem glühenden Rost den Märtyrertod

Nein, Fragende wurden beruhigt, es handelte sich „nur“ um das Laurentiusfest des Verbands der Köche Österreichs. „Nur“ ist aber auch nicht ganz treffend, fand es doch bereits zum 25. Male in Salzburg bei prachtvollem Sommerwetter unter der Teilnahme von über 200 Köchen und deren Angehörigen aus halb Mitteleuropa statt.

Das Laurentiusfest ist eine schon recht traditionelle Festveranstaltung, die in Salzburg alljährlich um den 10. August, den Namenstag des hl. Laurentius von Rom, abgehalten wird. Denn der heilige Laurentius ist der Schutzpatron der Köche. Nachdem er die Armengelder der Kirche nicht auslieferte, ließ ihn Kaiser Decius auf einen glühenden Rost legen. So starb Laurentius am 10. August im Jahr 258 n. Chr. den Märtyrertod auf einem glühenden Rost.

Der Festzug am Mozartplatz

Der Festzug am Mozartplatz

Festfahne, Festumzug, Festgottesdienst

Gegen 15 Uhr setzte sich dann am Montag ein Festzug in Begleitung der Marktmusikkapelle Grödig in Bewegung. Gesäumt von zahlreichen Zuschauern zog dieser durch die Judengasse, über den Waag-, Mozart- und Residenzplatz auf den Domplatz. Von dort wurden sie von Salutschüssen der Weihnachtsschützen Sankt Leonhard zur Franziskanerkirche begleitet, wo sie einen Gottesdienst feierten. Den Festgottesdienst zelebrierte traditionell Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer mit musikalischer Unterstützung des Chors Ars Musika aus Hallwang.

Wie Salzburger Nockerl im Koffer nach Hamburg reisten

Anschließend ging es in den Stieglkeller unterhalb der Festung Hohensalzburg, wo im Festsaal gefeiert wurde. Alois Gasser, Obmann des Verbands der Köche Österreichs, Sektion Salzburg, freute sich, Delegationen aus Südtirol, der Schweiz, dem Chiemgau sowie aus ganz Österreich begrüßen zu können. Unter den vielen Küchenchefs waren u. a.: Konrad Spinell, Geschäftsführer des Verbands der Südtiroler Köche, der mit 2 000 Mitgliedern, bezogen auf die Bevölkerungszahl, der stärkste Kochverband Europas ist und mit der SKV-Zeitung die einzige regionale Zeitung der Köche herausbringt; Dr. h.c. Siegfried Schaber, Ehrenpräsident des Verbands der Köche Deutschlands und ehemaliger Präsident der „World Association of Cooks Societies“ (Weltkochverband) meinte auf die Frage, was sein schönste Erlebnis in seinem Leben gewesen sei, dies sei die Wiedervereinigung Deutschlands gewesen und ergänzt, dass sein schönster Erfolg im Rahmen des Weltkochverbands die Erlangung des Stimmrechts für kleine Ländern gewesen sei. Denn so können nun auch „Kochzwerge“ bei wichtigen Fragen des Kochens, der Rezeptur und anderen gastronomischen Fragen weltweit mitbestimmen.

Kurt Feichtinger, der in den 1960er Jahren Chefkoch im Stieglkeller war, erinnerte sich mit Schmunzeln an seinerzeit. Damals konnten die Reisebusse noch am Domplatz parken und 2 000 Essen am Tag waren gar nicht so selten. Zwei Mal die Woche veranstaltete der Heimatverein Alpinia einen Heimatabend, unter anderem mit Holzhacken. Stilgerecht wurde dazu ein „Holzhackerschmarrn“ serviert, der eigentlich ein Kaiserschmarrn war. Der Unterschied? Holzhackerschmarrn wäre ohne Eier und Milch. Und in der Küche flogen manchmal die Fetzen, wenn sich die drei „Ansagerin“ (die, die Bestellungen der Kellner laut in der Küche verkündeten) in die Haare bekamen. Besonders aber musste Feichtinger bei seiner Erzählung über den reisenden Kaiserschmarrn schmunzeln. Eine Hamburgerin ließ sich nicht ausreden, Salzburger Nockerl im Reisegepäck mit nach Hause zu nehmen. Wie sie angekommen sind, die Nockerl, weiß man leider nicht.

Walter Ziegler (li) vom Verband der Köche Österreichs mit Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer am Eingang zur Franziskanerkirche

Walter Ziegler (li) vom Verband der Köche Österreichs mit Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer am Eingang zur Franziskanerkirche

Walter Ziegler, unermüdlich seit 25 Jahren für das Laurentiusfest tätig

Zum Schluss der Veranstaltung bedankte sich Obmann Alois Gasser bei seinen Helfern und Sponsoren, die diese wirklich schöne Veranstaltung erst ermöglicht und ganz besonders bei jenen beiden Köchen, die diese Veranstaltung ins Leben gerufen hatten: Walter Ziegler und Kommerzialrat Helmut Stadlbauer (der Dritte im Bunde, Dieter Novy ist leider allzu früh 1998 bei einem tragischen Verkehrsumfall ums Leben gekommen).

Begonnen hatte es mit Walter Ziegler, der Koch im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg-Aigen war, und Küchenmeister Dieter Novy. Gemeinsam organisierten sie 1988 das erste Laurentiusfest, damals noch im Kapuzinerkloster Salzburg. Es feierten 80 Köche in der St. Johannes-am-Imberg-Kirche mit Prälat Sebastian Ritter einen Gottesdienst. Ziegler und Novy hatten dort bei seinen Besuchen den Papst bekocht. Walter Ziegler meinte zum Laurentiusfest, dass man den Köchen, die ja in der Gastronomie sehr unregelmäßige Arbeitszeiten haben, wenigstens einmal im Jahr ein schönes Fest in der Kirche ermöglichen sollte. Die Organisation des Festzuges ist seither Walter Ziegler Aufgabe, die Gottesdienstgestaltung hatte Dieter Novy bis zu seinem Tod 1988 übernommen.

Viele Köche, nein, nein, in diesem Fall mach(t)en den Brei!

Die Vorbereitungen kulinarischer Art konnten in der Küche des Partyservice Zimmerebner Catering durchgeführt werden. Finanzielle Spenden für die Kosten der Veranstaltungsanmeldung, Saalmiete und anderen Ausgaben sowie Naturalspenden gab es – mit herzlichen Dank an alle Sponsoren – von:

Restaurant Stieglkeller – Gassner Gastronomie Betriebe Stiegl Privat Brauerei zu Salzburg Stiegl Getränke &Service GmbH. Salzburg C&C Wedl- Handelshaus Bierbichler Frisch.- und Tiefkühlkost Fa. Bonduelle
Tauernlamm Genossenschaft – Hr. Zehetner Bauernhofmarkt Buchbichlgut Fam. Fuchs
Ablinger feine Fleisch & Wurstwaren Dorfmetzgerei Karl
Familie Hofmeister- Kurhotel Bad Hofgastein
Zimmerebner Catering GmbH. Erzdiazöse Referat Tourismus¬Herr Mag. Signitzer
Öller & Brandstätter Handelsges.
Wiberg GmbH. Gewürze Senna Nahrungsmittel GmbH¬Hr.Josef Schusterbauer
Fa. Wedl & Dick Saalfelden
C & C Pfeiffer GmbH. Wals – Siezen heim Knarr – Unilever Bestfoods Austria Privatsponsor Herr Zrust
Familie Hofmeister Kurparkhotel Bad Hofgastein Gebr. Fersterer GembH.&KG ¬Gastronomiemaschinen
Käse: Alpenmich Salzburg – das Milchparadies
Backwaren: Fa. Resch & Frisch Backwelt Bäckerei Flöckner – der Bio Bäcker Bäckerei Ebner – Niederalm Mehlspeisen
Obst & Gemüse: Familie Reiter – Dandlbauer Wals Obst Schwaighofer GmbH.& Co KG

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