Frankreich: UNESCO-Auszeichnung und neue Impulse für den Tourismus

 Elsass, Strasbourg - Palais du Rhin © Philippe de Rexel OTSR

Elsass, Strasbourg – Palais du Rhin, ehemals Kaiserpalast, heute ‚Théâtre national de Strasbourg‘ © Philippe de Rexel OTSR

Frankreich | Salzburg | 12. März 2018 | Anlässlich der 41. Sitzung des UNESCO-Komitees in Krakau im Juli 2017 wurden weltweit 21 neue Kultur- und Naturgüter aufgenommen. Zwei von ihnen liegen in Frankreich, somit zählt das Land nun 43 UNESCO-Welterbestätten: weitere Teile von Straßburg und Taputapuātea, Polynesische Inseln.

Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt, eine europäische Stadtszenerie [Erweiterung der bestehenden Stätte „Straßburg – Grande-Île“]

Die 1988 in die Welterbeliste aufgenommene Stätte bestand bisher aus dem um das Straßburger Münster entstandenen historischen Zentrum der Stadt auf der Grande-Île. Die Erweiterung umfasst nun die Neustadt, ein Planviertel, das unter deutscher Verwaltung (1871-1918) angelegt wurde. Die Neustadt wurde nach dem Model des Stadtplaners Georges-Eugène Haussmann angelegt. Die Gebäude des Viertels wurden nach deutschem Vorbild gebaut. Dieser doppelte Einfluss hat ein unverwechselbares Stadtbild hervorgebracht, in dem die vom Münster ausgehend angelegten Sichtachsen eine einzigartige Stadtlandschaft rund um die Gewässer und Kanäle schaffen. Diese Anerkennung besiegelt auch die Versöhnung der deutschen und französischen Identitäten Straßburgs, welche die Stadt zur natürlichen Wiege des Europas von morgen macht.

Französisch Polynesien: Taputapuātea &emdash; Taputapuātea - Blick von Te Ava Mo'a © SCP

Taputapuātea – Blick von Te Ava Mo’a © SCP

Taputapuātea

Die Region Taputapuātea liegt auf der Insel Raiatea im Zentrum des Polynesischen Dreiecks. Dieses großräumige Gebiet im Pazifik mit verstreuten Inseln wurde als eine der letzten Regionen der Erde vom Menschen besiedelt. Zur Stätte gehören zwei bewaldete Täler, ein Teil einer Lagune und eines Korallenriffs sowie ein Streifen offenes Meer. Im Herzen der kulturellen und marinen Landschaft befindet sich der Marae Taputapuātea, eine Anlage mit politischer und zeremonieller Bedeutung, auf der auch Bestattungsriten durchgeführt wurden. Der Marea besteht aus einer gepflasterten Plattform, in dessen Mitte ein hoher Stein errichtet wurde. Die in Polynesien weit verbreiteten Marae waren Orte des Austausches zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Vorfahren. Taputapuātea ist ein außergewöhnliches Zeugnis von 1 000 Jahren der Mā’ohi-Zivilisation.

 Taputapuātea &emdash; Taputapuatea - Marae im Hirivarigebiet © SCP

Französisch Polynesien: Taputapuātea, Taputapuatea – Marae im Hirivarigebiet © SCP

Ziel 2020: 100 Mio. ausländischer Touristen

Diese zwei neuen Anerkennungen dürften auch die positive Dynamik der französischen Tourismusindustrie unterstützen, die am 11. Juli vom französischen Außenminister, Jean-Yves Le Drian, in Monets berühmtem Seerosengarten in Giverny hervorgehoben wurde.

In seiner ersten Rede zu diesem Thema stellt er klar, dass der Tourismus wie in der vorigen Regierung eine vorrangige Stelle einnehmen wird. „Die Tourismusbranche stellt einen erheblichen Trumpf für das wirtschaftliche Gelingen Frankreichs dar. Für das Image des Landes, aber auch für die wirtschaftlichen Vorteile, die sie mit sich bringt.“, so Le Drian.

Auch die ambitionierten Ziele seiner Vorgänger sollen gleich bleiben: 2020 soll die Schwelle von 100 Mio. internationaler Touristen erreicht, 50 Mrd. Euro an Einnahmen aus dem Tourismus erzeugt und 300 000 neue Arbeitsplätze in der Branche geschaffen werden. Schon 2017 sollen, den Prognosen nach, knapp 90 Mio. ausländischer Touristen das Land besuchen und somit die Position Frankreichs als führende Destination weltweit bestärken (2016: 82,6 Mio. Touristen). Quelle: Atout France – Französische Zentrale für Tourismus, Juli 2017

 Elsass, Strasbourg - Kirche Saint-Paul (c)Philippe de Rexel OTSR

Elsass, Straßburg, Kirche Saint-Paul © Philippe de Rexel OTSR

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