2014 – Was wünschen wir uns wirklich?

Die modernen social-media-Werkzeuge und sonstigen Internet-Medien ermöglichen gerade zu Jahresende eine Fülle an Meldungen und Wünschen. Ich möchte diese Informationsfülle einmal ein wenig kritisch betrachten.

Verschiedene „social media“ bieten „Jahresrückblicke 2013“ an, bunt zusammengewürfelt aus Beiträgen und Bildern des jeweiligen Benutzers. Sind das wirklich die besonderen Ereignisse des letzten Jahres oder meint lediglich das betreffende Medium, aus welchen computerprogrammierten Überlegungen heraus auch immer, dies seien die echten Höhepunkte gewesen zu sein?

Man ist gegen die Knallerei und gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen, verschickt fremdsprachige Glückwunschkarten und lässt die Tradition der glückbringenden Schornsteinfeger hochleben; bis zur nächsten Kaminkehrung – ist Kaminkehren tatsächlich so teuer oder zahlt man da einen Glücksbringerbonus mit?

Aktuell ist die halbe Internetwelt besorgt um das Schicksal eines Sportsmanns und vergisst vielleicht dabei, dass es deren tausende, unbekannte Schicksale mehr gibt. Natürlich ist jedes Schicksal berührend und hinter jedem Schicksal stehen betroffene Angehörige. Aber eben hinter „jedem“ Schicksal und nicht nur hinter medial aufbereiteten!

Was also wünschen wir uns vom Jahr 2014? Dass die Deutschen ihre Autobahnmaut von der Lohnsteuer absetzen dürfen und die Ausländer sie aber zahlen müssen? Dass die Anrainer an der Stadtautobahn von Salzburg halt wegziehen müssen, wenn sie mit Staub- und Lärmbelastungen nicht einverstanden sind, weil „80 km/h auf einer [Stadt]Autobahn einfach unzumutbar sind“? Dass die EU in einem Freihandelsabkommen mit den USA, das europäische Gesetze gegen Genmanipulationen und anderen schädlichen Pharma-Produkten aushebelt und den Verkauf von Salzburger Wasser auch amerikanischen Konzernen ermöglichen soll? Dass die Raucher in Österreich (und nur in Österreich) ihre vollen Rauchrechte in Lokalen (wieder)erhalten sollen – mögen doch die intoleranten Nichtraucher einsehen, dass ihr Verhalten nur der Wirtschaft, niemals aber der Gesundheit schadet!

Ja, Achselzucken, das kann man halt‘ net ändern! Kann man es wirklich nicht ändern oder ist es lediglich einfacher „ein gutes Neues Jahr“ wünschen und „mögen alle Wünsche in Erfüllung gehen“? Natürlich freue ich mich über Wünsche, aber ehrlich gesagt, noch mehr freue ich mich, wenn die Wünschenden weniger Vorurteile gegenüber Fremden haben, auch die Probleme der „anderen Seite“ bei Debatten ernst nehmen und von ihren „Feindbildern“ a bissl abrücken. Ja, und dass sie mich auch wirklich willkommen heißen, wenn wir uns denn 2014 einmal über den Weg laufen – oder sind dann die „lieben, warmen, herzlichen Wünsche zum Jahreswechsel“ schon wieder vergessen?

2014 wird es einhundert Jahre her sein, dass die k. k. Generalität des Heeres unabdingbar auf Krieg bestanden hatte – Jahrzehntelang wurde die Kriegsmaschinerie in ganz Europa dazu angekurbelt – 17 Millionen Menschen mussten für die von Menschen geschaffenen Feinbildern ihr Leben lassen.

Was also wünschen wir uns vom Jahr 2014? Ein bisschen mehr Vernunft? Ein bisschen mehr Miteinander? Ein bisschen mehr Verzicht? Oder geht es uns tatsächlich wirklich schon so schlecht, dass wir unserem Nächsten alles, vieles streitig machen müssen?

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