Besuch beim „Santuario della Madonna della Corona“ nördlich von Verona

Bernhard Graessl „Der Wallfahrtsort vom Zugangsweg aus gesehen.“

Italien | Veneto | 17. September 2021 | Bernhard Graessl aus dem Glocknergebiet im österreichischen Kärnten ist begeisterter Rennradsportler und Italien-Fan. Seine Reisen mit dem Rad und manchmal auch mit dem Auto führen ihn zu Kleinoden in Italien. Er hat mir freundlicherweise die Veröffentlichung seiner Bilder gestattet. Daraus ist nachstehender Artikel mit Ergänzungen von mir entstanden.

Italienreisende fahren daran vorbei

Bernhard Graessl „Spektakulär wurde der Wallfahrtsort in die Felswände gebaut. Hier die Sicht vom Etschtal hinauf.“

Wenn der Italienreisende auf der „Autostrada di Brennero“ Roverto passiert hat, freut er sich wohl schon auf ein baldiges Glas Wein aus Bardolino oder Valpolicella. Der wuchtige, rund 30 Kilometer lange Bergrücke Monte Baldo mit Gipfeln über 2 200 m ü. A. begleitet dabei den Reisenden auf der rechten Seite. Wenige Kilometer nördlich der Ausfahrt „Affi – Lago di Garda sud“ öffnet sich in den Felswänden eine Nische. Dort oben, unterhalb einer senkrechten, teils überhängenden Felswand, klebt der kleine Wallfahrtsort „Santuario della Madonna della Corona“ auf 773 m ü. A. wie ein Schwalbennest am Felsen.

Bernhard Graessl „Die Zugangsstufen zur Basilika und der eindrucksvolle Blick auf die Fassade der Wallfahrtskirche.“

Wer nun denkt, dass dorthin eine breite bequeme Straße führt, der irrt sich. Von der Autobahnausfahrt muss man auf einer kurvigen Bergstraße wieder nach Norden einige Kilometer sozusagen zurückfahren, um in den kleinen Ort Spiazzi zu gelangen. Nördlich des Ortskerns gibt es einen großen Parkplatz, von dem man einen ebenso kurvigen Weg über mehrere hundert Meter zuerst hinauf und dann wieder hinuntersteigen muss, um zur Wallfahrtskirche zu gelangen.

Bernhard Graessl „Hunderte Meter geht es unter dem Ort in die Tiefe.“

Über das Marienheiligtum

Kurz vor Erreichen des Heiligtums mündet von Osten aus dem Etschtal heraufkommend der „Sentiero della Speranza“, der „Wanderweg der Hoffnung“. Dort beginnt ein sehenswerter Kreuzweg mit lebensgroßen bronzenen Darstellungen des Veroneser Architekten Raffaele Bonente (weitere Bronzewerke des Künstlers sind in der Kirche zu sehen).  Neben der Wallfahrtskirche gibt es auch eine sogenannte „Scala Santa“, eine „Heilige Treppe“.

Bernhard Graessl „Der Kreuzweg mit seinen Bronzewerken am Zugangsweg, wie auch am Wallfahrtsort, sind wohl einzigartig und stammen vom Architekten Raffaele Bonente.“
Bernhard Graessl „Jesus wird ans Kreuz genagelt“

Dipinto della madonna della Corona

Die Legende berichtet, das 1522 die verehrte Skulptur von der griechischen Insel Rhodos auf wundersame Weise hierhergekommen sein sollte. Rhodos wurde in diesem Jahr von den muslimischen Türken in Besitz genommen. Doch die Historiker wissen zu belegen, dass das Gemälde der Madonna mit Kind in der heutigen Kirche aus dem 14. Jahrhundert stammt. Dabei handelt es sich um das erste verehrte Bild der ursprünglichen Kirche, von dem diese den Namen erhielt (Bild rechts).

Aus Urkunden lässt sich belegen, dass bereits um 1000 n. Chr.  in der Gegend Einsiedler lebten.  Spätestens in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts dürfte ein Kloster mit einer Kapelle errichtet worden sein, die der „heiligen Maria von Montebaldo“ geweiht waren. Schon damals war das Heiligtum nur über einen engen und gefährlichen Weg im Felsen erreichbar.

Madonna della Corona-Interno

Die Steingruppe der Pietä, die später als „Madonna della Corona“ verehrt wurde, ist 70 Zentimeter hoch, 56 Zentimeter breit und 25 tief.  Die Statue besteht aus bemaltem Stein, der aus der Gegend stammt.  Die Inschrift auf ihrem Sockel “HOC OPUS FECIT FIERI LODOVICUS D CASTROBARCO D 1432” wird als Beweis dafür angesehen wurde, dass die Statue von Lodovico Castelbarco aus einer Adelsfamilie von Rovereto in Auftrag gegeben und 1432 der Corona geschenkt wurde.

1982 wurde der Kirche der Titel “Basilica minore” zugesprochen. Am 17. April 1988 besucht Papst Johannes Paul II den Wallfahrtsort und betet zur Madonna della Corona.

Mehr über die Geschichte und Ausstattung des „Santuario della Madonna della Corona“ findet man auf der deutschsprachigen Homepage (siehe diesen Link).

Weitere Bilder von Bernhard Graessl von seinem Besuch.

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