2017 in Italien

Rom | Wien | Neumarkt am Wallersee |  Italien 2017: Pistoia (Toskana) ist Kulturhauptstadt, es ist das das Jahr der Borghi und in Novoli (Apulien) brennt das größte Feuer im Mittelmeerraum.

Pistoia, Baptisterium, Toskana, Italien

Baptisterium am Domplatz von Pistoia, Toskana, Italien (Bildquelle: ENIT Wien)

Pistoia, Kulturhauptstadt 2017

Pistoia, das bisher vor allem für seinen schönen mittelalterlichen Stadtkern und das jährlich im Sommer stattfindende „Musikfestival Pistoia Blues“ bekannt war, zeigt sich  mit all seinen Facetten. Zu den Highlights gehören u.a. der kürzlich restaurierte Majolikafries des Ospedale del Ceppo, die Ausstellung über den Pistoier Künstler Marino Marini im Palazzo Fabroni, das Theaterfestival im Juni und der Giardino Volante, ein Park und ausgefallener Kinderspielplatz mit zeitgenössischen Kunstwerken zum Spielen. Dank des „Sistema Museale“ können Kunstbegeisterte zudem mit einem Sammelticket verschiedene Museen besuchen wie das Museo Civico mit seiner Kunst der Pistoier Schule, den Palazzo Fabroni, die Stiftung Marino Marini oder das Diözesanmuseum. Weitere Informationen unter www.pistoia17.it (im Moment nur auf Italienisch, englische Seiten „in Planung“). Weiterlesen

DuMont Reise-Handbuch: Süditalien

DuMont Reise-Handbuch: Süditalien

Das Titelbild zeigt Polignano al Mare in Apulien (Foto: DuMont Reiseverlag Ostfildern)

Viel Information über weniger bekannte Regionen im Süden Italiens

440 Seiten über die süditalienischen Regionen Kampanien, Apulien, Basilicata und Kalabrien zeigen, dass auch diese Regionen viel zu bieten haben. „Roberto Saviano und die Camora“, „Mittelalterliche Babyklappe“, „Der Heilige Nikolaus“ „Albaner, Griechen und Waldenser“ sind einige der 20 Sonderthemen, die Christoph in diesem Führer neben den Beschreibungen der Regionen behandelt.

Schon die einführenden Kapitel lesen sich interessant. Da berichtet Christoph über die Völker, die einst im Süden Italien lebten und heute noch die Kultur (vor allem die Esskultur) beeinflussen, Deutsche waren auch darunter (die Staufer), vom Zug der Tausend von Garibaldi bis zur Einigung Italiens, über die architektonische Sonderstellung der Trulli und über „Slow Food“.

Vom hl. Nikolaus, dem „Festa della Madonna del Pollino“ und den Tremiti-Inseln
Bei Neapel, dem Golf mit Capri und Ischia sowie bei der Amalfitana wird der Leser noch kennend nicken; schwieriger wird es vielleicht schon mit dem Cilento, wo der Parco Nazionale Cliento de Vallo di Diano liegt, der seit 1996 auf der UNESCO-Liste steht. [weiterlesen]

Turisti

Es war im tiefen Süden Italiens, in Apulien. Es war bereits Dezember, die Tage begannen schon deutlich kürzer zu werden. Aldo Scoppa, mein alter neapolitanischer Freund, der leider schon gestorben ist, hatte einige seiner ausländischen Geschäftspartner, Reisebürobesitzer, zu einer Besichtigung von Apulien eingeladen.

Fasziniert von den barocken Bauten in Lecce – fast wie Spanien fühlten wir uns – ging es noch ein Stück tiefer in den Süden, nach Otranto. Es dunkelte bereits und als wir über die Küstenstraße die Ortseinfahrt erreicht hatten, trafen sich die Bewohner zu einem Glas Wein und einem Plausch an der Bar. Wir wurden durch ein Gewirr von Gassen und Gässchen geführt, ein wenig mit dem Gefühl, 1000 Augen beobachten uns. Unser Ziel war das herrliche byzantinische Kirchlein San Pietro.

"Wartet" meinte Aldo, "ich muss erst den Schlüssel für das Kirchlein besorgen, denn sie ist aus Sicherheitsgründen immer versperrt" – doch – es war bereits geöffnet, ein alter Mann hatte Licht gemacht und kam uns entgegen. In den Händen hielt er Ansichtskarten und kleine Führer zum Verkauf. Überrascht, das Kirchlein so spät noch geöffnet vorzufinden, meinte der alte Mann daraufhin angesprochen:

"No, no, es war schon zu. Aber als Ihr Turisti beim Ortseingang erschienen seid, wurde ich von Eurem Kommen verständigt. Denn jeder Turisto besucht mein Kirchlein…" schmunzelte und verkaufte weiter seine Postkarten.