Geheimnis Moor: Im Voralpenland zwischen Ibm und Ainring – ein Buchtipp

Geheimnis Moor

Titelbild „Geheimnis Moor“ (Foto: Kurt Wolfgang Leininger, Styria Regional Verlag)

Salzburg/Bayern/Oberösterreich – Einen kleinen Garten Eden für sich zu entdecken – das ist heute das erklärte Ziel vieler Erholungsuchender. Im Dreiländereck Oberösterreich, Salzburg und Bayern ist er zu finden. So beginnt die Beschreibung des Verlags und weiter: Ungestörte Natur, mächtige Wälder, sanfte Hügel, warme Badeseen und der mit 2 000 Hektar größte Moorkomplex Österreichs machen die vom Tourismus beinahe unberührte Region zu einer der spannendsten in den Voralpen.

Das gerade noch zu Oberösterreich gehörende Ibmer Moor mit dem angrenzenden Salzburger Weidmoos und Bürmoos sowie die im benachbarten Bayern liegenden Schönramer Filz und Ainringer Moor entstanden am Ende der letzten Eiszeit vor 12 000 Jahren. Kurt Wolfgang Leininger führt durch die Region, die als Geheimtipp und Erholungsparadies gilt. Er lässt den Leser auf den erschlossenen Wegen durch das Natur- und Vogelschutzgebiet wandern, erzählt von außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenbeobachtungen sowie von den Geheimnissen des Moors.

Ich habe das Buch gelesen.

Abwechslungsreicher und informativer Inhalt mit sehr gutem Bildmaterial
Das Abschmelzen des letzten Salzachgletschers vor gut 12 000 Jahren hinterließ im bayerischen Rupertiwinkel, im nördlichen Salzburger Flachgau und im südlichen oberösterreichischen Innviertel mehrere Moore. Diese wurden von den Menschen zunächst gemieden, dann zum Torfstechen genutzt und in jüngster Zeit schließlich unter Schutz gestellt. Kurt Wolfgang Leininger hat über die Moore dieser Landschaften recherchiert und seine Eindrücke bildlich festgehalten.

Vom Torfstechen über nationalsozialistisches Lager bis hin zur Wohlfühlregion Seelentium
Leininger bietet an Hand der einzelnen Moore geschichtliche Rückblicke, greift dabei manchmal wirtschaftlich bedeutsame Entwicklungen auf wie beim Bürmooser Moor, in dem Torf zur Grundlage einer Glas- und Ziegelindustrie wurde; manche Zeilen erinnern aber auch an dunkle Kapitel der Geschichte wie beim Schönramer Filz, der zur Zeit des Nationalsozialismus ein Arbeitslager beherbergte. Wie aus einer Moorregion eine touristische Wohlfühlregion wurde, beschreibt Leininger an Hand des Seelentiums im Oberinnviertel. Dort ist Entschleunigung die Grundlage für Urlaube.

Joseph Victor von Scheffel und Georg Trakl zum Thema Moor
Wie Unternehmen aus dem Moor gesunde Heilmittel entwickeln und wie ein kleines Kurhaus noch heute Moorpackungen anwendet sind weitere Kapitel in diesem Buch. Auch über Kochen, Braten und Backen mit Torf kann man nachlesen samt einigen Rezepten. Zitate von Schriftstellern wie von Joseph Victor von Scheffel oder Georg Trakl zum Thema Moor sowie Sagen ergänzen die Texte. Stimmungsvolle Bilder, teilweise ganzseitig, zeigen die Landschaften, die Tier- und Pflanzenwelt. So sieht man auf einer doppelseitigen Aufnahme eine Plattbauchlibelle, bei der man in den durchsichtig erscheinenden Flügeln die Knochenstruktur sehr gut erkennen kann. Das Bild „Frühling im Haarmoos“ könnte vom impressionistischen Maler Claude Monet stammen und ein Bild aus dem Wenger Moor zeigt eine gespenstische Landschaft, wie man sich wohl die Urzeit vorstellen könnte.

Das Buch bietet abwechslungsreiche Information, ist technisch gut gemacht und ist auch ein Wanderführer durch diese drei fast aneinandergrenzenden Landschaften an.

Information
Geheimnis Moor
Im Voralpenland zwischen Ibm und Ainring
Kurt Wolfgang Leininger
erschienen 2014 im Styria Regional Verlag
ISBN 978-3-7012-0168-6

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