Insel Rügen neu entdecken – ein Buch, das dazu Lust macht

Das Titelbild zeigt das Kurhaus im Seebad Binz an der Ostküste der Insel (Bildquelle Verlag Delius Klasing)

  1. Oktober 2017  | „Wir sind Rügen!“ So wirbt die Insel ziemlich selbstbewusst. Aber: Die Rüganer haben ja so recht! Die größte deutsche Insel der Ostsee hat nicht nur verschiedenste Landschaften, sondern auch insgesamt 60 Kilometer feinsten Sandstrand und 42 Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten, vorzuweisen. So gibt es einen modernen Fähr- und Industriehafen, altmodische Fischerdörfer oder mondäne Seebäder, dazu diverse Gutshöfe und ein Jagdschloss. Maik Brandenburg, Kolumnist der Zeitschrift mare, porträtiert in diesem Buch nicht nur die Vielfalt der Insel, sondern auch ihrer Bewohner.  Ich habe das Buch gelesen und bin davon begeistert, korrekterweise – von der Insel Rügen!

Waren Sie schon auf Rügen?

Ich war noch nie auf der Insel Rügen. Aber nachdem ich die Texte von Maik Brandenburg gelesen und die Bilder von Harald Schmitt gesehen habe, möchte ich gerne einmal die Insel besuchen.

In sieben Kapiteln und mit mehr als 100 Bildern beschreiben die beiden diese Insel. Wobei mir besonders die Texte gefallen. Brandenburg prahlt nicht, übertreibt nicht, sondern schildert „seine Insel“, seine Erlebnisse, seine „schönsten Ecken“. Er war auf ihr aufgewachsen, zog nach dem Mauerfall von ihr fort und kehrte wieder auf sie zurück.

Er berichtet von einem Fotografen, der ab 1903 das bunte Urlaubsleben auf der Insel in Bildern festhielt; er beschreibt „den letzten seiner (B)Art“, den mit dem Schifferbart auf Mönchsgut, lässt den Leser bei einem Winterspaziergang frieren (wozu auch die stimmungsvollen Bilder beitragen); im Beitrag über die Freizeit- und Sportmöglichkeiten informiert er über die Rinderrasse der Galloways als natürliche Hindernisse am Golfplatz; er beschreibt den ersten Rügenmaler aus dem 18. Jahrhundert und besucht den lebenden „Romantiker in siebter Generation auf dem Vilm“; er erklärt, was es mit dem Posaune spielenden Prediger am Ufer auf sich hat; er stellt einen „Wasserbauer“ vor, der ein schwimmendes Feriendorf errichtet hatte – weil das damals genehmigungsfrei war; von Briesemeisters Liebe zu Pferden und seiner Haflingerzucht wird in diesem Buch geschrieben und Brandenburg erzählt, wie man atlantische Lachse fängt. Doch das sind nicht alle Beiträge in diesem wunderbaren Buch! Schilfdecker, Revitalisierung einer Familienvilla, „Laubsägenbarock“ von einem Balkonschnitzer und und und.

Ein textlich und bildlich sehr gelungenes Portrait der Insel

Ein Kapitel „magisches Eiland“, ein Kapitel über die Rügener Küche oder eine kleine Übersicht, die sich da nennt „was, wann, wo zu finden ist“ (Adressen) vervollständigen das umfassende Bild der Insel. Doppel- und ganzseitige Farbbilder zeigen verschiedene Jahreszeiten, Stimmungen, Personen, Orte und andere Motive auf und von der Insel. Im vorderen und hinteren Einband gibt es eine Übersichtskarte von der Insel mit kleinen Bildern, die zu den entsprechenden Orten mit Pfeil hinweisen, über die im Buch berichtet wird. Maik Brandenburg hat einen angenehmen Schreibstil, die Texte sind nicht zu lang und doch interessant gehalten. Harald Schmitt weiß die Menschen und Motive auf der Insel ins richtige Licht mit dem passenden Ausschnitt zu präsentieren.

Ein rundherum gelungenes Buch, das die Insel Rügen abwechslungsreich darstellt und doch so beschreibt, dass ich als Leser Lust auf einen Besuch dort bekomme.

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