Fernweh, Reisekino, Nostalgisches, Österreichisches – Geschichten von Menschen der Ferienmesse 2015 in Linz

 englischer Doppeldecker von sabtours

ein englischer Doppeldecker von sabtours verkehrte zwischen Hauptbahnhof und Linzer Design Center

Linz | Oberösterreich | Österreich | Ein knallroter englischer Doppeldeckerbus rauschte in die Haltestelle vor dem Design Center in Linz, der oberösterreichischen Landeshauptstadt; drinnen stand ein Daimler Benz Reisebus, Baujahr 1956, mit Schiebedach und 90 PS – ein Reisebus von heute bringt es locker auf 500 PS; man hörte das Tuckern eines Traktors aus der oberösterreichischen Wohlregion Seelentium; am Eingang warteten viele Pensionisten auf Einlass, war doch im Rahmen der Linzer Ferienmesse 2015 auch die Senior-Aktiv-Messe zu sehen, mit gratis Kaffee und Semmerl.

Ferien kann man bekannter Weise in Südamerika ebenso wie in Südafrika, Frankreich oder auch in Österreich verbringen. Man erreicht seinen Urlaubstraum entweder zu Fuß, per Reisebus, mit dem Flugzeug oder an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Alle erwähnten Reiseziele (und noch ein paar mehr) sowie Reisearten waren auf dieser Messe, die vom 22. bis 24. Jänner 2015 in Linz vertreten.

Aus dem Inhalt des Artikels
– Fernweh entflammte in den beiden Reisekinos
– Wenn zwei Reisende sich finden und ein Reisebüro gründen …hier klicken
– Die „Wiedergeburt des Busreisens“ – sabtours mit alt und neu unterwegs
– Busgeschichten von Mutter und ihrem Sohn, einem rollenden Bierfassl und einem zukünftigen Busfahrer
– Steiermärkisches: Thermalbad, Stadt-Wein und ein gar nicht verstaubtes Stift Admont
– Wiener Familiengeschichten: Wie Bäckerlehrling Jedek nach Südafrika kam
– „Der Piz Buin ist ein Eislutscher gegen die Gletscher Patagoniens“
– Bauerngolf, Traktor-Rallye und Bieramisú – wo Wiener Hofräte „Bier-Kuren“: das Seelentium
– Kurz erwähnt, aber nicht vergessen

Alle 239 von der Ferienmesse Linz auf meinen Pressebilder-Seiten unter diesem Link.

Fernweh entflammte in den beiden Reisekinos
In zwei Reisekinos wurden insgesamt 84 Reiseziele in etwa halbstündigen Intervallen dem interessierten Publikum vorgestellt. Ein kleiner Auszug daraus: So sprach Jochen Jedek, Chef des Wiener Reiseveranstalters Jedek Reisen, über México und Namibia, Elisabeth Kneissl-Neumayer von Kneissl Touristik über Island, Tiger und Paläste in Indien und natürlich über ihre Lieblingsinsel Island, der Feuerinsel am Polarkreis, Dr. Roland Kastler vom gleichnamigen Reisebüro stellte seine Studienreisen nach Kampanien in Italien und die wilden Pyrenäen vor, Wolfgang Auinger vom Reisebüro Gegg entführte seine Zuhörer nach Marokko ins Land der Düfte und nach Nordpolen und ins Baltikum, der Salzburger Reisejournalist und Reisefachmann Peter Krackowizer präsentierte für den oberösterreichischen Reiseveranstalter sabtours Tourisik ein kulinarisches Baskenland, den Lavendel-Zauber der Provence, Südtoskana, die beiden Gebiete der oberitalienischen Seen und die Côte d’Azur sowie Paris einmal anders.

Kalya Khime und Clemens Walzl von lassunsreisen

Kalya Khime und Clemens Walzl von lassunsreisen waren die beiden Techniker im Kongresssaal

Wenn zwei Reisende sich finden und ein Reisebüro gründen
Ebenso spannend wie manche der Vorträge waren, sind aber auch die Geschichten der Menschen, die auf dieser Messe ihre Angebote präsentierten. Da wären zum Beispiel Kayla Khine und Clemens Walzl. Kayla Khine stammt aus Burma (heute Myanmar) in Fernost, wo sie seit über 20 Jahren Reiseleitungen für Kultur- und Studienreisen macht. Bei einer dieser Reisen lernte sie ihren Mann, Clemens Walzl aus Österreich kennen und seit 2009 haben die beiden in Wien ihr eigenes Reisebüro lassunsreisen. Während Clemens Walzl Fotoreisen anbietet, hat Kayla Khine mit ihren Intensiv-Reisen ausgewählte Kultur- und Studienreisen im Programm, die nur von ihr begleitet werden. Und die beiden betreuen schon seit vielen Jahren Reisekinos bei Ferienmessen in ganz Österreich. So waren sie auch bei der Linzer Ferienmesse schon zum wiederholten Male für die Technik im großen Kongresssaal verantwortlich. Für Kalya Khine sind diese Reisekino-Betreuungen ein großes Geschenk, wie sie sagt. Wohl sie sitzt täglich stundenlang „im Kino“ und achtet auf die Technik, darf aber so mit Kollegen auf Reisen rund um die Welt gehen. Kalya und Clemens sind ausgesprochen sympathische Touristiker, die durch ihr wirklich ansprechendes Bildmaterial immer wieder Lust auf Reisen machen.

Daniela Faenza (links) (Teamleitung Busreisen) und Edith Fickl (groups, incentives & events) von Sabtours

Daniela Faenza (links) (Teamleitung Busreisen) und Edith Fickl (groups, incentives & events) von Sabtours

Die „Wiedergeburt des Busreisens“ – sabtours mit Alt und Neu unterwegs
„Du steigst in den Bus als Fremder ein und als Freund aus“ meinte Daniela Faenza, Produkt-Managerin Busreisen bei sabtours Tourisik in Linz, zum steigenden Trend zu Busreisen. Bus- und Flugreisen sind zwei Wege, Länder kennenzulernen, die man nicht miteinander vergleichen darf. Der Bus ist nicht nur reines Transportmittel, sondern auch eine Art rollendes Gesellschaftszentrum. Man lernt andere Menschen kennen, erlebt die Landschaft schon bei der Anreise und dank moderner Technik ist Reisen in heutigen Reisebussen eigentlich schon bequemer als in manchen Sitzen von Billigfluglinien.

Hat Daniela Faenza einen Tipp für „Ungläubige“, die noch nicht Busreisende sind, parat? Ja sie hat: „Er soll sich auf das Abenteuer Busreisen einlassen“.

Ein Abenteuer, wenngleich ein ungefährliches, ist eine Reise mit einem der vier Oldtimer-Busse, die sabtours neben seiner Flotte hochmoderner Reisebusse zum Anmieten hat. Der eingangs erwähnte englische Doppeldeckerbus aus dem Jahr 1966 ist noch original motorisiert und wenn die Gruppe abfahrbereit ist, zieht der „Schaffner“ an einer Schnur, die eine Glocke beim Fahrer läuten lässt. Und los geht die Fahrt zu ebener Erde oder im ersten Stock für 72 Personen. Neben einem oben offenen Doppeldecker und einem Setra aus dem Jahr 1976 kann man aber auch mit einem echt schönen Oldtimer-Bus durch die Lande gondeln. Ein tipptopp gepflegter Daimler Benz aus dem Jahr 1956 mit „Schnauze“ und Schiebedach (!) kann bis zu 30 Gäste befördern. Damit werden auch ausgeschriebene Reisen durchgeführt, die jedermann buchen kann.

Maria Mader mit Sohn Mag. Hannes Moser

Maria Mader mit Sohn Mag. Hannes Moser

Busgeschichten von Mutter und ihrem Sohn, einem rollenden Bierfassl und einem zukünftigen Busfahrer
Das Bild nicht ganz scharf, die Überraschung auf beiden Seiten, aber es stellt ein historisches Dokument dar. Der Autor dieses Beitrags drückte zusammen mit Maria Mader vom gleichnamigen Busunternehmen gemeinsam die Schulbank in der „Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe Schloss Kleßheim“ (heute Tourismusschulen Salzburg). Bei der Ferienmesse Linz trafen sich die beiden wieder einmal. Maria Mader war in Begleitung ihres 34jährigen Sohnes Mag. Hannes Moser, der im Betrieb seines Vaters, Moser-Reisen, als leitender Mitarbeiter tätig ist. Wie seine Mutter erzählte, war er schon als Kind viel mit ihr unterwegs gewesen und als 16jähriger übernahm er seine erste Reiseleitung. Heute begleitet er vor allem Reisen für Senioren und Gruppen von Pfarren. Mutter Maria ist stolz auf ihren Sohn, der, wie sie sagt, Menschen für Reisen und Länder begeistern kann. Bei dieser Mutter kein Wunder, hat sie doch seinerzeit in Kleßheim schon begeistert, uns männliche Kollegen.

Xaver Krautgartner, neun Jahre

Xaver Krautgartner, neun Jahre

Wer ein perfekter Busfahrer werden will, fängt irgendwann einmal klein an. Und so saß Xaver Krautgartner, neun Jahre jung, am Stand seines Vaters, der ein gleichnamiges Busunternehmen betreibt, und verteilte Kataloge. Der junge Mann imponierte durch sein perfektes Aussehen und seinem Wunsch, wenn er mal Groß sein wird, Busfahrer werden zu wollen! Also an Nachwuchs scheint es nicht zu mangeln.

Claudia Schöffmann und Christian Gegg

Claudia Schöffmann und Christian Gegg

Am Stand von Claudia Schöffmann, die in der Mittelalterstadt Friesach in Kärnten in der Burg Spektakel-Dinner anbietet, gab es Hirter Bier und interessante Besucher. Einer von diesen war Christian Gegg, der mit seiner Familie ein usunternehmen in der Steiermark betreibt. Die Besonderheit an seinen blauen doppelstöckigen Bussen ist das Bistro. Unabhängig von Wirtshausöffnungszeiten oder unchristlichen Bierpreisen in skandinavischen Ländern bietet er „zu ebener Erde“ in seinen Bussen einen Bistro-Betrieb mit Bier vom Fass, diverse alkoholfreie Getränke aus der Zapfpistole und verschiedene Menüs, die in der Bordküche warm gemacht werden. Ein Geschirrspüler ist ebenso mit an Bord wie eine Hostess fürs Bistro. Denn, so sagt Christian Gegg, der Fahrer soll fahren, der Reiseleiter sich um das geistige Wohl seiner Kunden kümmern und die Hostess ums leibliche Wohl seiner Gäste. Dass das alles seinen Preis hat, mag ebenso zutreffen, wie es sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack sein wird in seinem Urlaubsland im Bus zu speisen. Aber er muss ja nicht und es ist allemal eine interessante Variante.

Grimmingtherme & Aldiana Salzkammergut

Heike Maul (Marketing & Sales, GrimmingTherme & Aldiana Salzkammergut) und Chiara Zoglar (rechts)

Steiermärkisches: Thermalbad, Stadt-Wein und ein gar nicht verstaubtes Stift Admont
Und weil wir schon in der Steiermark sind, besuchen wir doch gleich einmal die GrimmingTherme und das dazugehörende Hotel Aldiana Salzkammergut. Beides gibt es seit 2009 in der Ausseer Marktgemeinde Bad Mitterndorf im Ortsteil Neuhofen. Dort sprudelt eine Thermalquelle mit 38° C ans Tageslicht, das gut bei rheumatische Beschwerden sein soll. Das hat sich auch bis zum Huber herumgesprochen. Denn wie Chiara Zolgar von der Rezeption des Hotels lachend erzählte, stand einmal der Huber an der Rezeption und meinte „So, jetzt bin i da!“ Das freute Chiara, aber ob er auch einen Namen hätte? Ja, er ist der Huber und er war schon öfters in der Gegend und heut‘ möchte‘ er einmal auch über Nacht da bleiben!

Gabriele Schaar vom Weinhof Florian

Gabriele Schaar vom Weinhof Florian

Eine alte Bekannte, jetzt nicht auf das Alter der Dame bezogen, sondern auf die Jahre, die man sich schon kennt, ist Gabriele Schaar aus der Südsteiermark. Neben ihrem Unternehmen „Der Steiermarkt – Genussvolles aus Österreich“ kümmert sie sich auch um den Weinbaubetrieb ihres Lebensgefährten, um den „Weinhof Florian“ in Dobl bei Graz. Täglich während der Messen wurde ein Gläschen verkostet: Cuvée, Sauvignon und Zweigelt – und weil einer besser als der andere ist, müsste man von jedem ein Flascherl mitnehmen. Die Weine der Steiermark haben sich in den letzten Jahrzehnten vom Image des sauren Schilchers zu hervorragenden Weinen entwickelt und eine Reise ins Schilcherland oder in die Südsteiermark ist nun auch stets eine kulinarische Reise.

Bleiben wir, indirekt, beim Wein und wechseln zum Stand des Benediktinerstifts Admont. Indirekt deswegen, da das Stift seit 1139 Weingärten im heutigen Slowenien besitzt und dort noch immer das Weingut Dveri-Pax mit rund 90 Hektar betreibt.

Benediktinerstift Admont MMag. P. Maximilian Schiefermüller OSB und Slivia Karina Bauer BA, Leitung Tourismus

Benediktinerstift Admont MMag. P. Maximilian Schiefermüller OSB und Slivia Karina Bauer BA, Leitung Tourismus

Silvia Karina Bauer, BA, die Leiterin Tourismus im Stift, erzählte wie aus ihrem Praktikum eine leitende Stelle im Stiftsunternehmen wurde. Nach dem Besuch einer Schule in Murau mit Schwerpunkt Tourismus studierte Silvia Bauer in Wien Kunstgeschichte und kehrte anschließend in ihre Heimat zurück, wo sie besagtes Praktikum im Stift begann und blieb. Sie ist für die Pressearbeit, den Museumsbetrieb und Veranstaltungen verantwortlich. Ihr Tipp für einen interessanten Tag in Admont: Am Vormittag Führung durch die weltgrößte Klosterbibliothek, Mittagessen im Stiftskeller und nachmittags ins „Xeis“, wie das Gesäuse im Volksmund genannt wird, in den Nationalpark Gesäuse zu einer Wanderung oder einfach zum Genießen der Landschaft (mehr über das „Xeis“ und das Ennstal im EnnstalWiki).

Jetzt ist ein Stichwort gefallen: die Stiftsbibliothek. MMag. Pater Maximilian Schiefermüller OSB ist seit Frühjahr 2013 Stiftsarchivar und –bibliothekar. Und „seine Kinder“, das Stiftsarchiv und die Stiftsbibliothek sind alles andere als tote Materie, wie Pater Maximilian voll Elan erzählt. Beide Einrichtungen sind zu benutzen, anzufassen und stehen allen Personen offen, die etwas über Geschichte nachforschen möchten. Pater Maximilian hatte von Kindesalter an den Wunsch, Historiker und Wissenschafter in der Forschung zu werden. Der Benediktinerorden und das Stift Admont bieten ihm dazu ideale Arbeitsbedingungen.

Wiener Familiengeschichten: Wie Bäckerlehrling Jedek nach Südafrika kam
Da gab es den Großvater, der war Chef von Union Reisen (heute Dr. Richard); da gab es einen Enkel, der die Bäckerlehre gemacht hatte und seinen Vater, der eine Reiseunternehmen besaß – Jedek Reisen. Der Großvater drängte den Enkel, doch auch ins Reisegeschäft einzusteigen. Also machte er die Reisebürlehre, aber bei einem Onkel, dem Klug Reisen gehörte. Der Enkel wollte aber dann ins Ausland gehen. Der Vater brauchte jemanden für sein neues Büro in Kapstadt in Südafrika. Sohn Jochen Jedek ging dann nach Kapstadt und führte dort das Büro von Jedek Reisen. Jahre später kehrte er wieder nach Wien zurück, wo er das Unternehmen seines Vaters übernahm. Da hat Jochen Jedek doch sicher einen Tipp für meine Leser? Hat er!

Jochen Jedek mit Gudrun Renger, Leiterin der Jedek Reisen Filiale in Salzburg

Jochen Jedek mit Gudrun Renger, Leiterin der Jedek Reisen Filiale in Salzburg

Tipp Südafrika: Ein Urlaub in Kapstadt kann unglaublich vielseitig sein. Vor allem sind es die Menschen, die man dort kennenlernen kann. Beispielsweise bei einer Jazz-Safari von einem Jazz-Keller zum anderen. Eine andere Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu kommen ist die „Cape Malai Cooking Safari“, die Begegnung mit den Kapmalaien. Die Sehnsucht nach ihrer fernen Heimat drückten die Malaien mit ihren fröhlich bunten Häusern im Bo-Kaap Viertels aus. Heute sind sie längst Teil der Bevölkerung und laden Gäste zu sich nach Hause ein, um mit ihnen zu kochen.

Tipp Mexiko: Santiago de Querétaro, nordwestlich der Hauptstadt Mexico City, liegt auf einem Hochland in einer Weinregion. In den kleinen Dörfern um die Stadt herum wird ausgezeichneter Käse produziert und abends erwacht in den Straßen von Querétaro das Leben, das Theaterleben. Überall erlebt man Theatergruppen und man wird eingeladen, mitzumachen oder zumindest mitzutrinken. Die Menschen, so Jochen Jedek, nehmen einen garantiert in ihre Kreise auf. Und wer schon nicht wegen Wein, Käse oder Theater nach Querétaro reisen möchte, der sollte es wenigsten der Geschichte zu Liebe tun. In Querétaro fand Erzherzog Ferdinand Maximilian, der Bruder des Kaisers Franz Josef, sein Ende als unglücklicher Kaiser von Mexiko. Er wurde am 19. Juni 1867 nahe Querétaro erschossen.

 Dr. Robert Kraus, Bad Wimsbach-Neydahrting,

Dr. Robert Kraus, Bad Wimsbach-Neydahrting, „RuppertBrasil“ immer im Kundendienst, hier beim Bekleben seiner Kataloge kurz vor Öffnung der Messe

„Der Piz Buin ist ein Eislutscher gegen die Gletscher Patagoniens“
Diesen Vergleich wagte Dr. Robert Kraus, der im oberösterreichischen Bad Wimsbach-Neydharting den bayerischen Südamerika-Spezialisten RuppertBrazil in Österreich repräsentiert. Der Spruch mit dem Piz Buin stammt von einem Vorarlberger Kunden von Dr. Kraus, wie er erzählte. Also vergleichen wir mal: Ochsentaler Gletscher im Norden des Piz Buin war einmal 2,3 Kilometer lang (1975), der Perito-Moreno-Gletscher ist noch 30 Kilometer lang! Patagonien befindet sich im Südwesten von Argentinien und ist etwa neun Mal so groß wie Österreich. Neben der Weite des Landes liebt Dr. Kraus Wanderungen durch Eis und Gletscher. Wer jetzt nicht so ein Freund von Eiswanderungen ist kann Pinguine schauen, mit Booten durch die zerklüftete Buchtenlandschaft schippern, argentinische Steaks essen oder hervorragenden Wein trinken, aus Chile und Argentinien. Das Ganze genießt man in guten Hotels. Und ein Trost für alle, die einen Sturm miterleben – die Stürme können heftig ausfallen – der Bierpreis ist aber etwa so wie in Oberösterreich. Und wie lange sollte man Patagonien erleben? Minimum zwei Wochen empfiehlt Dr. Kraus, besser drei.

Bauerngolf, Traktor-Rallye und Bieramisú – wo Wiener Hofräte „Bier-Kuren“: das Seelentium
Von Bad Wimsbach südlich von Lambach bei Wels machen wir noch eine Reise in Österreich. Es geht in den Westen Oberösterreichs, ins Innviertel, ins Seelentium, ganz genau 111 Kilometer von Bad Wimsbach entfernt nach Franking.

In Franking nahm alles seinen Anfang, erzählte Andrea Bruckmoser, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Franking. 2005 taten sich Franking und einige Umlandgemeinden zu „Seelentium“ zusammen, um Urlaubern einen Urlaub für die Seele in Ruhe zu bieten, Entschleunigung heißt das auf Neudeutsch. Mittlerweile sind es 13 Gemeinden rund um die Oberinnviertler Seenplatte und die beiden bayerischen Partnerstädte Burghausen und Tittmoning. Franking punktet mit dem Holzöster See, einem Moorsee, der ab Mai schon + 27° C heiß sein kann und dem Bauerngolf. Das ist eine überdimensionale Minigolfanlage, auf der im Abstand von etwa einem Kilometer landwirtschaftliche Geräte aufgestellt sind, in die man einlochen muss, soll, kann. Jetzt lachte die Andrea und erinnerte sich, dass anlässlich der Eröffnung des Bauerngolf-Parcours ein hochrangiger oberösterreichischer Politiker mit seinem Golf-Bag angereist kam: „Jetzt hab‘ ich es schon dabei, dann schlepp‘ ich es halt‘ auch mit“ nahm der Politiker seine Unwissenheit von der lustigen Seite.

Seelentium

das Team von Seelentium von links: Manfred Gloning (Traktor Roas), KR Hedwig Bauer (Landhotel Moorhof), Maria Spitzwieser (Seelentium), Ralf Kreuzeder (Traktor Roas), Andrea Bruckmoser (Tourismusverband Franking) und Wolfgang Reindl (Seelentium, Marketing PR)

In Franking steht auch das einzige österreichische Bierbad. Doch lassen wir Kommerzialrätin Hedwig Bauer vom Landhotel Moorhof erzählen. Sie hat das Bierbad entwickelt, das aus Hopfen, Malz und Hefe vor (!) der Gärung sowie Wasser in Wannen bei 35° bis 38° C angerichtet wird. Der Gast bleibt darin etwa 20 Minuten, kann sich an einem Zapfhahn ein kühles Seitl (auch mehrere) herunter lassen und entspannen. Anschließen packt Hedwig Bauer die Biergebadeten in ein Leintuch und lässt sie in einem Haferstrohbett etwa eine halbe Stunde ruhen. Anschließend gibt es dann ein Biermenü, das mit einem Bieramisù endet. Das ist eine leichte und bierige Nachspeise bestehend aus Dunkelbier, Whiskey und Nüssen.

Einst bekam ein Hofrat aus Wien so ein Bierbad samt Biermenü geschenkt und reiste auf Drängen seiner Gattin an. Miesmutig angekommen, tat er kund, er wolle kein Bier und ließe die Prozedur mehr über sich ergehen als er sie genießen könne. Frau Bauer lachte und prophezeite ihm, dass er am Ende des Tages „waou“ dazu meinen werde. Werde er nicht, stieg ins Bierbad, widersetzte sich dem Verlangen, das Seiterl zu probieren, ließ sich einwinkeln, legte sich zum Ausruhen und schritt zum Abendessen. Fröhlich und entspannt stand das Hofratsehepaar nach dem Essen auf. „Na und?“ fragte Hedwig Bauer – „waou“ hörte sie den Herrn Hofrat sagen. Meine Damen, vielleicht ist das ja der Jungbrunnen für Ihre Ehemänner?

Wenn Sie jetzt einen Urlaub im Seelentium buchen wollen, können Sie sich entweder direkt an ein Unternehmen wenden oder Sie kontaktieren Maria Spitzwieser, den guten Geist des Bürowesens und der Verständigung. Sie war natürlich auch auf der Ferienmesse in Linz und auf die Frage, was sie denn bei Seelentium sei, purzelten folgende Antworten aus ihr heraus: Lichtblick, Sonnenschein, Inspiration, begeistert den Gast, wählt für ihn Vorschläge aus, Mama… ja, Mama ist sie auch von drei Kindern, aber alles Vorgenannten trifft auf Maria Spitzwieser auch zu. Und weiter erzählt sie, dass sich das Image von Seelentium von „nur was für 50Plus“ zum Renner bei jungen Leuten entwickelt. Zum Beispiel ist die Traktor-Rallye bei Landjugendgruppen sehr gefragt. Apropos Traktor: die kann man in Franking auch selbst fahren oder in der Gruppe eine „Traktor-Roas“ unternehmen.

Gästeservice Litschau

Wolfgang Reindl (sabtours / Seelentium), Otto Böhm (Gästeservice Litschau) und Prok. Markus Burger (Sabtours)

Da fing auch schon der Traktor in der Ausstellungshalle bei der Ferienmesse zu tuckern an. Manfred Gloning und Ralf Kreuzeder aus Dorfibm – auch in Franking – grinsten und meinten, das sein nur ein eingebautes Tonband und boten ein Schnaitl-Bier an. Ja, die Innviertler sind halt gemütliche Leute, das weiß man spätestens seit dem Erscheinen des Buches „Der Onkel Franz oder die Typologie des Innviertlers“.

Kurz erwähnt, aber nicht vergessen
Ich schließe, unvollständig, meinen Bericht über meine Erlebnisse auf der Ferienmesse 2015 in Linz. Der Blauburgunder, Jahrgang 2013, aus dem Retzer Land, den Manuela Wöhrer vom Tourismusverein Retz zum Verkosten anbot, ist ein guter Tropfen; im Solebad bei Gmünd im Waldviertel kann man bei 34° C Bad Ischler Sole den Tag genießen, erzählte Gerold Guttmann vom Tourismusbüro und Otto Böhm vom Gästeservice Litschau, gleichfalls im Waldviertel, könnte auch viel über diese schöne und ruhige Landschaft erzählen. Floß-Fahren und Floß-Bauen kann man auf der Enns mit der Floßmeisterei Dirninger. Über die Schönheiten Sloweniens berichte ich ein anderes Mal (oder Sie schauen auf meinen Slowenien-Seiten vorbei) und auch über den Bayerischen Wald mit dem Glasbläserdorf Bodenmais mit seinem Silberbergwerk sollte ich mal schreiben. Ja und zum Abschluss noch der Hinweis auf die lustige bayerische Kollegin aus Neuötting in Bayern, deren Name mir ein Geheimnis blieb. Neuötting ist die ältere Stadt der beiden Öttings (Alt- und Neuötting) und hat ein Museum, in dem auch die Tourist-Information untergebracht ist, wo die Kollegin anzutreffen ist und gerne weiterhilft.

Elisabeth Kneissl-Neumayer von Kneissl Tourisik

Elisabeth Kneissl-Neumayer von Kneissl Tourisik

 

 

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