Golf von Neapel und Cilento – zwei Reiseführer des Michael Müller Verlags

Im Cilento: Strand von Palinuro mit Blick nach Norden, ganz leicht erkennt man noch die Halbinsel von Sorrent (© 2009 Gino Cianci, Fototeca ENIT).

Italien | Kampanien | 6. Dezember 2017 | Mit der Dorfjugend in einer Camorra-Hochburg hatte er belegte Brote gegessen, damals bei seiner ersten Reise an den Golf von Neapel. Später fuhr er mit einem betagten FIAT ins Hinterland im Cilento. Beide Erlebnisse beschreibt der Reiseführer-Autor Andreas Haller einleitend in den beiden von mir nun näher beschriebenen Reiseführern über Gebiete in Süditalien.

Der Cilento: oben: Tempel in Paestum, unten Pollica (© Andreas Haller, Michael Müller Verlag)

Der Cilento, abwechslungsreich und vielseitig

Fährt man auf der Autostrada del Sole an Neapel, den Vesuv und Salerno in den Süden, gelangt man in den Cilento. Etwas kleiner als das österreichische Bundesland Vorarlberg bietet dieser Landstrich, der zur Provinz Salerno gehört, viel Abwechslung. Es sind einerseits die Strände, andererseits das bergige Hinterland, die den Cilento zu einem Ganzjahresziel machen. 1991 wurden bedeutende Teile des Gebietes zum Nationalpark (Nationalpark Cilento und Vallo di Diano), 1998 zum UNESCO-Welterbe der Menschheit erklärt.

Der Autor scheint sich viel im Hinterland „herumgetrieben“ zu haben. Denn er entführt den Leser nicht nur zu Aussichtspunkten oder in kleine Dörfer, sondern er bietet auch 14 Wanderungen an. Bei jeder Wanderung findet sich eine Übersichtskarte. Er besteigt für den Leser den „Heiligen Berg“, den 1705 m hohen Monte Gelbison. Ist die Sicht klar, kann man von dort sogar noch Capri und die Amalfi-Küste im Dunst erkennen. Was der Ausdruck „springender Punkt“ mit dem Cilento zu tun hat, erfährt der Leser ebenso wie etwas über die „eleatische Philosophenschule“.

Santuario di Novi Velia am Monte Gelbison (1705 m ü. A.), dem “Heiligen Berg“ (© 2009 Gino Cianci, Fototeca ENIT)

Ich staunte auch, was Haller da so unter „Sehenswertes“ in den Dörfern zusammengetragen hat. Natürlich sind nicht alles „Weltwunder“, aber genau das macht ja das echte Italien so liebenswert – Kleinode und Altes. Auch gibt es beispielsweise eine Tropfsteingrotte zu besichtigen.  Sogar ein winziges Lokal hat Haller entdeckt, in dem das Menü nur etwa 15 Euro kostet.

Auf über 270 Seiten verstecken sich viele Tipps, gute Bilder und viel Erfahrung des Autors. Ich selbst war noch nie im Cilento, aber an Hand dieses Führers kann ich mir ein gutes Bild von diesem Landstrich machen.

„Golf von Neapel“: oben: Sant’Angelo auf Ischia; unten: Insel Procida mit ‚Terra Murata‘ (© Andreas Haller, Michael Müller Verlag)

Dieser Führer für den Golf von Neapel erscheint frischer und aktueller als die letzte Ausgabe und Haller bietet viele Tipps darin

Diese Ausgabe hat zwölf Seiten mehr als die letzte aus dem Jahr 2014 von Michael Machatschek; diese Ausgabe hat „gefühlt“ mehr Bilder, jedenfalls scheinen sie sehr aktuell und sind aussagekräftig. Diese Ausgabe hat dafür weniger Wandervorschläge als die letzte Ausgabe, was ich aber nicht nachteilig sehe. Denn wer einen Wanderurlaub plant, wird wohl weder mit den 21 Vorschlägen der Ausgabe 2014 noch mit den zwölf der neuen Ausgabe sein Auslangen finden. Bei den Beiträgen „Alles im Kasten“, also den „G’schichtln“ (Geschichten), waren es bei der letzten Ausgabe 45 Beiträge, bei dieser 29 – doch fast alle sind neue Geschichten.

Insgesamt wirkt diese Ausgabe 2017 frischer und aktueller. Schon die Einleitung, in der sich der Autor präsentiert, ist sympathisch und italophil. Er gibt auch immer wieder Tipps (so beispielsweise: auf der Amalfitana besser nicht mit eigenem Auto fahren, vor allem nicht am Wochenende – da sind hunderte Radfahrer unterwegs und jede Kurve wird zu einem Abenteuer) und Hinweise (bei den Eisenbahnen im Golf von Neapel gibt es Tarife für Einheimische und Touristen; teilweise günstiger in Deutschland die Fahrkarten zu kaufen).

Der Hafen von Sorrent mit Blick auf die Stadt, die auf einem Felsplateau liegt (© Gino Cianci, Fototeca ENIT)

Neu ist auch eine aufklappbare Übersichtskarte im Maßstab 1:200.000, gut zur Orientierung, ersetzt aber nicht eine ordentliche Straßenkarte. Neu ist auch eine zweiseitige Übersicht über „kulturelle Highlights“, von Ausgrabungsstätten über Museen, Gärten, Parks, Kirchen, Klöster bis hin zu Schlössern und Burgen und anderem. Seitenverweise helfen dem Leser, sofort zum Artikel zu gelangen. Ich kann diesen Führer nur empfehlen.

Buchdaten der im Michael Müller Verlag erschienenen Reiseführer

Cilento
Andreas Haller
3. Auflage 2015
ISBN 978-3-95654-035-6

Golf von Neapel
Andreas Haller
1. Auflage 2017
ISBN 978-3-95654-640-2

Santuario di Novi Velia am Monte Gelbison (1705 m ü. A.), dem “Heiligen Berg“ (© 2009 Gino Cianci, Fototeca ENIT)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.