„Mit Abstand“ ins Salzburger Freilichtmuseum

Raus in die Natur – rein in die Kultur: Bauerngarten bei der Rainerkeusche (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Salzburg | Großgmain | Neumarkt am Wallersee | 10. April 2021 | „Mit Abstand“ … das beste Museum, lautete der Titel einer Presseaussendung des Salzburger Freilichtmuseum in der Flachgauer Gemeinde Großgmain im Salzburger Land. „Mit Abstand“ hat dieses Erlebnismuseum auch 2021 wieder Ende März aufgesperrt, damit man „raus in die Natur – rein in die Kultur“ kann.

„Mit Abstand“ erleben

Trotz aller coronabedingten Einschränkungen für den Museumsbetrieb bietet das 50 Hektar waldreiche Gelände ausreichend Platz zum Verweilen und Spazieren. Mit der Gewissheit, den notwendigen Abstand einhalten zu können und sich sicher zu fühlen. Ein sieben Kilometer langes Wegenetz lädt zum Spazieren ein und die über 100 historischen Bauten können besichtigt werden. Allerdings mit FFP2-Maske und mit einer Einbahnregelung.

Im Freigelände kann – unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln – auf das Tragen von FFP2-Masken gerne verzichtet werden. Alle Mitarbeiter des Salzburger Freilichtmuseums sind bemüht, den Aufenthalt im Freilichtmuseum so angenehm wie möglich zu gestalten. Dabei setzen sie aber auch auf die Kooperationsbereitschaft und Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher.

Alltagskultur zum Anfassen: Stube im Lärchenhof (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet

Nicht mehr im Eingangsbereich zu finden ist der Museumsladen. Das beliebte Sortiment der „Museumskrämerin“ wurde erweitert und ist nun ausschließlich in der Krämerei auf dem Gelände erhältlich.

Schattenszenografie: Vater und Sohn in einer Aussprache (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Stolz ist das Freilichtmuseum auf den neu gestalteten Eingangsbereich. In einem zeitgemäßen, hellen, freundlichen Ambiente können nun die Besucher empfangen werden. Großer Stellenwert wurde in der Planung der Information beigemessen: auf zwei Bildschirmen sind jeweils Aktuelles rund um das Geschehen im Museum sowie Informationen über die tagesaktuellen Veranstaltungen zu erfahren. Am Büchertisch können Interessierte in den Publikationen des Freilichtmuseums schmökern.

Es wurde auch ein neues Zutrittssystem installiert. Mit diesen Maßnahmen gelingt es dem Freilichtmuseum, bereits im Eingangsbereich die Corona-Regelungen für den Museumsbetrieb umzusetzen. Dazu gehört auch der getrennte Ein- und Ausgang ins Museum. Nicht zuletzt betrachtet das Museum diese Neuerungen auch als Testbetrieb für das neue Besucherzentrum, das voraussichtlich 2023 in Betrieb genommen werden kann.

Neue Ausstellung

Mit der neuen Dauerausstellung „Schatten-Szenografie“ lenkt das das Freilichtmuseum das Augenmerk auf die weniger idyllische Seite des Landlebens. In Schattenspielen können die verschiedenen Herausforderungen des Alltagslebens vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte hautnah miterlebt werden. Schauplätze dafür sind drei Häuser: Lärchenhof, Abrahamhof und Bamerhof. Alle drei zusammen ergeben ein eindrückliches Bild vom nicht immer einfachen Alltag im ländlichen Leben vergangener Zeiten.

2020: Lungau-Ausstellung neu gestaltet

Im Oktober 1994 wurde im Lungauer Teil des Museumsareals der „Abrahamhof“ aus Unterweißburg in St. Michael im Lungau eröffnet. Damit verbunden war eine im Gebäude eingerichtete Dauerausstellung über diesen besonderen Salzburger Landesteil. Seither sind 26 Jahre ins Land gezogen. Um die Schau wieder auf einen aktuellen Stand zu bringen, wurde 2020 ein inhaltlicher und didaktischer „Relaunch“ vorgenommen, Texte neu aufbereitet und mit einer generellen Überarbeitung ein neuer Zugang zum Thema geschaffen. Im Zentrum der Ausstellung steht das Alltagsleben und seine Veränderungen in den letzten 200 Jahren. Tondokumente von Zeitzeugen berichten über den Lungauer Alltag vor dem Zweiten Weltkrieg und ein origineller Kurzfilm der Illustrationskünstlerin Stefanie Hilgarth zeigt, auf welchen Verkehrswegen man im Lauf der Geschichte in den Lungau kam. Fixer Ausstellungsbestandteil ist die Geschichte des Wander- und Saisonberuf der „Sauschneider“. Neu dazugekommen ist das Thema „Der Lungau heute“, der eine Brücke in die Gegenwart schlägt.

In der Lungau-Ausstellung (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Mausefallen und Zaunformen in neuem Gewand

Eine weitere 2020 komplett überarbeitete Themenausstellung beschäftigt sich mit historischen Mausefallen. Was sich im ersten Moment relativ unspektakulär anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Bereich, bei dem der Fantasie und Erfindungsgabe des Menschen kaum Grenzen gesetzt sind. Um den Hausnagern zu Leibe zu rücken, verwendete man u. a. Klotzfallen, Würgefallen, Schlagfallen und Wasserfallen. Auch Lebendfallen (Korb- und Kastenfallen) kamen zur Anwendung, sie dienten aber meist nur dazu, die gefangenen Mäuse anschließend zu ertränken. Holz- und Drahtfallen wurden früher in verschiedenen Regionen Mitteleuropas in Hausarbeit hergestellt und anschließend von Wanderhändlern zu den Kunden gebracht. Die Ausstellung „Die Maus im Haus“ ist im Anthofer-Getreidekasten gleich neben der Lungau-Ausstellung zu sehen.

Die verschiedenen Zaunformen im Salzburger Land (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Aktualisiert und farblich blau „eingekleidet“ wurde die kleine Dauerausstellung „Alte Zaunformen“. Zäune unterschiedlichster Machart prägten früher weite Teile der Kulturlandschaft und zeigen den Ideenreichtum des Menschen bei der Einfriedung von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Schau mit Modellen der traditionell gebräuchlichsten Zaunformen im Land Salzburg sind im Kellbauernkasten in unmittelbarer Nähe zum Museumsgasthaus „Salettl“ untergebracht. Die meisten Zaunmodelle stammen aus dem Jahr 1924 und sind somit fast hundert Jahre alt. Verantwortlich für die Neugestaltung der drei Ausstellungen ist die wissenschaftliche Museumsmitarbeiterin Monika Brunner-Gaurek.

Mausefallen (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Gastronomie

Das Museumsgasthaus „Salettl“ erwartet seine Gäste mit einem corona-konformen Konzept: Neben den bewährten Picknickboxen steht im Take-Away eine feine Auswahl an kalten und warmen Snacks sowie immer ein aktuelles Tagesangebot Verfügung. Ebenso sind kalte und warme Getränke und der Klassiker „Kaffee und Kuchen“ erhältlich. Das Angebot wird laufend und saisonal angepasst. Konsumiert werden darf im Abstand von 50 Meter vom Gasthaus. Apropos Picknick: dafür stehen im Gelände des Freilichtmuseums rund 30 Tische und Bänke zur Verfügung. Gerne dürfen die Besucher ihre Jause auch selber mitbringen.

In der Lungau-Ausstellung (Fotocredit Salzburger Freilichtmuseum).

Wermutstropfen…

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage (Stand April 2021) kann die Museumsbahn noch nicht in Betrieb genommen werden. Zudem verzichtet das Freilichtmuseum im ersten Halbjahr auf die Durchführung der beliebten Großveranstaltungen. Für die Herbstmonate stecken jedoch bereits einige Pfeile im Köcher und die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen.

Aufgrund der sich häufig ändernden Lage informiert das Salzburger Freilichtmuseum zu allen Ausstellungen, Veranstaltungen sowie zu den geltenden Corona-Bestimmungen für den Museumsbetrieb laufend auf seiner Internetseite: www.freilichtmuseum.com.

Anreise

Der Parkplatz befindet sich an der „Salzburger Straße“ (L 114), die Großgmain, an der Grenze zu Bayern in Deutschland, mit Wals-Siezenheim verbindet. Hier befindet sich die Autobahnanschlussstelle Salzburg-West. Der Link führt zu einem Lageplan auf openstreetmap.

Weitere Bildersammlungen vom Salzburger Freilichtmuseum von mir

Bilder von einem Besuch im Sommer 2011
Bilder von der Einweihung eines neuen Gebäudes 2013, dem Mauthaus Guttal von der Großglockner Hochalpenstraße
Bilder vom Handwerkertag 2015

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