Das Kanaltal entdecken, erwandern,erleben

Titelbild „Kanaltal. Entdecken – Erwandern – Erleben“. Es zeigt das kristallkarle Wasser der „Laghi di Fusine“ mit dem Mangart (2 677 m ü. A.) in den Julischen Alpen im Hintergrund. Copyright Claudia Lux.

20. April 2021 | Kärnten | Friaul | Getrennt und vereint – das Kanaltal ist zwiegespalten und doch ein Ganzes aus Altösterreich und italienischem Flair. Die Grenzregion spiegelt die Geschichte Europas wie keine Zweite wider – slowenisches, italienisches und Kärntner Brauchtum machen ihren einzigartigen Reiz aus. Die Villacher Journalistin und Bergwanderführerin Claudia Lux bietet in diesem Buch einen persönlichen Streifzug durch das Kanaltal. Ich habe mich auf Entdeckungsreise begeben, lesend im Buch.

Ein sehr interessant geschriebenes und inhaltlich vielfältiges Buch über ein erlebenswertes Tal

„Wir fahren durchs Kanaltal an die Obere Adria“ sagen viele. Und doch stimmt es so nicht, wie man von Claudia Lux, einer versierten Kennerin der Region, im Buch erfährt. Denn das Kanaltal ist gerade mal um die 30 Kilometer lang, von Thörl-Maglern in Kärnten bis Pontebba in Italien.  Anschließend wird das Tal Eisen- oder Fella-Tal genannt.  Aber nicht nur diese geografische Feinheit lernt man beim Lesen dieses Buches. Das Kanaltal war auch in der Geschichte immer wieder ein Brennpunkt.  In den Sperrforts an Talengen kamen während der Napoleonischen Kriegen die gesamten Besatzungen ums Leben und während der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert blieb das Tal Zankapfel zwischen Österreich und Italien.  Im Ersten Weltkrieg gab es sogar einmal einen Tunnel unter dem Predil-Pass, durch den 600 000 Soldaten an die Isonzo geschleust worden sein sollen. Lux widmet diesen Themen einige Seiten, auch weil viele Relikte von damals noch heute besichtigt werden können.

Auf dem „Monte Santo di Lussari“ mit der Wallfahrtskirche mit Blick nach Westen, rechts unten das Kanaltal. Copyright Johann Jaritz, veröffentlicht in wikipedia unter GNU-Licences.

Über Kugy, Kurort und einen luftigen Wallfahrtsort

In Friedenszeiten war der Bahnhof von „Pontafel“ – Pontebba, von Bedeutung und allezeit verstanden sich die drei Völker, die in diesem Haupt- und dessen Nebentälern leben: die Slowenen, die Italiener und die Kärntner. Auch die Sprachen und Traditionen haben je Dorf unterschiedlich überlebt. Davon und von einstigen Kurorten im Kanaltal, von bemerkenswerten Bau- und Kunstwerken, von berühmten Personen wie Juliuis Kugy, dem Erschließer der Julischen Alpen und vom bekannten Wallfahrtsort Maria Luschari am Monte Lussari schreibt Lux.

Nicht zu kurz kommen Beschreibungen und Tipps für das „Entdecken – Erwandern – Erleben“.  In jedem der Kapitel, die Orte behandeln, gibt Lux unter dem Titel „Gastfreundschaft im Kanaltal“ Tipps zur Einkehr und mehr als einmal empfiehlt sie vor Besuch zu reservieren, was für diese Lokale spricht.

Dieses Buch ist mit 176 Seiten zeigt die Vielfalt  des so kurzen Kanaltal, das die meisten nur von auf der Autobahn durchfahrend kennen. Claudia Lux hat ihr sehr gut recherchiertes Wissen in angenehm lesbarer Schriftform in ein interessantes  Buch umgesetzt. Ein empfehlenswertes Buch für Freunde dieser Region oder jene, die Ausflugsmöglichkeiten im Grenzgebiet Kärnten – Friaul-Julisch Venetien suchen.

Über die Autorin

Claudia Lux, © Helmuth Weichselbraun

Claudia Lux lebt und arbeitet im Dreiländereck von Kärnten, Slowenien und Italien. Seit 1998 ist die gebürtige Villacherin und autorisierte Bergwanderführerin als Journalistin in der Redaktion der „Kleinen Zeitung“ Kärnten tätig. Als Autorin konzentriert sie sich ganz auf die schönsten Ecken zwischen Kärntner Seen und Adria.

Daten zum Buch

Kanaltal. Entdecken – Erwandern – Erleben
Claudia Lux
Erschienen 2021 im Styria Verlag
Franz. Broschur 14,5 x 20,5 cm; 176 Seiten
ISBN 978-3-222-13652-8

Dieser Link führt zu einem Kartenausschnitt mit dem Kanaltal auf „OpenStreetMap“

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