Kapuzinergämse, Fischkalter und Schmuck: Das Fragnerhaus an der Linzer Gasse in Salzburg

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Andrea Baischer zwischen den Vitrinen mit den Schmuckstücken und den Skulpturen des Künstlers Peter H. Wahl

Salzburg | Altstadt | Österreich | Es war beim Linzergassenfest 2015 in der Salzburger Altstadt. Einem Blick in die Auslage der Galerie Baischer folgte die freundliche Aufforderung der Geschäftsinhaberin Mag.a Andrea Baischer, doch unverbindlich in das jahrhundertealte Fragnerhaus einzutreten. Im Hintergrund des alten Gewölbe-Raumes konnte ich eine Wendeltreppe erkennen.

Eine Portion Neugier und ein Fotoapparat führten in ein Kleinod

Zwischen den Vitrinen mit den Schmuckstücken standen Skulpturen des Künstlers Peter H. Wahl und an den Wänden hingen Bilder des Fotografen Christof Haberl. Tags zuvor habe eine Vernissage mit Gesprächen über Kunst, Photographie und Schmuck stattgefunden, erklärte Andrea Baischer. Ihr Bruder, Franz Baischer, ist Goldschmied, der Firmensitz in Schloss Mondsee.

Auf meine Frage nach der Geschichte des Hauses meinte Andrea Baischer, sie zeige mir gerne ein wenig mehr vom Haus. Und schon ging es die Wendeltreppe in den ersten Stock hinauf, wo wir auf eine kleine Terrasse gelangten.

Zwischen Kapuzinerberg, deren Gämse und der Salzburger Altstadt

In dem sogenannten Fragnerhaus (Fragner, das alte Wort für Krämer) befanden sich früher Lager und Kühlräume des Bergheimer Unternehmens Fisch Krieg. Seit einigen Jahren befindet sich das Haus im Besitz eines Mitglieds der Familie Porsche.

Im bergseitig gelegenen Raum bei der Terrasse befindet sich noch ein Fischkalter mit der Jahreszahl 183? oder 186? die Zahl ist schon zu sehr abgewittert, um sie noch erkennen zu können. Genaueres konnte die Geschäftsfrau auch nicht sagen. Sie sei selbst erst beim Recherchieren. Neben dem Fischkalter sieht man den nackten Fels des Kapuzinerbergs.

Letztens, so erzählte Andrea Baischer, schaute die Gämse des Kapuzinerbergs direkt auf sie herunter. Unser Blick hob sich hinauf über einen kleinen, aber steilen Garten, dessen Etagen durch eine Steintreppe zu erreichen sind. So sehr ich auch rufe und der Gämse ein Bild von ihr in Aussicht stelle, für mich blieb sie an diesem Tag unsichtbar.

Wendet man den Blick vom Fels zur Stadt so sieht man die Sebastianskirche und herrliche Dachterrassen. Ja, Salzburgs Dächer bieten kleine Rückzugsrefugien. Zwischen den alten Häusern entlang der Linzer Gasse und dem Kapuzinerberg gibt es immer wieder auch kleine Gärten, zumindest Grünoasen. Der Lärm dringt nur gedämpft hier herauf.

Salzburgs historische Gebäude erzählen

Nun musste sich Andrea Baischer aber wieder ihrem Geschäft widmen und seufzend stieg ich die steilen, alten Stiegen hinunter. Mir war, als läge eine Spur Fischgeruch in der Luft, den die alten Mauern freigeben hatten. Denn diese uralten Gebäude haben nicht nur eine ebenso alte Geschichte in ihrem Mauerwerk gespeichert, sondern auch Erinnerungen an ihre Besitzer. Vielleicht kann ich ja bald schon einmal eines der vielen alten ehemaligen Brauhäuser in Salzburgs Altstadt besuchen und mit den ehrwürdigen Mauern mit einer Halben anstoßen.

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