Am Tagliamento. Entdeckungen zwischen Alpen und Adria. Ein Buch.

Titelbild „Am Tagliamento, Entdeckungen zwischen Alpen und Adria“ von Werner Freudenberger

Italien | Friaul | 15. Mai 2017 | Dem Tagliamento bin ich in den 1980er Jahren erstmals begegnet. Später habe ich mich einmal mit drei Reisebussen in und durch das ausgetrocknete Flussbett verirrt.  Ein anderes Mal las ich von Urlaubern, die bei schönem Wetter auf einer Schotterinsel mitten im Flussbett ihr Zelt aufgestellt hatten und nach heftigen Gewittern von der Wasserrettung geborgen werden mussten. Die Fluten waren in kurzer Zeit um Meter höher geworden. Ja, das ist der Tagliamento, von dem Werner Freudenberger in seinem Buch schreibt. Ich habe es gelesen.

Manchmal etwas zu langatmig geschrieben, aber für Wanderer sicherlich zu empfehlen

Fast 200 Seiten über Wanderungen, Erlebnisse und Besichtigungen entlang eines nur 172 Kilometer langen Flusses, dem Tagliamento. 14 Touren beschreibt der Autor, dem man die Liebe zu diesem Fluss beim Lesen anmerkt.

30 Seiten am Anfang des Buches geben dem Leser einen Überblick über den Fluss, sein Ökosystem, die Wander- und Radfahrmöglichkeiten sowie über Geologie und Geografie. Rund 80 Seiten widmet der Autor dann dem Verlauf des Flusses von seiner Quelle bis er in die furlanische Tiefebene austritt. Er schreibt von Schluchten, Sprachinseln, Straßenhändlern und anderem aus diesem Teil des nördlichen Friaul. Zwar meint der Autor, dass der Leser wahrscheinlich durch das Kanaltal zum Tagliamento anreisen wird und bietet daher etwa zehn Seiten Information zur Fella. Aber das ist ein Nebenfluss des Tagliamento und so gesehen passt das Kapitel nicht ganz ins Buch. Zugegeben, es bietet gute Information, doch müsste der Autor auch dann andere Nebenflüsse beschreiben. Denn ein Tiroler wird möglicherweise auf einer anderen Route anreisen, ebenso ein Schweizer oder jene aus dem Bodenseeraum. Ich erkläre mir das ausführliche Kapitel über die Fella aber mit seiner ganz offensichtlichen Leidenschaft zum Norden des Friaul.

Doch noch ein Blick in die Kapitel des Unterlaufs des Tagliamento. Da gibt es Information über die Unberechenbarkeit des Flusses vor allem nach Gewittern, über Gänsegeier und Krähen, die Magerwiesen, den Schriftsteller Pier Paolo Pasolini, die Seidenraupen, den Schriftsteller Hemingway und anderes. Gegen Ende des Buches finden sich Notizen zur Geschichte, über Kulinarisches samt vier Rezepten (z. B. Karnische Teigtaschen).

Farblich unterschiedlich in Infokästen dargestellt werden Wandertipps, Sehenswertes, Übernachtungs- und Einkehrtipps sowie Beschreibungen von Erwähnenswertem (z. B. vom mittelalterlichen Talerfest in Gemona). Bei jeder Tour gibt es eine Übersichtskarte. Diese ersetzen aber nicht bessere Detail- oder Wanderkarten. Dazu gibt es in einem Infokasten Streckenlängenangaben, Stützpunkte und Besonderheiten.

An manchen Stellen des Buches wurde mir der Text etwas zu langatmig, anderseits bieten diese oft sehr detaillierten Beschreibungen dem interessierten Wanderer sehr viel Information. Je weiter man in den Süden des Flusslaufes gelangt, desto kürzer werden die Beschreibungen. Jedenfalls ist das so mein Gefühl. Das zeigt mir, dass der Autor sich im Oberlauf des Flusses wohler fühlt. Für Freunde des Friaul sicherlich ein lesenswertes Buch, für Wanderer sehr empfehlenswert.

Information

Am Tagliamento
Entdeckungen zwischen Alpen und Adria
Werner Freudenberger
März 2017 im Styria Verlag erschienen
ISBN 978-3-222-13549-1

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