Attraktionen entlang der Großglockner Hochalpenstraße

Großglockner Hochalpenstraße

Die Großglockner Hochalpenstraße in der Übersicht: die kleinen Bilder von links: Haus Alpine Schau, Edelweißspitze, Glocknerwiese beim Rasthaus Schöneck und Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte

Wer meint, die Großglockner Hochalpenstraße, sei „nur“ eine hochalpine Panoramastraße von 48 Kilometer Länge mit 36 Kehren, die zum Fuße seiner Majestät, dem Großglockner, führe, der irrt sich. Entlang dieser Straße über den Alpenhauptkamm der Hohen Tauern gibt es etliche interessante Ausstellungen – seit 23. Juni 2016 eine neue.

„Faszination Berg“ – Entwicklung des Alpinismus im Haus Piffkar

Piffkar Großglockner Hochalpenstraße Faszination Berge

Piffkar, Ausstellung „Faszination Berge“ über den Salzburger Alpinismus

Wer sich von Salzburger Seite aus die Ausstellungen ansehen möchte, erreicht bereits kurz nach der Kassenstelle in Ferleiten (1 150 m ü. A.) das Piffkar (1 620 m ü. A.). In diesem ehemaligen Straßenwärterhaus gibt es seit 23. Juni 2016 eine neue Ausstellung über die Geschichte des Salzburger Alpinismus zu sehen. Während man im 19. Jahrhunderts „unten im Tal“ in Bad Fusch kurte,   bestieg 1841 der Salzburger Fürsterzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg mit Pfarrer A. Embacher und fünf Begleitern von Ferleiten aus das Große Wiesbachhorn (3 564 m ü. A.). Es ist dies der höchste Berg, der sich zur Gänze im Land Salzburg befindet.  Im selben Jahr wurde auch der offiziell höchste Berg Salzburgs, der Großvenediger (3 657 m ü. A.) zum ersten Mal bestiegen. Er befindet sich am Alpenhauptkamm auf der Grenze Salzburg – Osttirol.

Das mit den Erstbesteigungen ist allerdings so eine Sache. Meist waren Bauern oder Jäger schon vor einer offiziellen Erstbesteigung auf den meisten Gipfeln unserer Alpen gewesen.  Jedenfalls stellten diese Pioniertaten mangels entsprechender Ausrüstung, Landkarten, Wege und Markierungen höchste Anforderungen an die damaligen Bergsteiger und bargen erhebliche Risiken. Davon berichtet diese Ausstellung.

Bergriesen Wiesbachhorn Großglockner Hochalpenstraße

„Bergriesen“ Ausstellung beim Haus Alpine Naturschau: Blick zum Großen Wiesbachhorn (Hintergrund Bildmitte) (Fotocredit: Pressefoto Neumayr – Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Haus Alpine Naturschau

Fährt man vom Piffkar weiter, gelangt man zur Informationsstelle Hochmais (1 850 m ü. A.) mit Schautafeln, die zum Thema „Gletscher, das Rotmoos [unten im Ferleitental und von der Stelle aus sichtbar] und die Höhenstufen der Vegetation“.

Wiesbachhorn Hexenküche

„Hexenküche“, ein zerklüftetes Felssturzgebiet, dahinter das Große Wiesbachhorn

Durch die „Hexenküche“, einem zerklüfteten Felssturzgebiet, geht die Fahrt weiter zum „Haus Alpine Naturschau“ auf 2 260 m ü. A. In diesem ehemaligen Baulager befinden sich ein alpines Forschungszentrum und eine naturkundliche Schau über Pflanzen, Tiere und Mineralien in den Hohen Tauern. Im Freien führt ein Weg zur Ausstellung „Bergriesen“. Ein rund drei Meter hoher und durch einen Sichtspalt geteilter Monolith bündelt den Blick auf das Wiesbachhorn. Informationen mit Höhenvergleichen aus dem technischen Bereich sowie aus dem Naturbereich verdeutlichen dem Besucher den enormen Höhenunterschied.

Motorsportgeschichte am höchsten Punkt der Straße

Edelweißspitze

Im „Bikers Point“ auf der Edelweißspitze

Vom „Haus Alpine Naturschau“ führt die Straße durch das sogenannte „obere Nassfeld“ auf einen Sattel, von dem einerseits die 1,6 km kurze Edelweißstraße auf die Edelweißspitze führt, andererseits die Großglockner Hochalpenstraße weiter in Richtung Fuscher Törl und Hochtor verläuft.

Die Edelweißspitze ist mit 2 571 m ü. A. ist der höchste befahrbare Punkt der Großglockner Hochalpenstraße. Bei schönem Wetter hat man von dort einen herrlichen Rundblick über 37 Dreitausender und 19 Gletscherfelder. Auf der Edelweißspitze befindet sich der „Bikers Point“ für Motorradfahrer. Eine Ausstellung informiert über die drei internationalen Automobil- und Motorradrennen 1935, 1938 und 1939 auf der Großglockner Hochalpenstraße.

Gedenkzeichen, Greifvogelstation, Straßenwärterhaus und geologischer Lehrweg

Mankeiwirt Gasthof Fuscherlacke Murmeltier

Herbert Haslinger, Mankeiwirt vom Gasthof Fuscherlacke, mit einem Murmeltier, im Hintergrund das Straßenwärterhaus und darüber die Edelweißspitze

Das Fuscher Törl ist ein Felsdurchbruch auf 2 428 m ü. A. zwischen dem Törlkopf und dem Futterkar. Neben einem Parkplatz mit Aussichtspunkt befindet sich dort auch ein Gedenkzeichen in Erinnerung an die während des Baus der Straße durch Unglücke ums Leben gekommenen Arbeiter und Ingenieure.

Vom Fuscher Törl führt die Panoramastraße zunächst etwas bergab zur Informationsstelle Greifvögel (2 320 m ü. A.). Mit etwas Glück kann man auch selbst Greifvögel am Himmel beobachten. Nochmals einige Meter weiter erreicht man die Fuscher Lacke. Der Besitzer des Gasthofes Fuscher Lacke, auch „Mankeiwirt“ genannt, Herbert Haslinger hat sein Leben den Murmeltieren verschrieben. Mankei ist ein Dialektausdruck für Murmeltier. Er pflegt kranke Murmeltiere und meist wohnt auch eines dieser putzigen Tiere bei ihm, das er dann bereitwillig seinen Gästen zeigt.

Im Straßenwärterhaus bei der Fuscher Lacke: der Einkaufsladen am Berg von seinerzeit

Gegenüber des Mankeiwirts befindet sich der kleine Bergsee Fuscher Lacke. Ein Spaziergang um ihn herum dauert nicht lange, bietet aber je nach Jahreszeit wunderschön blühende Alpenpflanzen und manchmal hört man auch ein Murmeltier pfeifen. Kurz vor dem Parkplatz steht eine Lore auf ein paar Metern Schiene. Mit solchen Loren haben die Arbeiter von 1930 bis 1935 zunächst gesprengten und zerkleinerten Fels an der Straße als Straßenunterlage verteilt. Mehr über die anstrengende und nicht ungefährliche Arbeit sowie über die Lebensumstände der Arbeiter im Hochgebirge zeigt eine Ausstellung im Straßenwärterhaus am Parkplatz Fuscher Lacke. Man erfährt auch etwas vom Erbauer dieser Straße, Hofrat Ing. Franz Friedrich Wallack (* 1887, † 1966).

Nun steigt die Straße wieder an und bereits kurz nach der Fuscher Lacke in Richtung Kärnten kann man sich bei einer geologischen Informationsstelle (2 290 m ü. A.) über Gestein und Untergrund im Glocknergebiet informieren. Die Straße folgt nun weitgehend der alten Trasse über die schon Römer und Säumer zogen, später auch Wallfahrer der Jahrhundertealten Glocknerwallfahrt (jeweils am 28. Juni, am Vortag des kirchlichen Festtages der Apostel Petrus und Paulus – Peter und Paul).

Passheiligtum Hochtor

In der Ausstellung „Passheiligtum Hochtor“: antike Schuhsohlen

 „Passheiligtum“ Hochtor

Durch den Mittertörltunnel geht es zum Scheitelpunkt und der Passhöhe der Großglockner-Hochalpenstraßen-Durchgangsstraße von Salzburg nach Kärnten durch den Hochtortunnel (2 504 m ü. A.). Am Südportal sollte man sich die Ausstellung „Passheiligtum Hochtor“ anschauen. Sie ist eine Zeitreise durch die Jahrtausende, in der der Hochtor-Übergang die kürzeste Handelsroute zwischen Nord und Süd darstellte. Die Ausstellung erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff Bergkristall und von den Goldbergwerken entlang der Straße.

Raststation Kasereck

Raststation Kasereck, im Hintergrund wolkenumhangen der Großglockner

Gletscherstraße

Vom Hochtor führt die Großglockner Hochalpenstraße hinunter ins Mölltal nach Heiligenblut in Kärnten. Beim Kreisverkehr Guttal (1 859 m ü. A.), dem angeblich höchstgelegenen Kreisverkehr Europas, zweigt von der Durchgangsstraße die Gletscherstraße ab. Diese acht Kilometer lange Stichstraße führt hinauf auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2 369 m ü. A.) bei dem Gletscher Pasterze am Fuße des höchsten Berges Österreichs, dem Großglockner (3 798 m ü. A.).

„Wunderwelt Glocknerwiese“ bei der Raststation Schöneck an der Gletscherstraße

Wer hier nun weiter talwärts nach Heiligenblut fährt, kommt noch vor der Kassenstelle an der Informationsstelle Kasereck (1 911 m ü. A.) vorbei, die zum Thema „Natur- und Kulturlandschaft Oberes Mölltal“ informiert.

Wer der Gletscherstraße folgt, gelangt zunächst zum Lehrweg über die Glocknerwiesen bei der Raststätte Schöneck (1 953 m ü. A.). Dieser Lehrweg führt über eine Bergwiese, deren Besuch besonders in den Monaten Juni bis Anfang August zu empfehlen ist. In dieser Zeit blühen zahlreiche Alpenblumen auf der Wiese.

Höchstgelegene Automobilausstellung der Welt

Vorbei am Glocknerhaus und der „Elisabethruhe“, benannt nach Kaiserin Elisabeth von Österreich, die gemeinsam mit ihrem Mann Kaiser Franz Joseph I. am 7. September 1856 hier rasteten, gelangt man zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

125 Jahre Automobilismus, Großglockner Hochalpenstraße auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

125 Jahre Automobilismus, Dauerausstellung an der Großglockner Hochalpenstraße auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Besucherzentrum: Helmut Vötter vom Vötter Fahrzeugmuseum Kaprun neben dem Benz Patent Motorwagen Nr. 1 (1886) am Tag der Eröffnung der Ausstellung (7. Juli 2011)

Seit Sommer 2011 dokumentiert die Ausstellung „125 Jahre Automobilismus – Die Erfolgsgeschichte des Automobils“ auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Ende der Gletscherstraße die Erfolgsgeschichte des Automobils als höchst gelegene Automobilausstellung der Welt. Im ersten Stock wird die Automobilgeschichte an Hand des zweiten Marcus-Wagen aus dem Jahr 1888/89 geschildert. Die Motorradausstellung im zweiten Stock bietet jährlich wechselnde Zweiradraritäten. Und im dritten Stock stehen dann rund 20 Automobile aller Jahrzehnte (jährlich wechselnde Ausstellungsobjekte), wie beispielsweise der Benz Patent Motorwagen Nr. 1 aus dem Jahr 1886, ein Ford TT (zwischen 1908 und 1927 gebaut), der Ur-Audi-Quattro (1984), ein VW mit Bretzelfenster (1954) oder ein nachgebauter Steyr 100. Mit diesem Typ erfolgte 1934 die Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße durch den Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl und dem Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, Hofrat Ing. Franz Wallack, die die noch nicht fertige Alpenstraße erstmals überquerten.

Im Besucherzentrum gibt es neben der Automobilausstellung eine Nationalpark-Informationsstelle, einen „Kraftraum“, das Glockner-Kino mit dem Kurzfilm „Großglockner Impressionen“ des Filmkünstlers Georg Riha sowie wechselnde Ausstellungen zu den Themen Wasser, Gletscher und Eis.

Gletscherbahn Pasterze

Gletscherbahn Pasterze (Fotocredit: Bernhard Graessl, GROHAG)

Pasterze, Beobachtungswarte, Gamsgrubenweg und der Kaiser Franz Josef

Neben den Ausstellungen bietet die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aber auch die Möglichkeit der Wanderungen im Freien. Von ihr führt die Gletscherbahn Pasterze (die einzige kostenpflichtige Attraktion an der Straße – der Eintritt in alle anderen genannten Ausstellungen ist im Mautpreis inbegriffen) in Richtung Pasterze hinunter. Einst endete sie am Gletscherrand. Heute muss man noch ein Stück zu Fuß weitergehen, um die Pasterze und den Pasterzen-Lehrweg zu erreichen. Für einen Besuch der Pasterze muss man mit der Gletscherbahn eine Stunde einplanen, geht man die gesamte Strecke zu Fuß, dann etwa zwei Stunden.

Großglockner Gipfelregion

Die Großglockner Gipfelregion (die Erklärungen gibt es im Salzburgwiki unter http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Gro%C3%9Fglockner_Gipfelregion)

Bergwärts führt der teilweise in den Fels geschlagene Gamsgrubenweg oberhalb der Pasterze entlang. In den Tunnels zu Beginn des Weges erleben die Besucher die Darstellung der „Pasterzen-Sage“ und Installationen zu den Themen Wasser, Gold und Kristall. Ist man dann im Freien angelangt hat man bei schönem Wetter wunderbaren Ausblick auf den Großglockner, die Glocknerwand, den Johannisberg und die Pasterze – ein hochalpines Panorama! Diese Wanderung dauert etwa zwei bis drei Stunden und führt durch das Sonderschutzgebiet Gamsgrube bis zum Wasserfallwinkel.

Alpendohle

Alpendohle über der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Eine kurze Wanderung führt über den Kaiserstein-Weg vorbei an jenem Punkt, den Kaiser Franz Joseph I. seinerzeit 1856 erreichte, zur Wilhelm-Swarovski-Beobachtungswarte. Kurz danach stand das Kaiser-Franz-Josefs-Haus (Hotel), das im September 1997 abbrannte und nicht wieder errichtet wurde. Für diese Wanderung sollte man 30 bis 45 Minuten vom Besucherzentrum aus rechnen. Im Anschluss kann man entweder im Panorama-Restaurant Kaiser Franz-Josef-Haus einkehren oder im Restaurant beim Besucherzentrum. In beiden Fällen kann man das imposante Glocknerpanorama mit Pasterzenblick genießen und meist Alpendohlen bei ihren eleganten Segelflügen in der Luft beobachtet. Diese intelligente Vögel holen sich auch gerne einmal einen Happen von einem Teller, wenn die Gäste aufgestanden sind.

Übernachten an der Großglockner Hochalpenstraße

Bei dieser Fülle an Ausstellungen und den in diesen Artikel noch gar nicht beschriebenen Wander- und Spazierwegen entlang der Großglockner Hochalpenstraße empfiehlt sich eine Übernachtung am Berg. Welche Möglichkeiten es gibt, darüber gibt diese Seite im Internet Auskunft. Im Sommer sollten Sie aber unbedingt Ihr Zimmer im Voraus reservieren! Übrigens, mit der Bezahlung Ihrer Maut können Sie so lange am Berg bleiben, bis sie wieder eine der beiden Kassenstellen passieren – also einen, zwei, drei … Tage.

Weitere Informationen über die Großglockner Hochalpenstraße auf deren Homepage www.grossglockner.at sowie im Salzburgwiki mit zahlreichen Beiträgen von einst und jetzt rund um die seit 2015 unter Denkmalschutz stehende wohl schönste Panoramastraße der Ostalpen.

Weitere Bilder von der Großglockner Hochalpenstraße unter diesem Link in meiner Bilderplattform.

24. Juni 2016, 13 Uhr: Blick von der Webcam auf der Edelweißspitze nach Westen. Unter dem Link http://edelweissspitze.panomax.at/ kann man aktuell die Bilder abrufen, in der Menüleiste unter dem Bild rechts „Berggipfel“ anklicken, dann werden die Namen eingeblendet

Übersichtskarte Attraktionen an der Großglockner Hochalpenstraße

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