Der 4. Earl of Sandwich, Louis de Béchamel u.a. in: Lebensmittelgeschichte(n)

Lebensmittelgeschichten -  Buchautor Hofrat Dr. Josef Schöchl

der Buchautor Hofrat Dr. Josef Schöchl

Die Eltern Lebensmittelkaufleute, der Autor Veterinärmediziner, das Buch ein unterhaltsames Sammelsurium an Lebensmittel- und Speisegeschichten.

Informativ, unterhaltsam und mit animierenden Bildern

Welche bayrische Eigenheit von der Münchner Gaststätte „Zum ewigen Licht“ ihren Weg in die gastronomische Unsterblichkeit gefunden hat, darüber und über viele andere Kuriositäten berichtet Hofrat Schöchl in seinem sehr richtig bezeichneten Buch „Lebensmittel Geschichte(n)“.

Der den Salzburgern als Abgeordneter zum Salzburger Landtag bekannte Veterinärmediziner Hofrat Dr. Schöchl zeigt sich mit diesem Buch von einer ganz neuen, unterhaltsamen Seite.

„Zweigebackenes“ und „Kâtsiap“

Wer meint, die Mayonnaise stamme aus Frankreich, der wird in diesem Buch eines Besseren belehrt. „Kâtsiap“ ist „Ketchup“ nicht falsch geschrieben, sondern seiner Urform – woher? Das steht im Buch. Was Louis de Béchamel, Giovanni Bellini oder der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck der Küche als ewiges Andenken hinterließen, was in der kleinen Gemeinde Mortagne-au-Perche in der französischen Normandie entstand, woher „Zweigebackene“ Kekse kommen, wo sich das Fort Malakoff befand, warum eine echte Paella keine Muscheln hat? Jetzt höre ich aber auf, denn alles und noch viel mehr bietet dieses informativ-unterhaltende Buch.

Insgesamt 72 Lebensmittel und Speisen, 66 Rezepte und 29 Literaturtipps hat Hofrat Schöchl zusammengetragen: jeweils ein ganzseitiges Bild und eine Seite über die Geschichte des Produkts sowie fast überall auch ein Rezept. Bei den Rezepten handelt es sich jeweils um ein typisches Gericht, beispielsweise beim Strudel um einen ausgezogenen Apfelstrudel.

Die Bilder sind sehr animierend und ausgesprochen gut von der Qualität. Doch hier seien zwei Wermutstropfen erwähnt: Bei meiner Lieblingstorte, der Malakofftorte, fehlt ein typisches Bild dieser Torte – es sind nur vier mit Mascherl verzierte Biskotten zu sehen! Und: die echte Paella, so schreibt der Hofrat, sei nie mit Meeresfrüchte gewesen – das sei „Touristen-Paella“, doch das ganzseitige Bild zeigt eine Paella mit Meerestieren und Muscheln und unter dem Text ein Bild von Muscheln – das passt in meinen Augen nicht zu einem „authentischen“ Bild einer Speise. Aber das sind dann auch die einzigen beiden Ausrutscher dieses ansonsten gut gelungenen Buches. Es liest sich gut, die Texte sind angenehm kurz und doch informativ, das Format handlich – ein Buch zum Schauen und Lernen.

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