Ein Olivenöl-Erlebnis-Rezeptbuch auch für Nichtköche

Titelbild von Dario Santangelo

Warum man keine Oliven direkt vom Baum herunter essen kann, warum der Hinweis „erste Kaltpressung“ nicht unbedingt etwas über die Qualität eines Olivenöls aussagt, welchen Unterschied es zwischen einer Sardenaia und einer Focaccia gibt und anderen Fragen wird in diesem Buch auf den Grund gegangen; Bilder wie jene der beiden Brüder, die „i gatti“ – „die Katzen“, genannt werden, Bilder von antiken, faltigen Ölbäumen im Süden Italiens und Appetit anregende, ganzseitige Farbaufnahmen von Gerichten zum Nachkochen, ja, dazu komme ich noch – es ein dreiteiliges „Erlebnisbuch“ über die Vielfalt der italienischen Olivenöle.

 Ein Geschichts-, Bilder- und Rezeptbuch auch für die Augen

Die im niederösterreichischen Mostviertel aufgewachsene Grafik-Designerin und Köchin aus Liebe (nicht nur zu ihrem Mann) Manuela und ihr aus Neapel stammender Mann Dario Santangelo, von Beruf ebenfalls Grafik-Designer, Fotograf und Hobbykoch, haben dieses Buch verfasst.

Die 30 Seiten detaillierte Geschichte über die Olive und das Olivenöl führen von Jahrtausende alten Funden über die Bedeutung des Olivenöls in verschiedenen Kulturen, die wirtschaftliche Entwicklung bis hin zum heutigen Gütesiegel. Das zweite Kapitel widmet sich auf ebenfalls gut 30 Seiten praktischem Wissen über das Olivenöl: über die Frucht an sich, wie viel und welches Öl, was auf einem Etikett wichtig ist oder nicht, über Fettsäuren, die richtige Verkostung und über Mythen und Wahrheiten. Ein so ein Mythos ist, dass man das Extravergine nicht erhitzen darf – das Gegenteil ist der Fall und warum, das steht im Buch. Im dritten Kapitel geht es um Klimawandel, Leidenschaft, Ölbauern und Ölpresser, von denen einige in Wort und Bildern präsentiert werden, samt kleinem Ölproduzenten-Führer – Empfehlungen der Autoren.

Nori-Algen aus Japan, Pancetta steccata, Taggiacsa-Oliven … Rezeptgeheimnisse

Im letzten Teil des Buches gibt es dann 90 Rezepte. Beispielsweise gefüllte Focaccia mit Zucchini, Rindfleischsalat mit Nocellara-Oliven, Bandnudeln mit Sepiatinte, Sepia und Zitronenaroma, gefüllte Spitzpaprika mit Basilikum-Pesto-Tagliolini-Fülle und anderes mehr. Nicht ganz klar komme ich mit manchen Zutaten wie Nori-Algen aus Japan, Pancetta steccata, Taggiacsa-Oliven, Stracchino oder Crescenza-Käse, Navellinas-Orangen u. a.– wo bekomme ich die in Österreich? Welche Alternativen gäbe es dazu? Manche Rezepte klingen einfach, andere kommen mir doch etwas aufwendig vor. Interessant die Seite über Olivenöl als Konservierungsmittel: wie erzeuge ich selbst „Konserven“. Olivenöl kann man auch für Eisdesserts oder mit süßen Gewürzen verwenden. Eierkekse und die „Caserecci“, römische Rotweinkekse mit Nüssen haben auch Olivenöl als Zutat.

Reich bebildert auch etwas für den nicht kochenden Buchleser

Dass vieles abgeleckt wird, also „lecker“ ist, die niederösterreichische Köchin Manuela Santangelo des Buches Schlagsahne und nicht Schlagobers verwendet hat mir jetzt rein sprachlich als Österreicher nicht so gefallen. Doch die wirklich herrlichen Bilder von Dario Santangelo entschädigen jeden nicht kochenden Buchleser wie ich einer bin (ich hätte ja mal das Kochen gelernt, aber meine Frau kocht viel besser). Abschließend über das reich bebilderte „Erlebnisbuch“ seien noch das Rezeptregister, das ordentliche Literaturverzeichnis und einige Internet-Links erwähnt.

Information
Das Gold Italiens
Olio Extravergine d’Oliva
Geschichten, Qualitäten, 90 Rezepte
Manuela und Dario Santangelo
Verlagsgruppe News Medienservice GmbH „Gusto Edition“
ISBN 978-3-903057-02-9
2015 erschienen
228 Seiten mit über 350 Abbildungen 90 Rezepte, Hardcover

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