Papstwahl: Baedeker zeigt es anschaulich und ich hab‘ noch eine Anekdote dazu

Papstwahl als Infografik des neuen Baedeker Rom Reiseführers

Infografik des neue Baedeker Rom (c) Baedeker Ostfildern

Papst Benedikt XVI. hat mit seiner weisen Entscheidung, im Alter von 85 Jahren seine Rücktritt vom Amt als Papst mit Ende Februar 2013 bekannt zu geben, natürlich viele Reaktionen ausgelöst.  Eine Frage beschäftigt sich dabei auch damit, wer wird wohl der nächste Papst werden?

Wie wird ein Papst eigentlich gewählt?
Aber nicht nur die Namensfrage ist dabei ein wichtiger Punkt, sondern auch das Prozedere – wie wird eigentlich ein Papst gewählt? Wie eine Papstwahl funktioniert, zeigt ganz anschaulich eine Infografik im gerade neu erschienenen Baedeker Rom. Wie viele Kardinäle sind wahlberechtigt? Wie geht das mit dem Rauch? Welche Päpste amtierten im letzten Jahrhundert?

Neben der Infografik liefert der neue Baedeker Rom auch ausführliche Wissensspecials zur Geschichte des Papsttums und zu Michelangelos Farbkosmos – der Ausmalung der Sixtinischen Kapelle, in der die Papstwahl durchgeführt wird.

Baedeker Rom

Titelbild des neuen Baedeker-Rom-Reiseführers

Titelbild des neuen Baedeker-Rom-Reiseführers (c) Baedeker

362 Seiten inklusive Reisekarte in der Einschiebetasche
Format: 12,5 x 19 cm
ISBN 978-3-8297-1444-0

Und wie war es früher bei Papstwahlen?Die Päpste lebten früher nicht nur in Rom. Meist aus Sicherheitsgründen zogen sie manchmal auch andere Orte vor, wie beispielsweise Viterbo, eine Kleinstadt nördlich von Rom, in der Region Latium nahe des Bolsena-Sees. Dort steht noch heute der Papstpalast, in dem zwischen 1257 und 1281 immerhin acht Päpste residierten.

Als 1268 Papst Clemens IV.  verstorben war, konnten sich die Kardinäle einfach auf keine neuen Papst einigen. Fast drei Jahre waren sie nun schon in Viterbo ohne Ergebnis. Dann wurde es dem katholischen Volk zu bunt und auf Anraten des damals bedeutenden Franziskaner-Theologen Bonaventura da Bagnoregio übernahm nun die Stadtverwaltung von Viterbo das Kommando.  Zunächst schloss man das Kardinalskollegium im Papstpalast ein.  Aber auch diese Maßnahme führte zu keiner Papstwahl. Schließlich kürzte man die Lebensmittelrationen für die Eingeschlossenen und als letzte Maßnahme deckte man das Dach des Palastes ab. Knurrende Mägen, das Schlafen unter behelfsmäßigen Zeltplanen – auch bei Regen – endlich konnten sich die Kardinäle auf einen neuen Papst einigen: Es wurde der Erzbischof von Lüttich, der als Papst Gregor X.  in die Geschichte einging. Er war es dann auch,  der für die Papstwahl das Konklave einführte, um lange Sedisvakanzen – wie es zu seiner Bestellung gab, nicht mehr geben konnte.

Diese Information habe ich aus einem Buch vor gut 15 Jahren gelernt – aus „Latium – das Land um Rom“ von Christoph Henning, erschienen 1997 im DuMont Verlag in der Reihe „Kunst-Reiseführer“, ISBN 3-7701-3959-3 – das Buch steht, natürlich, noch heute in meiner Bibliothek!

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