Teuflisches geschah im katholischen Neumarkt am Wallersee: Krampuslauf

Österreich | Land Salzburg | Neumarkt am Wallersee | Die Glocken der Pfarrkirche zum hl. Nikolaus verstummten an jenem Abend, dem 5. Dezember, am Vorabend des Geburtstags des Kirchenpatrons. War es die Ehrfurcht vor den dunklen Gestalten oder wurde das Glockengeläut nur vom Lärm aus den Lautsprechern, genannt Musik, überdröhnt?

Krampuslauf oder doch Perchtenlauf?

Der echte Krampus, der mit dem Buckelkorb, in den er arme Seelen stecken konnte, taucht erstmals um 1300 in einer englischen Bilderbibel auf. Später wurde er dann der Geselle seines braven Gegenspielers, des hl. Nikolaus. Der Krampus war sozusagen der diabolische Pädagoge in diesem Duo. Beim Perchtenbrauchtum hingegen geht es um Licht und Dunkelheit, um den Jahresabschluss und dem Aufbruch in ein neues Jahr. Dieses Brauchtum ist eigentlich erst in den Raunächten angesiedelt. Krampuspercht ist aber eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Und in den letzten zehn bis 15 Jahren wurde aus der Mischung Krampus- und Perchtenlauf ein Schaulaufen mit „heavy-metal-Music“, Glühwein, Punsch und Flaschen auf der Straße, so auch in Neumarkt am Wallersee.

Über 20 Passen in Neumarkt am Wallersee

Wie dem auch sei, die mehr als 20 Passen, die den Weg nach Neumarkt am Wallersee fanden, gaben ihr Bestes. Hörner bekrönte Fellgestalten mit scheppernden Glocken an ihren Gürteln und Ruten in Händen, Perchten mit Feuergabeln und sogar mit einer motorbetriebenen Kettensäge, zogen auf der Hauptstraße durch die Stadt. Letzteres war vielleicht nicht wirklich passend, liefen doch viele Kinder und Jugendliche herum. Nicht auszudenken, wenn …, na, jetzt malen wir einmal nicht gleich den Teufel an die Wand – von denen gab es ja genügend in Neumarkt am Wallersee.

Lange hat es gedauert

Der gut organisierte wie-auch-immer-Krampus-Perchten-Lauf verlief ohne Zwischenfälle, nicht zuletzt dank der Ordner, die jede Pass dabei hatte. Dass es hie und da einmal eine Portion „Rute“ für Mutige gab, gehört ja dazu. Aber für manche dauerte es dann doch etwas zu lange, hatte es um 19 Uhr begonnen, so zogen gegen 21 Uhr immer noch teuflische Gestalten herum. Da hatte sich dann auch schon der teuflische Gestank und die teuflischen Rauchwolken verzogen und es kehrte wieder langsam Ruhe in das katholische Neumarkt am Wallersee ein. Für ein Jahr.

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