„Armenien. Kultur. Natur. Menschen.“ Eine Buchbesprechung.

Großer und Kleiner Ararat von Osten, ein Bild von Սէրուժ Ուրիշեան (Serouj Ourishian), CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Salzburg | Neumarkt am Wallersee | 13. Juli 2022 | „Armenien. Kultur. Natur. Menschen.“ ist ein 452 Seiten umfassendes Nachschlagewerk über eines der ältesten Kulturländer der Welt. Das Buch, 2022 erschienen im Mitteldeutschen Verlag, berichtet umfangreich über dieses faszinierende Land in Vorderasien.

Geografisch-geschichtlicher Überblick

Buchtitelbild, oben die Kathedrale von Odsun, 6. oder 7. Jahrhundert n. Chr.

Flächenmäßig etwas größer als die österreichischen Bundesländer Niederösterreich und Salzburg zusammengerechnet, aber doppelt so viele Einwohner wie die beiden Bundesländer zusammen. In Deutschland flächenmäßig vergleichbar mit Brandenburg. 90 % der Landesfläche liegen mehr als 1 000 Meter über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt sogar 1 800 Meter. Der Berg Ararat, auf dem die biblische Arche Noah gestrandet sein soll, ist über 5 000 Meter hoch. Er liegt, ebenso wie der Kleine Ararat am nordwestlichen Rand des armenischen Hochlandes, aber heute nicht mehr in Armenien, sondern schon in der Türkei. 

7000 vor Christus ist Weinbau nachgewiesen und Armenien war das erste Land, das das Christentum als Staatsreligion anerkannt hatte. Armenien, ein Land mit viel Tradition und Geschichte.

Armenien spielt in der öffentlichen Wahrnehmung trotz seiner Einzigartigkeit selten eine Rolle. Daher bietet dieser Reisebildband einen hervorragenden Einblick in das Land, um es besser kennenlernen zu können.

17 Experten schrieben das Buch

„Armenien ist auch das Land der Steine, der schroffen Gebirge und atemberaubender Naturlandschaften, obwohl es nur im Kleinen Kaukasus liegt. Spektakuläre Vulkanlandschaften, geografisch und klimatisch vielfältige Lebensräume, die berühmte Gastfreundschaft, eine erlesene Küche und die ältesten Weinkeller sind eine Reise wert.“ So schreibt der Verlag über das Buch, das der Herausgeber Siegfried Siegesmund zusammen mit 17 Experten von Universitäten, Instituten und Fachrichtungen 452 Seiten umfasst. Diese Zeilen des Verlags treffen den Inhalt des Buches sehr gut.

Ein umfangreiches Sachbuch

Es ist kein Reisehandbuch, aber durchaus ein Reisebildband, wie auf der Homepage des Verlags zu lesen ist. Das Buch ist ein umfangreicher Führer durch die Geschichte, über die Geografie des Landes, vor allem über die Geologie und gibt interessante Einblicke in Küche, Keller und das Leben der Menschen.  Die Kapitel sind zweisprachig, deutsch und englisch, wobei sich die sprachliche Reihenfolge je Kapitel abwechselt. Jener Teil der beginnenden Sprache scheint mir textlich immer etwas ausführlicher. Von neun Kapiteln beginnen fünf in englischer Sprache. Diese sind also meinem Gefühl nach ausführlicher als deutsche Übersetzungen. Aber sie sind jedenfalls ausreichend informativ.

Kuefta (Kibbeh) mit Joghurtsuppe, ein Bild von jm3, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Das Buch ist reich bebildert

Das Bildmaterial reicht von historischen Aufnahmen über Karten und Zeichnungen bis zu aktuellen Aufnahmen. Es werden sowohl großformatige, seitenfüllende Bilder gezeigt wie auch viele kleine und kleinere Abbildungen, die das Geschriebene im Detail dokumentieren. Viele Bilder dürften vom Herausgeber stammen, der in seinem Vorwort über seine Exkursionen in dieses Land bereits als Student berichtet.  Alle Bilder sind ebenfalls zweisprachig beschriftet.

Manche Kapitel habe ich genauer gelesen, andere wieder, weil sie sehr wissenschaftlich gehalten sind, nur überflogen. Kultur- oder Baugeschichte, Vulkanismus oder frühchristliche Kirchen in oder an Felsen gebaut, Küche, Keller, Gesellschaft, Vegetation – ich denke, jeder an diesem Land Interessierte wird sich seine Kapitel darin finden.

Vulkanisches Gestein, ein Bild von Камалян001, CC0, via Wikimedia Commons

Inhaltsübersicht

„Armenien – das Land, welches sogar den Marillen Melodien entlockt“ behandelt die Themen Essen, Tanzen, Trinken und Musizieren. Das Kapitel „vom Ursprung des Weines“ berichtet unter anderem über die bis heute ältesten bekannten Weinkellereien der Welt. „Die Geologie Armeniens“ beleuchtet driftende Kontinente, Erdbeben, Vulkanismus, Landschaftsformen und Bodenschätze. Dem Kapitel „Vorgeschichte und Frühgeschichte“ folgen Beiträge über „eine gefährdete Kultur zwischen Mächten und Religionen“ (Kulturgeschichte) und „Architektur in Armenien von der frühen Menschheitsgeschichte bis zur Gegenwart“. Interessant sind die Baustoffe des Landes wie Basalt und Tuffgesteine, die im Kapitel „Tuff-Werksteine in der historischen Architektur Armeniens“ behandelt werden und darauf folgend geht es um „die Restauration der historischen Baudenkmäler“. „Flora und Vegetation“ bietet einen Einblick in beide Themen in diesem hochgelegenen Land.

Am Ende des Buches werden alle Autoren und Autorinnen kurz beschrieben und es findet sich ein ganzseitiger Hinweis auf das Buch „Armenien. Land am Ararat. Kulturelle Reisebegleitung.“, das ebenfalls im Mitteldeutschen Verlag als dritte aktualisierte Auflage erschienen ist.

Information

Siegfried Siegesmund (Hg.)
Armenien. Kultur Natur Menschen
deutsch/englisch, 452 S., geb., 210 x 265 mm, Farbabbildungen
ISBN 978-3-96311-550-9
Erschienen April 2022 im Mitteldeutschen Verlag

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