Küstenhandbuch Italien: Ventimiglia-Brindisi, mit Sardinien, Sizilien und Malta

Das Titelbild zeigt Portofino an der Ligurischen Küste ( © Egmont Friedl)

11. Juni 2019

Autor Rod Heikell ist passionierter Segler und hat bereits mehrfach den Atlantik und den Indischen Ozean überquert. Sein Herz gehört jedoch dem Mittelmeer. Mit dem Küstenhandbuch Italien lässt er Sie an seiner Expertise teilhaben und gibt wertvolle Tipps zum Segeln in den beliebtesten Revieren zwischen Brindisi und Ventimiglia:

  • Ligurien
  • Toskana
  • Tyrrhenisches Meer
  • Sardinien
  • Sizilien
  • Golf von Tarent und Ionisches Meer
  • Südliche Adria
  • Malta

Der nautische Reiseführer enthält dabei alles, was Sie für die Planung Ihres Segelurlaubs brauchen: Infos zu allen wichtigen Häfen, Marinas und Ankerplätzen mit Hinweisen zur Ansteuerung, dazu zahlreiche Seekarten und Pläne sowie Tipps zu Versorgungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen für Landgänge. Damit ist das Küstenhandbuch ein unverzichtbarer Begleiter an Land wie an Bord.

Ausgezeichneter nautischer Führer mit vielen Italien-Informationen

2,4 Kilogramm Gewicht im Format 21,6 x 30,6 cm, 840 Bilder, 460 Karten und Hafenpläne, 500 Seiten, das sind die „gewichtigen“ Eckdaten dieses wirklich sehr umfassenden nautischen Reiseführers in der fünften Auflage.

Die allgemeinen Informationen

Das Buch beginnt mit rund 50 Seiten Informationen, was ein Fahrtensegler so für einen Törn in italienischen Gewässern wissen sollte oder muss. Diese beginnen mit einer zweiseitigen Erklärung der Karten und deren Symbole, da diese sehr detailliert ausgeführt sind. Erklärungen zu Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten umfassen fast vier Seiten, u. a. über Wasser, lokale Kontrollen oder Aufslippen. Sehr genau sind die Einreiseformalitäten auf rund drei Seiten beschrieben. Selbst dem wohl bekannten Essen und Trinken in Italien widmen die Autoren drei Seiten und leiten über zu den Kapiteln „Wale und Delfine“ sowie „gefährliche Meerestiere“ (die durchaus auch im Mittelmeer nicht zu unterschätzen sind). Die Autoren erklären die italienischen Fischfangmethoden und Fischfarmen (Zitat „Unglücklicherweise muss der Standort für eine Fischfarm dieselben Kriterien erfüllen wie eine gute Ankerbucht.“). Auch der Navigation ist viel Platz gewidmet. Eine Tabelle, die eine ganze Seite füllt, gibt Auskunft über Windrichtungen und -häufigkeiten samt einer Übersicht meteorologischer Ausdrücke im Italienischen, insgesamt vier Seiten. Dann folgen sechs Seiten zum Thema Seewetterberichte inkl. einer einseitigen Auflistung der Radiostationen, deren Sendezeiten und Vorhersagegebiete für Wettervorhersage und Warnungen einschließlich Radio Monaco sowie eine Liste der NAVTEX-(N4)-Sender. Im Abschnitt Sicherheit und Seenotrettung (SAR) gibt es Details zu den Küstenradios UKW und MF/HF und eine Seite mit allen Seenotsignalen von Schiffen, Flugzeugen und Personen in Seenot.

Die einzelnen Abschnitte entlang der Küste

Ist schon die Detailvielfalt und -genauigkeit der allgemeinen Informationen beeindruckend, so sind auch die folgenden Beschreibungen der Küstenabschnitte, deren Häfen und -einrichtungen sowie interessante geschichtliche Exkurse und Ausflugstipps sehr gut recherchiert und vielfältig. Im Detail sind es die Abschnitte der Ligurischen Küste (55 Seiten), der Toskanischen Inseln und angrenzenden Festlandküste (55 Seiten), des Tyrrhenischen Meeres von Civitavecchia bis zum Golf von Neapel (100 Seiten), der Insel Sardinien (95 Seiten), der Insel Sizilien (85 Seiten) sowie des Ionischen Meeres mit Überfahrt nach Griechenland, der südlichen Adria und der Insel Malta (zusammen rund 50 Seiten). Am Ende des Buches gibt es noch ein vierspaltiges Register der Häfen, Inseln und anderer Orte über vier Seiten.

Ich nehme das Kapitel der Ostküste Siziliens zur Erklärung des Aufbaus der Kapitel heraus. Zunächst wird die Straße von Messina in der Übersicht auf einer Karte dargestellt, dann eine Ausschnittkarte um Messina, in der das Verkehrstrennungsgebiet, die Küstenverkehrszone, der Ort des stärksten Gezeitenstroms u. a. seemännische Daten eingezeichnet sind. Der Text beginnt, wie bei vielen Kapiteln, mit einem Zitat (in diesem Fall von Homer) und einem einleitenden Text. Es folgen zwei Infoblöcke (die immer gelb unterlegt sind) über den Schwertfischfang und ‚Skylla und Charybdis‘. Im Text geht es mit Ansteuerung, Tidenströmen und Verwirbelungen sowie den Winden in der Straße von Messina weiter. Bei den einzelnen Häfen und Buchten kommen dann noch Beschreibungen der Liegeplätze, Versorgung und Wissenswertes dazu. Zwischendurch gibt es einem Infoblock über den Ätna und die Meeresschutzgebiete der Insel Ciclopi (mit Detailausschnitten). Wie überhaupt sehr viel über Wasserschutzgebiete in diesem Buch zu lesen ist. Bei größeren Abschnitten, z. B. Sardinien gibt es noch eine Liste von Wegpunkten für die Törnplanung und „Tipps für die schmale Bordkasse“.  Und überall finden sich praktische Hinweise der Autoren, die sich offenkundig ausgezeichnet in diesen Revieren auskennen, was sich auch aus der Einleitung der beiden herauslesen lässt.

Zusammenfassung

Das Bildmaterial ist unterschiedlich in der Qualität und überwiegend klein bis sehr klein, einige Bilder sind unscharf, aber alle bieten doch Ansichten von Häfen, Hafeneinfahrten oder sonstigen interessanten Blicken für einen Fahrtensegler. Was mir aufgefallen ist, sind die guten „wissenswerten“ Texte, die fundiert informieren und auf Besonderheiten hinweisen. So habe ich beispielsweise über die Inseln Montecristo und Pianosa in diesem Buch einiges erfahren. Das Buch ist nicht nur für Seefahrer interessant, sondern über Teile auch für Italien-Freunde, wobei ich natürlich schon darauf hinweisen möchte, dass sich um einen ausgezeichneten nautischen Reiseführer handelt.

Buchdaten

  • Auflage: 5., vollständig überarbeitete Auflage 2019
  • Verlag: Edition Maritim
  • Format: Gebunden
  • ISBN: 978-3-667-11229-3
  • Seiten: 500
  • Maße: 21.7 x 30.6 cm
  • Fotos und Abbildungen: 840

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