Druschwoche am Stehrerhof

Druschwoche Stehrerhof

„Marshall Sons & Co“, Gainsbourgh, England, Baujahr 1890

Dampfmaschindreschen, Pferdegöpelfahren, Handdreschen, zahlreiche Handwerksvorführungen, Volksmusik, Krapfenbacken, Kräuterschnapsbrennen, Spinnen, Weben und anderes kann man auch dieses Jahr wieder während der Druschwoche am Stehrerhof in Neukirchen an der Vöckla in den südlichen Ausläufern des oberösterreichischen Hausruckwaldes erleben.

Eröffnet wird die Druschwoche 2015 am Samstag, 12. Sept. um 14 Uhr durch Sepp Forcher. Bis Sonntag, 20. September 2015 kann man dann täglich von 10 bis 17 Uhr Dreschvorführungen erleben. (ausgenommen Mo. 14.9. und Di. 15.9.2015: nur normaler Museumbetrieb) [alle 88 Bilder von einem Druschtag 2015 …siehe hier].

das zentrale Gebäude des Freilichtmuseums Stehrerhof

Der Stehrerhof befindet sich in der etwa 70 Kilometer nordöstlich der Stadt Salzburg gelegenen Gemeinde Neukirchen an der Vöckla. Er ist eines der 15 oberösterreichischen Freilichtmuseen. Der Stehrerhof geht auf eine Stiftung im Jahr 1127 des Bischofs Otto von Bamberg zurück und war dem Kloster Aspach bis zu dessen Säkularisierung im Jahr 1803 untertänig. 1975 erwarb der Bürgermeister der Gemeinde den Hof. Nach mehrjährigen Umbauten konnte er 1978 als Freilichtmuseum eröffnet werden.

Nachdem 1979 die erste Druschwoche stattgefunden hatte wurde 1985 darauf in einer errichteten Halle das österreichische Dreschmaschinenmuseum eröffnet.

Rundgang durch das Freilichtmuseum

Das zentrale Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist ein im Hausruckgebiet üblicher Bauernhof mittlerer Größe mit geschlossenem Innenhof. Das Wohnhaus besitzt einen Vierplattlerdachstuhl. Im Vorhaus befinden sich der Mittelgang mit Kellerstiege und Backofen sowie darüber der Stiegenaufgang in den ersten Stock. Die „hintere Tür“ führt in das „Gewölbe“, das man früher zum Kaltstellen von Speisen (Milch, Sauerkraut usw.) verwendete. In diesem Teil ist auch die Wohnstube für alle Bewohner mit dem gemeinsamen großen Esstisch untergebracht. Darüber befindet sich die „gute Stube“, auch Hochstube genannt“, daneben ist die Küche mit Wassergranter und einem Tropfstein zum Wasserreinigen zu sehen.

Vorhaus und Diele im ersten Stock mit zwei Betten für Gesinde und größere Kinder, Brotkreinze für Brotlaibe, die Schlafstube der alten Bauersleute mit einer „Warmlucke“, einem Wärmedurchlass vom unteren Raum und die „Menschakammer“ können natürlich auch besichtigt werden.

Vom Innenhof aus gelangt man zum Futtergang und zum Heuboden über dem Kuhstall, in diesen selbst sowie in einen später angebauten Pferdestall. In einem Nebenraum stehen die Schnapsbrennerei, Geräte zum Saustechen und zum Wäschewaschen.

Nebengebäude

Neben dem Wohnhaus sieht man einen Troadkasten (Getreidespeicher) aus dem Jahr 1804. Daneben befinden sich die „Hoarstube“ für das Flachsrösten und -bearbeiten und ein „Dörrhäusl“ zum Trocknen von Apfelspalten, Zwetschken, Beeren und Birnen.

Göpelhütte

In der Göpelhütte steht der Göpel, ein Umsetzungsgerät von tierischer Zugkraft in mechanische Antriebskraft, mit der man Maschinen antreiben kann. Bis in die 1880er Jahre wurden mittels Göpel auch die Dreschmaschinen im Hausruck betrieben. Dann wurde auf Dampfkraft umgestellt und eine solche Dampfmaschine aus dem Jahr 1890 ist eben während der Druschwoche im Stehrerhof in Betrieb zu erleben.

Das Österreichische Dreschmaschinenmuseum

1983 war die in Holzbauweise errichtete Rinderversteigerungshalle aus Vöcklabruck (Oö.) abgetragen und auf dem Gelände des Stehrerhofes wieder aufgebaut worden. Das 1985 eröffnete Museum zeigt mehr als 20 Dreschmaschinen vom handgetriebenen Stiftendrescher bis zum modernen Mähdrescher. Vom einfachen Ritterbühl (Breitdrescher) bis zum leistungsfähigen Einmann-Breitdrescher sind auch noch vier Dampfmaschinen, verschiedene Oldtimer-Traktoren, Petroleum-, Benzin-, Diesel- und Elektroschleifringmotoren als Antriebsaggregate ausgestellt. Weit mehr als 50 Objekte sind im Dreschmaschinenmuseum zu sehen, ergänzt durch Schautafeln, Bilder und altem bäuerlichen Gerät. Das Untergeschoß zeigt die 1987 eröffnete Erntegeräteschau österreichischer Bundesländer.

Das Handwerkerhaus

im Handwerkerhaus

Während der Druschwoche zeigen einige Handwerker alte Handwerkskünste im 1993 fertig gestellten Handwerkerhaus. Das Haus ist voll von Geschichten und Bildern wie beispielsweise vom Störgehen. Einst gingen Störhandwerker von Hof zu Hof und boten ihre Handwerksleistungen direkt vor Ort den Bauern an. Bei einem Rundgang durch das Handwerkerhaus stößt man auch auf ein großes Diorama, das die Holzarbeit und den Holztransport im Attergau und Hausruckland vom 18. bis ins 20. Jahrhundert darstellt.

Das sehenswerte Freilichtmuseum Stehrerhof ist vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet. Der Eintritt kostet € 3,50; Kinder von 6 bis 15 zahlen einen Euro und unter sechs Jahre ist der Eintritt frei.

Auf jeden Fall sollten Sie genügend Zeit für einen Besuch des Stehrerhofs einplanen! Infos – www.stehrerhof.at

 

am Dachboden im Handwerkerhaus

im Handwerkerhaus

Im Dreschmaschinenmuseum

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