Erste selbstständige Motorradreise durch das Reich der Mitte ist geschafft

Laura Pattara und Christopher Many  China

Laura Pattara und Christopher Many auf ihren Motorrädern bei der Durchquerung von China (Bild Verlag Delius Klasing)

Deutschland | Bielefeld | Delius Klasing Verlag | Pionierleistung der Langzeitreisenden Laura Pattara und Christopher Many
China öffnet seine Tore
Die Chinesische Mauer hielt bereits vor mehr als 2 500 Jahren die nördlichen Reitervölker davon ab, in das „Reich der Mitte“ einzudringen. Und die strenge chinesische Bürokratie tat das Gleiche bis vor kurzem für motorisierte Überlandfahrer aus Europa und aller Welt – außer man war bereit, viel Geld für eine „geführte Gruppentour“ auszugeben. Für alle Fernreisenden – egal ob mit Motorrad, Offroader oder LKW unterwegs – gibt es nun eine überraschende Wendung: die erste völlig selbstständige Durchquerung Chinas mit einem ausländischen Privatfahrzeug ist jetzt gelungen.

Die Reiseautoren Laura Pattara und Christopher Many haben es geschafft, China von West nach Ost auf zwei Motorrädern zu durchreisen – ohne Guide und wesentlich günstiger als bis dato möglich.

Die beiden Langzeitreisenden Laura Pattara und Christopher Many haben auf legalem Weg und ohne Schwierigkeiten mit den chinesischen Behörden eine Pionierleistung vollbracht. Die beiden Globetrotter bahnen damit einen erschwinglichen Weg für die vielen tausend motorisierten Überlandfahrer, die alljährlich von Europa nach Fernostasien reisen möchten. Reisende, die oft kein großes Budget haben und auf teure geführte Touren nicht nur verzichten müssen, sondern auch wollen.

7000 Kilometer in 60 Tagen in China
Durch China mit unseren Motorrädern zu reisen, war – was unsere persönliche Freiheit angeht – ähnlich wie eine Fahrt durch die Mongolei, Kasachstan oder von mir aus Österreich. Guide oder Eskorte hatten wir nicht: wir konnten wild zelten wo wir wollten, hinfahren wo wir wollten und anschauen was wir wollten. Meine Hoffnung ist nun, dass nach unserer erfolgreichen Tour auch andere Fernreisende es leichter haben werden, China selbstständig und günstig zu durchqueren.“ sagt Christopher Many, der zusammen mit seiner Gefährtin Laura Pattara 7000 Kilometer in 60 Tagen in China zurückgelegt hat. Eingereist sind sie von Kirgisien und ausgereist am 20. Oktober 2014 nach Laos. „Nur in Tibet gelten noch einige Restriktionen für Fahrzeugreisende – in allen anderen Provinzen haben Overlander nun offiziell freie Fahrt!

Verlag Delius Klasing China

in China unterwegs (Bild: Verlag Delius Klasing)

Das war nicht immer so
Vor Februar 2013 war es illegal für Ausländer ohne Residenz in China, selbstständig mit dem Privatfahrzeug durch das „Reich der Mitte“ zu fahren. Man benötigte, wenn man Fernostasien auf dem Landwege erreichen wollte, zusätzlich zu einem chinesischen Führerschein, TÜV-Prüfung und Kennzeichen, für jeden zurückgelegten Kilometer einen chinesischen „Guide“ als Begleitung. Dieser kam teuer zu stehen: mindestens 80,00 Euro am Tag. Er saß entweder mit im Reisefahrzeug oder – da Motorradfernfahrer selten einen Sozius mitnehmen können – fuhr mit einem kostenpflichtigen Mietwagen vorweg. So konnte eine 30-tägige Transitreise durch China, je nach Gruppengröße der Tour, schnell 10.000 Euro kosten. Dazu kamen noch die Hotelübernachtungen und Restaurantrechnungen für einen Monat, da nur wenige Guides bereit waren, wild zu zelten und auf dem Campingkocher ihr Essen selbst zuzubereiten, wie viele Overlander es gewohnt sind, wenn sie knapp bei Kasse sind.

Aus Kostengründen sahen sich daher die allermeisten Überlandfahrer gezwungen, auf dem Weg nach Fernost China zu „umgehen“, indem sie ihre Motorräder von Nepal nach Thailand flogen, oder ihre Reisemobile von Russland oder Indien nach Singapur verschifften. Auch das war natürlich teuer – aber immerhin noch wesentlich günstiger als die Angebote chinesischer Tourfirmen für ausländische Selbstfahrer.

Christopher Many und Laura Pattara entdeckten eine wenig bekannte Gesetzesänderung 
Christopher Many und Laura Pattara aber, schon seit mehr als zwei Jahren mit dem Motorrad unterwegs, glaubten an die Möglichkeit, China selbstständig zu besuchen. Nach 18-monatiger Korrespondenz mit chinesischen Behörden sowie persönlicher Vorsprache bei zahlreichen chinesischen Botschaften auf der Route, entdeckten die Beiden eine wenig bekannte Gesetzesänderung aus dem Februar 2013: ein chinesischer Führerschein und Kennzeichen seien nach wie vor für ausländische Überlandfahrer Pflicht – der „Guide“ – außer für Tibet – allerdings nicht mehr. Nicht einmal die vielen chinesischen Tourfirmen wussten davon. Beharrlich wiesen Christopher Many und Laura Pattara in ihren E-Mails an die Chinesen auf das für viele noch unbekannte Gesetz hin. Ihre Arbeit zahlte sich aus: nach einigen Absagen erklärten sich drei Unternehmen schließlich bereit, nur bei der Grenzüberschreitung behilflich zu sein und nicht auf die Eskorte zu bestehen. Eine dieser Firmen wählten die beiden Langzeitreisenden aus.

Bei Polizeikontrollen keinerlei Probleme – im Gegenteil…
Der Führerschein, das Kennzeichen, eine Motorradversicherung für 60 Tage sowie die Fahrerlaubnisse von der regionalen Polizei, Immigrationsbehörde und Tourism-Office kosteten immer noch 1.200,00 Euro für vier Provinzen. Plus Zusatzkosten, so dass wir am Ende einen Preis von insgesamt 2000,00 Euro für uns aushandelten. Aber dafür hatten wir 60 Tage lang die Gelegenheit, dieses wunderbare Land ohne Beschränkungen oder Guide zu besichtigen. Nur eine ungefähre Fahrroute mussten wir zuvor angeben. Im Land haben wir gespart, indem wir fast jede Nacht wild gezeltet haben: die Naturschönheit von China ist atemberaubend!“ meint Laura Pattara. „Und bei keiner einzigen Polizeikontrolle hatten wir Probleme – im Gegenteil: es schien uns so, als ob sich alle freuten, endlich selbstständige Fahrzeugreisende im Land zu sehen!“, so die erfahrene Weltreisende weiter.

Wichtig für uns war, dass alles auf legalem Wege abläuft.“ ergänzt Christopher Many. „Illegal ist vieles machbar. Es mag schon sein, dass einige wenige Europäer China bereits ohne Guide durchquert haben, weil sie etwa ihre Motorräder zerlegt in einem grenzüberschreitenden Lkw von Kirgisien kommend versteckt und dann in China zusammengebaut haben. Oder per Bahn, von Kasachstan oder der Mongolei kommend, eingeschmuggelt. Oder sie haben eine Tour mit Guide gebucht, sind aber, sobald sie den chinesischen Führerschein hatten, einfach ohne Guide schnell davongefahren. Einige dieser Overlander sind durch solche Aktionen in China im Gefängnis gelandet. Solches Verhalten im Ausland auf einer Weltreise billigen Laura und ich nicht – egal wie spannend solche Geschichten später sind! Auch wenn uns einige dieser Gesetze – wie im Falle Chinas – unsinnig erscheinen mögen. Mit solchen illegalen Machenschaften ist der Fernreise-Community nicht geholfen – ganz im Gegenteil. Es kann dann geschehen, dass einige Länder die wir besuchen möchten, die Gesetze noch verschärfen. Wir wollten aber eine ‚Lockerung‘ bewirken, damit zukünftige Reisende mit mehr Freiheit um die Welt reisen können. China ist vorsichtig, und öffnet sich nur langsam – da aber nach unserer Fahrt zumindest eine chinesische Tourfirma zum ersten Mal eingesehen hat, dass individuelles Reisen im Land unproblematisch ist und angeboten werden kann, machen andere sicher bald mit!“, hofft Many, dass nach ihm noch viele Langzeitreisende ohne bürokratische Hürden das „Reich der Mitte“ selbstständig erkunden können.

Pocketguide für Globetrotter

Pocketguide für Globetrotter

Über Christopher Many und Laura Pattara
Christopher Many ist der Autor des Reisebuch-Bestsellers „Hinter dem Horizont links – Acht Jahre mit dem Land Rover um die Welt“ (Delius Klasing Verlag, 18,00 Euro). Seine Erfahrungen auf seiner derzeitigen Motorradreise erscheinen 2016 als Buch unter dem Titel „Hinter dem Horizont rechts“ – ebenfalls bei Delius Klasing. Aktuelle News, Reisebilder und Travel-Tipps von Christopher Many sind auf seiner Facebook-Seite zu finden: https://www.facebook.com/Hinter.dem.Horizont.links. Christopher Many ist per E-Mail erreichbar unter: gugglberg@hotmail.com
Laura Pattara ist die Autorin des neuen Buches „Pocketguide für Globetrotter“ (Delius Klasing Verlag, 16,90 Euro). Ihre preisgekrönte Webseite lautet: www.laurastraveltales.com Auf Facebook ist Laura Pattara unter https://www.facebook.com/PocketguidefuerGlobetrotter zu finden.

Quelle: Presseinformation Verlag Delius Klasing

Das Buch „Pocketguide für Globetrotter“
Leseprobe
Produktdetails
1. Auflage 2014, 240 Seiten, Format 12,7 x 18,5 cm, flexibel gebunden, Verlag Delius Klasing

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s