Atlas der legendären Seewege, ein Buch, das sogar einen Salzburgbezug aufweist

Titelbild

Titelbild „Atlas der legendären Seewege“ (freigegeben vom Delius Klasing Verlag GmbH Bielefeld)

(PKra) „Legendäre Seewege“ und damit die Zeit der großen Entdeckungen beschwört François Chevalier in diesem überaus spannenden und informativen Band aus dem Delius Klasing Verlag herauf.

Was die Völker Polynesiens seit grauer Vorzeit beherrschten, mussten die Europäer erst mühsam lernen: die Welt der Ozeane zu erobern und sich in den unendlichen Weiten zurechtzufinden. Diese Erkundungswege zeichnet der Autor sorgfältig nach, unterstützt durch die vortrefflichen Kartenzeichnungen der Illustratorin Laura Acquaviva.

Ägypter, Wikinger und große Handelsunternehmen

Von Polynesien war schon die Rede, und mit der Vorgeschichte der europäischen Seefahrt setzt der umfassende Überblick denn auch ein. Das erste Kapitel ist der Zeit der Pharaonen gewidmet, bevor es um die Besiedlung Ozeaniens geht. Erhellende Exkurse führen in die mythischen Welten des Odysseus und der Wikinger. Damit ist man gerüstet für die Kernthematik: die Hanse, die Kaufleute von Venedig, der Seeweg nach Indien (der Kolumbus in die Karibik führte), die erste Weltumsegelung… Dem schließen sich die großen Expeditionen der Aufklärungszeit an, mit James Cook als dem prominentesten Pionier. Das letzte Abenteuer – begünstigt durch den Klimawandel – ist die Suche nach den Nordpassagen. Weiterlesen

Die Trapp-Familie. Die wahre Geschichte hinter dem Welterfolg. Eine Buchvorstellung.

Trapp-Familie Buchbeschreibung

Buchtitelbild „Die Trapp-Familie“ (freigegeben vom Verlag http://www.styriabooks.at)

(PKra) | 13. November 2018 | 1,4 Milliarden Menschen haben den Hollywood-Erfolgsfilm »The Sound of Music« gesehen. Jahr für Jahr kommen Hunderttausende Touristen nach Salzburg, um auf den Spuren der singenden Familie Trapp die Schauplätze der Dreharbeiten zu besuchen.

Der dramatische Weg zum Weltruhm

Kein Film, kein Buch, kein Lied hat das Bild Österreichs in der Welt so geprägt wie diese idealisierte Familiengeschichte. Das Lied »Edelweiß« wird weltweit als Hymne des Alpenlandes gesungen. Die wahre Geschichte der Familie des Georg Ritter von Trapp entspricht jedoch keineswegs den süßlichen Klischees: Das Schicksal der Trapps spiegelt vielmehr eindringlich Österreichs widersprüchliche Geschichte von der Habsburgermonarchie bis zur Auslöschung des Landes durch Adolf Hitler wider.

Das Buch kratzt, gut recherchiert, am „Mythos Trapp-Familie“ und zeigt ein ganz anderes Bild

Weiterlesen

Unser Urwald: Die letzten Wilden Wälder im Herzen Europas, ein Bildband

Unser Urwald Matthias Schickhofer

Titelbild Unser Urwald, es zeigt den Rest der einst ausgedehnten atlantischen Regenwälder in Irland (Fotograf Matthias Schickhofer)

Fichten-Geister im einem Urwald im Ticha-Tal in der Slowakei, Feenplatz am Urwaldfluss Welyka Uholka in der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Buchenurwälder in den Karpaten“, Urwaldkreaturen in der Kampfzone des Zdrocle-Urwalds in Südslowenien oder Waldsaurier und ein Eingang zur Hölle im Bayerischen Wald: der Autor, Umweltschützer und Naturfotograf Matthias Schickhofer begeistert nicht nur durch seine sensationellen Aufnahmen in diesem Buch, sondern auch durch sein bewusstes oder unbewusstes Wissen von Waldgeister der Schamanen.

Ein faszinierender Bildband, der die Sehnsucht nach intakter Natur weckt

Seit Jahren faszinieren mich Bildbände des Christian Brandstätter Verlags in Wien. Weiterlesen

Drei Bücher – 333 Orte in Wien, Venedig und im Burgenland

Die drei Titelbilder (Bilder: Verlag Emons, Köln)

Gerd Wolfgang Sievers, Koch von Beruf, hat in drei Büchern je 111 „Orte, die man erlebt haben muss“ beschrieben. In Wien ging er vor allem kulinarischen Begriffen und Orten nach, aus dem Burgenland schreibt er über viele geschichtliche Relikte und Kunstobjekt und im Buch von Venedig geht es ebenfalls hauptsächlich um historische Orte und Gegenstände.

Erschienen sind diese Bücher 2014 im Kölner Emons Verlag, der bereits über 30 Bücher der Reihe „111 Orte, die man erlebt haben muss“ publizierte. Der Aufbau dieser Bücher ist stets gleich: die linke Seite beschreibt den Ort oder die Sache und die rechte Seite ist einem oder mehreren Bildern vorbehalten. Auf einer Übersichtkarte je Buch sind die beschriebenen Orte eingezeichnet. Weiterlesen

Im Schatten des Pols – Auf Shackletons Spuren: über ein Buch und seine Hintergründe

Im Schatten des Pols  Ernest Shackleton

Abfahrt von Ernest Shackleton am 24. Mai 1916 von Elephant Island in der „James Caird“ (Foto: in wikimedia commons unter freier Lizenz (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:AllSafeAllWell.jpg))

96 Jahre nach einer abenteuerlichen Expedition in der Antarktis des britischen Forschers Sir Ernest Henry Shackleton segelten vier, wie soll man sie nennen, Abenteurer, Lebenslustige, Waghalsige, Wahnsinnige? die waghalsige Strecke nochmals. Aus Vergnügen am Leiden. Nun, 100 Jahre nach dieser Expedition ist eine Neuausgabe des Reisebuches dieser vier Menschen erschienen.

Wie es zur sinnlosen Reise im Jahr 2000 kam
1916 rettet Sir Ernest Shackleton mit Hilfe eines kleinen hölzernen Beibootes alle 27 Mitglieder seiner im Packeis gescheiterten Polar-Expedition, die 1914 gestartet war. Fast ein Jahrhundert später startet Arved Fuchs mit nahezu identischer Ausrüstung, um die Rettungstat Shackletons zu wiederholen. Sie haben mehr Gemeinsamkeiten als nur die Tatsache, dass beide in einem winzigen Rettungsboot das antarktische Eis am Südpol durchsegelt haben. Sir Ernest Shackleton und Arved Fuchs sind leidenschaftliche Abenteurer. Heil zurückkommen, war beiden immer wichtiger als zuerst am Ziel zu sein. Es gibt aber auch bedeutsame Unterschiede: Shackleton wurde bekannt durch seine missglückte Expedition, Arved Fuchs hat sich einen Namen gemacht durch viele erfolgreich bestandene Extremreisen.

Im Schatten des Pols Arved Fuchs

in diesem Boot, der „James Caird II“ segelten die vier Abenteurer auf den Spuren Shackletons (Foto: Verlag Delius Klasing)

In seinem Buch „Im Schatten des Pols“ beschreibt Autor Fuchs den spektakulären Versuch, die Rettungsaktion von Sir Ernest Shackleton nachzuerleben. Shackletons Segelschiff, die „Endurance“ (Ausdauer, Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit) wird vom Packeis zerdrückt. Die Mannschaft kann sich auf eine unbewohnte Insel im Eismeer retten. Von hier aus bricht Shackleton mit dem Beiboot „James Caird“ und einer Handvoll Männer auf, um Hilfe zu holen. Seine Expedition ist gescheitert – seine Rettungstat glückt: Alle 27 Männer der „Endurance“ überleben. Fuchs startet am 19. Januar 2000 in einem kleinen Holzboot, das er nach den Originalplänen der „James Caird“ gebaut hat, ins antarktische Meer. Am 10. Februar 2000 erreicht er das Ziel Südgeorgien.

Ein faszinierendes Buch über eine sinnlose Reise von Abenteurern
„Es nützt uns. Es ist nach unseren Maßgaben ein Stückchen sinnvolle Lebensgestaltung“ meint der Abenteurer Arved Fuchs zur Frage, wem die Reise denn eigentlich nützt. An anderer Stelle meint Fuchs, Journalisten am Schreibtisch sollen nicht urteilen, da sie die Reise nicht selbst miterlebt haben und sich das Leiden, die Angst, die Entbehrungen und Stürme nicht vorstellen können. Weiterlesen

Languedoc Roussillon – DuMont Reise-Handbuch

Gut recherchiert und mit guten Bildern

Mag mir jemand nachsagen, ich sähe so manche Region Europas mit verklärtem Auge, so kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich diese Region (fast) nicht kenne und daher lasse ich mich erst von diesem Reise-Handbuch inspirieren. Das „fast“ deutet darauf hin, dass überraschender Weise für manchen die bekannten südfranzösischen Orte Nîmes und Pont du Gard nicht in der Provence, sondern bereits in dem Languedoc Roussillon liegen. Und von diesem Teil, der westliche der Rhône-Mündung ist, bis in die Pyrenäen hinauf zum Kleinstaat Andorra, zieht sich diese Region.

Simon beschreibt die „Folies“, die „Verrücktheiten“, und meint damit die Lustschlösser rund um Montpelier, deren es sieben gibt und Folies genannt werden. Auch Wandervorschläge bietet er an, wie jenen um den Pic St.-Loup (658 m ü. A.). Ja, und im Kapitel über die Ardèche, einen Fluss, kann ich wieder selbst mitreden. Mein allererster Frankreich-Urlaub führte mich 1979 in diese wunderbare Landschaft im Norden der Region. Dort, im Gebiet um den Mont Lozère und der Nord-Cevennen, liegen Wander- und Wasserparadiese. Etliche Grotten können auch besichtigt werden, nachzulesen in [weiterlesen]

DuMont Reise-Handbuch: Süditalien

DuMont Reise-Handbuch: Süditalien

Das Titelbild zeigt Polignano al Mare in Apulien (Foto: DuMont Reiseverlag Ostfildern)

Viel Information über weniger bekannte Regionen im Süden Italiens

440 Seiten über die süditalienischen Regionen Kampanien, Apulien, Basilicata und Kalabrien zeigen, dass auch diese Regionen viel zu bieten haben. „Roberto Saviano und die Camora“, „Mittelalterliche Babyklappe“, „Der Heilige Nikolaus“ „Albaner, Griechen und Waldenser“ sind einige der 20 Sonderthemen, die Christoph in diesem Führer neben den Beschreibungen der Regionen behandelt.

Schon die einführenden Kapitel lesen sich interessant. Da berichtet Christoph über die Völker, die einst im Süden Italien lebten und heute noch die Kultur (vor allem die Esskultur) beeinflussen, Deutsche waren auch darunter (die Staufer), vom Zug der Tausend von Garibaldi bis zur Einigung Italiens, über die architektonische Sonderstellung der Trulli und über „Slow Food“.

Vom hl. Nikolaus, dem „Festa della Madonna del Pollino“ und den Tremiti-Inseln
Bei Neapel, dem Golf mit Capri und Ischia sowie bei der Amalfitana wird der Leser noch kennend nicken; schwieriger wird es vielleicht schon mit dem Cilento, wo der Parco Nazionale Cliento de Vallo di Diano liegt, der seit 1996 auf der UNESCO-Liste steht. [weiterlesen]

Buchtipp: Scheller, Schleicher, Maibaumkraxler – Bräuche in Österreich

Scheller, Schleicher, Maibaumkraxler - Bräuche aus Österreich

Ebenseer Fetzenzug - am Rosenmontag unterwegs

Bräuche in Österreich: Fasching, Ostern, Frühling – ein Buch, unterhaltsam, informativ und fundiert recherchiert mit vielen interessanten Details

Vom Franzosen-Verscheuchen im Lungau
Giggeler und Bajatzl – Blochziehen in Tirol, vom Metzgersprung und Faschingseingraben, vom Trauerzug mit den leeren Geldbörsen, über den Valentinstag, der mit dem hl. Valentin nichts zu tun hat, von erstaunlich vielen Dorfgemeinschaften, die Passionsspiele abhalten, vom Franzosen-Verscheuchen im Lungau im Salzburger Land, dem Milchkannen-Donnern im Südburgenland und in Kärnten, von Prangstangen, Jungfrauenaufwecken und dem immateriellen UNESCO-Kulturerbe des Böllerschießens (!), von Sauhaxenopfer und Viehumtragen, von einem Krawattentag (?) und vom Verbrennen des Sunnawendhansls in Oberndorf bei Salzburg – eigentlich müsste ich alle Titel hier anführen und kurz erklären, denn das Buch ist eine wahre Schatzgrube an ganz alten, alten, weniger alten und neuen Bräuchen aus ganz Österreich. Alleine von der Passionszeit und den einzelnen Tagen zwischen Palmsonntag und Ostermontag werden 37 Bräuche geschildert. [weiterlesen]