Das Titanic Bordbuch macht Lust auf eine luxuriöse Seereise

Titelbild Buch „Das Titanic-Bordbuch. Eine Handreichung für Passagiere“ (© 2017 Delius Klasing Verlag Bielefeld)

Neumarkt am Wallersee | 13. Dezember 2017 | „Das Titanic-Bordbuch“ aus dem Delius Klasing Verlag wirft zwar kein neues Licht auf den Untergang des berühmtesten Passagierschiffs der Welt, aber ein erhellend anderes. John Blake, ehemaliger Offizier der Royal Navy und Autor von seehistorischen Büchern, hatte einen verblüffenden Einfall: eine fiktive „Handreichung für Passagiere“ zu verfassen, die nicht vom bekannten Ende der Schiffsreise ausgeht, sondern von deren Anfang.

Zusammenstellung aus Prospekten und Publikationen der Reederei White Star Line

John Blake bedient sich einer Fülle historischer Dokumente, von den Bauplänen und der Ausstattung des Schiffes bis zum Werbematerial von damals. Versetzen wir uns also in das Jahr 1911. Die Menschen sind von der Publicity, die die White Star Line für ihr Flaggschiff entfacht hat, begeistert. In den beiden ersten Kapiteln lesen wir bis in das kleinste Detail, wie dieser Luxusliner konzipiert und konstruiert wurde. Im dritten Abschnitt machen wir uns mit der Ausstattung an Bord vertraut. Und wir erfahren von unseren Mitreisenden, von deren sozialer Stellung und Ansprüchen an Komfort und Exklusivität. Aufgeführt werden die Passagierlisten der ersten und zweiten Klasse samt Reiseinformationen und Speiseplan.

Das Hauptreppenhaus in der RMS Titanic (Quelle commons.wikimedia.org und public domain)

Sicherheit war der White Star Line ein sehr wichtiges Anliegen.

Die Passagiere der ersten Klasse waren bereit, für die Jungfernfahrt nach heutigem Geld 72.000 Euro hinzublättern. Der Reederei ging es schon vorher um möglichste Sicherheit und verzichtete auf das „Blaue Band“ für die schnellste Atlantiküberquerung. Das vierte Kapitel gibt Hinweise zu den Bereichen Betrieb, Sicherheit und Navigation.

„À la Carte“-Restaurant des italienischstämmigen Chefkochs Gaspare Gatti auf dem B-Deck (Quelle commons.wikimedia.org unter public domain)

Dieses Büchlein ist wie eine Zeitreise aus der Blütezeit der Luxusliner

Ich habe das Büchlein gelesen und meine … Es ist ein rein fiktiver „Leitfaden“ den John Blake über die RMS Titanic zusammengetragen hat, wie er selbst im Vorwort schreibt. Es geht ihm dabei überhaupt nicht um den Untergang dieses Schiffes, sondern um seine Entstehung, seine technische Ausstattung, sein drei-Klassen-System, den Komfort und Luxus an Bord. Blake beschreibt das Schiff vom Rumpf bis zum obersten Deck, mit Deckplänen (allerdings etwas sehr klein abgedruckt und nur mit Lupe lesbar), Speisekarten aller drei Klassen, Bilder sowohl in Schwarzweiß als auch zeitgenössische Zeichnungen oder Gemälde. Da es ja ein Schwesternschiff gab, die Olympic, sind auch manche Bilder aus diesem baugleichen und nur wenige hundert Bruttoregistertonnen kleineren Schwesternschiff.

Luxuskabine B-58 im Louis-Seize-Stil, Fotografie an Bord der Titanic (Quelle commons.wikimedia.org unter public domain)

Man kann die Passagierliste der ersten Klasse nachlesen, es gibt die Leitfäden für die Passagiere in allen drei Klasse zu lesen sowie Beschreibungen von Ausstattungsdetails, Einrichtungen und von Besonderheiten an Bord wie Hallenbad oder Squashhalle. Auch die technisch unterschiedlichen Belüftungs- und Beheizungssystem werden in diesem Buch geschildert, welche Überlegungen in der Anordnung der Heizkessel und Kohlebunker stecken und vieles mehr. Flaggensignale und Register finden sich am Ende des Buches. Schnittzeichnungen, Listen mit Schiffsgrößenvergleichen, Pläne von Restaurants und Zimmer zusammen mit den Bildern ergibt das Buch ein faszinierendes Bild des damals größten und modernsten Kreuzfahrtschiffs der Welt.

Die Übersetzung aus dem Englischen ist manchmal recht unterhaltsam

Klaus Neumann aus Hamburg hat alles aus dem Englischen übersetzt, was manchmal ganz unterhaltsam klingt. Es handelt sich ja beim Buchinhalt um Texte aus Prospekten und Publikationen der Reederei White Star Line aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Aber so erlebt der Leser die Euphorie, die Bewunderung und den Stolz, die dieses Schiff vor seiner ersten und letzten Reise weltweit auslöste.

Man hätte vielleicht verlagsseitig ein etwas größeres Buchformat wählen können. Denn die kleinen Seiten sind mit sehr kleiner Schriftgröße gedruckt. Als Brillenträger hatte ich da so meine Leseprobleme. Doch abgesehen davon finde ich das Buch spannend und unverzichtbar für Freunde der Geschichte der Seefahrt.

Daten zum Buch

Das Titanic-Bordbuch
Eine Handreichung für Passagiere
1. Auflage
128 Seiten, 27 Fotos (farbig), 30 Fotos (s/w),
Format 12,9 x 18,7 cm, gebunden
ISBN 978-3-667-11079-4
Delius Klasing Verlag, Bielefeld

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