„Beautiful Girl“, ein Film über eine großartige Freundschaft

Beautiful Girl

„Beautiful Girl“, von links: Sulzer (Marlon Boess), Charly (Jana Naomi McKinnon) und „Carlo“ (Giacomo Pilotti) (Bildquelle: http://www.lunafilm.at, Urheber: Petro Domenigg)

Salzburg – Wien | Nach der Romanvorlage „Charlottes Traum“ drehte der Schladminger Jung-Regisseur Dominik Hartl einen berührenden Film, der die heutige Realität vieler Jugendlicher stimmungsvoll und gar nicht abgedroschen zeigt. Er wurde in Salzburg und Wien u. a. mit Förderungen der „Salzburg Location“ Land Salzburg gedreht und startet ab 16. Oktober 2015 in den österreichischen Kinos.

Vorpremiere im ältesten Kino Österreichs

Am 14. Oktober 2015 gab es im Salzburger Mozartkino, in dem 1905 F. X. Frieds »Original-Elektro-Biograph« erstmals „bewegte Bilder“ gezeigt wurden, die Vorpremiere des Films unter Anwesenheit des Regisseurs Dominik Hartl , der Salzburger Band „Steaming Satellites“, die für den Soundtrack verantwortlich ist und Alexander Krammer, Geschäftsführung Mozartkino.

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„Beautiful Girl“: Charly (Jana Naomi McKinnon) (Bildquelle: http://www.lunafilm.at, Urheber: Petro Domenigg)

„Sex steht wie Furz im Raum“, doch es geht um Liebe und Freundschaft

„Beautiful Girl“ Charly (Jana McKinnon) ist gerade 16 geworden, aber ihr Leben ist derzeit eher bittersüß. Der Sommer ist vorbei und ihre Eltern, ehemals ein Vorzeige-Traumpaar, lassen sich scheiden. „Wenn es die beiden nicht schaffen, wie soll es dann überhaupt jemand schaffen?“ fragt sich nicht nur Sylvia, genannt Charly. Die Mutter packt ihre Kinder, Charly und ihren Bruder Felix, zusammen und zieht mit ihnen vom ländlichen Elternhaus (Drehort Stadt Salzburg, Raum Hellbrunner Allee) zur Oma nach Wien.

Oma und Mama, Papa und seine neue Freundin sollen erstmal selber klarkommen. Denn Charly hat selbst genug damit zu tun, sich in ihrer neuen Schule zu orientieren. Die Hierarchien sind schnell klar, die Zicken vom Dienst entlarvt und in Sitznachbarin Hanna eine Komplizin gefunden. Nicht so recht einordnen lässt sich hingegen der fesche Klassenrabauke Sulzer (Marlon Boess). Hinter der raubeinigen Schale entdeckt Charly schnell eine sensible Seite. Bei einer Party fallen Charly Kondome aus der Tasche, die ihr Hanna zugesteckt hatte – „Sex steht wie ein Furz im Raum“, wie Sulzer dazu bemerkt.

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„Beautiful Girl“: von links „Charly“ (Jana McKinnon), „Carlo“ (Giacomo Pilotti) und Regisseur Dominik Hartl (Bildquelle: http://www.lunafilm.at, Urheber: Petro Domenigg)

Aber da gibt es noch den nicht minder feschen, aber introvertierten Italiener Carlo (Giacomo Pilotti), der das genaue Gegenteil von Mädchenschwarm Sulzer ist. Beide, Carlo und Sulzer, haben noch viel haarsträubendere Familienverhältnisse zu bewältigen als Charly – das schweißt zusammen. Also beginnen die drei im Triumvirat die süßen Verheißungen der Großstadt zu erkunden: Partys, Clubs, antikapitalistisches Randalieren im Einkaufszentrum, Rock’n’Roll. Charly, Sulzer und Carlo sind mittendrin, in einer großartigen Freundschaft mit pulsierendem Soundtrack.

Der nächste Sommer klopft schon an die Tür, da spürt Charly, dass sie sich vielleicht doch einlassen könnte – auf Sex, auf die Liebe? Doch hieße das etwa, dass sie sich entscheiden muss?

Sehr gute Kameraführung und drei professionelle Hauptdarsteller

So ungewöhnlich das Kamera-Duo Andreas Thalhammer und Xiaosu han, so außergewöhnlich das professionelle Auftreten von Jana (geboren 1999, „Charly“), Marlon (geboren 1992, „Sulzer“) und Giacomo (geboren 1998, „Carlo“). „Marlon hat ja schon ein bisschen Schauspielerfahrung, Jana ein bisschen und für Giacomo war es die erste Rolle“ erzählt Regisseur Hartl.

Bei Nah- und Großaufnahmen spürt man die Stimmung der Zerrissenheit zwischen jugendlichem Dasein und Erwachsensein, zwischen Sulzer und Carlo, zwischen Mutter und Vater. Neben den drei jungen Darstellern verblassen die Mutter von Charly (Lilian Klebow) und der Vater (Hary Prinz) die manchmal etwas unnatürlich in ihren elterlichen Reaktionen wirken. Die Oma, gespielt von Dany Sigel, hingegen ist eine sehr authentische „Oma“.

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„Beautiful Girl“: Charly (Jana Naomi McKinnon) und Sulzer (Marlon Boess) (Bildquelle: http://www.lunafilm.at, Urheber: Petro Domenigg)

Mich hat das Zusammenspiel von Filmmusik, Kameraführung und die sehr professionell spielenden drei jungen Hauptdarsteller beeindruckt. Vor allem die Kameraführung ist für eine gewisse melancholische Stimmung im Film verantwortlich. Dafür braucht es Einfühlungsvermögen und ein gutes Auge.

Obwohl sich der Inhalt „nur“ um Freundschaft, Gefühle und Liebe dreht, finde ich ihn durchaus spannend und aussagekräftig. Es gibt da eine Szene in einer Unterrichtsstunde, in der es im Deutschunterricht um eine Buchbeschreibung geht. Charly kann als einzige der Klasse über den Inhalt berichten. Und erklärt auch damit gleichzeitig die Botschaft dieses Films!

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„Beautiful Girl“: von links: Vater von Charly (Hary Prinz), Charly (Jana Naomi McKinnon), neue Freundin des Vaters (Maddalena Hirschal) und seine ehemalige Frau und Mutter von Charly (Lilian Klebow), Aufnahmeort: Wallfahrtskirche Maria Bühel in Oberndorf bei Salzburg (Bildquelle: http://www.lunafilm.at, Urheber: Petro Domenigg)

Information

Beautiful Girl
Ein Film von Dominik Hartl nach dem Roman „Charlottes Traum“ von Gabi Kreslehner
Eine Allegro Film Produktion im Luna Filmverleih
gedreht 2104 in Salzburg, Oberndorf bei Salzburg und in Wien
in Farbe, 94 Minuten
Kinostart: 16. Oktober 2015

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