Das Kanaltal entdecken, erwandern,erleben

Titelbild „Kanaltal. Entdecken – Erwandern – Erleben“. Es zeigt das kristallkarle Wasser der „Laghi di Fusine“ mit dem Mangart (2 677 m ü. A.) in den Julischen Alpen im Hintergrund. Copyright Claudia Lux.

20. April 2021 | Kärnten | Friaul | Getrennt und vereint – das Kanaltal ist zwiegespalten und doch ein Ganzes aus Altösterreich und italienischem Flair. Die Grenzregion spiegelt die Geschichte Europas wie keine Zweite wider – slowenisches, italienisches und Kärntner Brauchtum machen ihren einzigartigen Reiz aus. Die Villacher Journalistin und Bergwanderführerin Claudia Lux bietet in diesem Buch einen persönlichen Streifzug durch das Kanaltal. Ich habe mich auf Entdeckungsreise begeben, lesend im Buch.

Ein sehr interessant geschriebenes und inhaltlich vielfältiges Buch über ein erlebenswertes Tal

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Chiemgau und Rupertiwinkel, über Königsschlösser, Lüftlmaler und Zauberberge. Ein Buchtipp

Chiemgau und Rupertiwinkel

Buchtitelbild, Fotograf Toni Anzenberger

Bayern | Chiemgau | Rupertiwinkel | Salzburg |  Es war vor genau dreihundert Jahren, als der nördliche Teil des Landes Salzburg schmerzlich auseinandergerissen wurde. Zuvor war das ganze ehemalige Fürsterzbistum während der napoleonischen Wirren dem Königreich Bayern zugeschlagen worden, und die Österreicher setzten alles in Bewegung, um es wiederzubekommen. 1816 ist ihnen das im Vertrag von München gelungen. Aber alles, was im Flachgau westlich der Flüsse Saalach und Salzach lag, gehörte weiterhin zu Bayern. Seither bilden die Gewässer eine scharfe, gleichsam natürliche Grenze, viele Verbindungen blieben aufrecht. Der Chiemgau war schon um Jahrhunderte früher bayerisch, aber auch hier weist Manches auf die alte Zugehörigkeit zu Salzburg hin.

Wer kennt sie wirklich? Weiterlesen

Augen auf, ein Wegweiser für Neugierige in Stadt und Land Salzburg

Augen auf, ein Wegweiser für Neugierige in Stadt und Land Salzburg

Titelbild Buch “Augen auf“: hinter diesem Schindeldach mit dem Glockenturm sieht man die Bischofsmütze – das Wahrzeichen des Lammertals (Foto: Clemens M. Hutter, Verlag Anton Pustet)

Österreich | Salzburg |  Oft gehen wir an Dingen vorbei ohne zu wissen, welche Geschichte sie erzählen. Wir gehen durch Straßen mit Blick in die Auslagen; darüber, an den Hauswänden, finden sich Figuren und Bilder. Gedenktafeln an Menschen, die heute kaum jemand noch kennt. Clemens M. Hutter hat in diesem Buch eine Unzahl solcher Kleinode aus allen Salzburger Landesteilen gesammelt, beschrieben und bebildert.

Dinge, an denen man achtlos vorbeigeht, erzählen Geschichten

Der heutige Salzburger Dom entstand erst im 17. Jahrhundert. Doch wo kann man noch interessante Reste aus den früheren Dombauten entdecken? Was erinnert wo an das einstige fürsterzbischöfliche Diplomatenviertel in der Altstadt? Weiterlesen

Der Onkel Franz oder die Typologie des Innviertlers

Verlag Anton Pustet Salzburg der Onkel Franz

es ist wohl der Onkel Franz, der hier auf einem Postlermoped durch Innviertler Idylle fährt (Bild: Kurt Salhofer – Verlag Anton Pustet Salzburg)

Österreich | Oberösterreich | Innviertel | Nein, ich habe keine Onkel namens Franz; ja, so herzhaft gelacht habe ich schon lange nicht mehr beim Lesen eines Buches. Denn „der Onkel Franz oder die Typologie des Innviertlers“ ist der Titel des neuen Buches von Klaus Ranzenberger. Schon in dessen erstem Buch, „Feinspitz im Innviertel“ hatte der Onkel Franz einen Auftritt.

Ein absolut unterhaltsamer Einblick in die Innviertler Denk- und Betrachtungsweise
Sie glauben der deutschen Grammatik mächtig zu sein? Bitte, was ist dann die Unmöglichkeitsform? Onkel Franz weiß es: „Mechat, gangat, kunnst…“. Was bedeutet und wie betont man „Jo – na – eh!“? Aufgefordert, am Computer „enter“ zu drücken, meint Onkel Franz ganz entrüstet „nu enter konn i ned“, bedeutet doch „enter“ im Innviertler Dialekt so viel wie „früher, zeitiger“. Weiterlesen

Grado, der nahe Süden zu jeder Jahreszeit – eine Buchvorstellung

Grado Friaul Buch

Altstadt, Strände und Lagunen – Grado bietet für alle etwas (Foto: Sandra Raccanello/Schapowalow – styria regional Verlag)

Grado ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein See- und Kurbad, das damals wie heute unzählige Österreicher anzieht. Sehenswert die verwinkelte Altstadt mit ihren uralten Kirchen, beispielsweise der Dom Sant’Eufemia, der 579 geweiht wurde. Mit einem Wassertaxi vom Hafen in Grado zur Insel Barbana mit der Wallfahrtskirche Santa Maria di Barbana oder einfach nur gut Essengehen in einem der unzähligen Lokale. Grado ist seit bald 30 Jahren eines meiner Lieblingsreiseziele in Italien. Damit bin ich aber nicht alleine. Evelyn Rupperti schreibt sogar Bücher darüber.

Grado, der nahe Süden zu jeder Jahreszeit
Sieben Jahre nachdem Rupperti erstmals diesen Führer herausgebracht hatte, hat sie den Inhalt überarbeitet, aktualisiert und das Büchlein mit 188 Seiten, aber sehr handlich in schmalem Format, neu aufgelegt. Zwei Dinge haben sich in der Neuausgabe stark verändert: die optische Gestaltung des Textes wurde verbessert und das Glossar für Fisch & Co ausgeweitet.
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Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen, ein Buchtipp

Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen

Titelbild (Bildquelle Verlag Manz Wien)

Ich bin zwar kein Jurist, habe trotzdem dieses Buch gelesen. Es ist das dritte dieser Art, nach London und Paris, das im Verlag MANZ’sche Wien erschienen ist und bietet wieder viel Interessantes. Für meine nicht-österreichischen Lesen: Hofrat  ist einer der vielen, alten österreichischen Beamtentitel (hier kann man mehr darüber lesen).

Manches über die österreichische Geschichte wird mit dem Lesen des Buches verständlicher
Zunächst einmal wird die Entstehung Österreichs erklärt, um darauf aufbauend die spätere Entwicklung von Justiz und Staat besser verstehen zu können. In diesem Zusammenhang wird auch erklärt, wann und wie der Wein nach Österreich kam und die Heurigen entstanden. Nicht unerwähnt bleibt ein dunkles Kapitel in der Geschichte Wiens, die Geserah der Juden 1420/21, ein Massenmord im Wiener Judenviertel.

Viele Details, wie beispielsweise über das zwielichte Vergnügungsviertel am Spittelberg Weiterlesen

Feinspitz im Innviertel – ein Buch mit mehr als 40 Einkehrtipps

Feinspitz im Innviertel

Titelbild „Feinspitz im Innviertel“

Das Buchformat: klein und handlich, der Inhalt: interessant und vielseitig

Soll ich jetzt schreiben, leider oder Gott-sei-Dank ist die Gastronomie im oberösterreichischen Innviertel (noch) so unbekannt? Denn wer glaubt, das Innviertel sei „totes kulinarisches Gelände im Nordwesten Österreichs“, der irrt!

Surspeck-Grammelschokolade, genannt „Innviertler Versuchung“; ein Wein, ein Cuvée-Trio aus den Sorten Chardonnay, Weißburgunder und Gelber Muskateller aus dem Innviertel, kann man verkosten;  eine Haube, zwei „A la Carte“-Sterne und 2009 die begehrte „Trophée Gourmet A la Carte“ zieren das Gasthaus Maria von guten Rat in Gstaig; Frau Maislinger vom Seewirt in Holzöster in der Urlaubsregion Seelentium macht aus Pielachtaler Dirndln, eine Steinfrucht, eine Marmelade – Vinotheken, Hofläden, Wirtshäuser und Restaurants für jeden Geschmack und Geldbeutel hat Klaus Ranzenberger aus dem Innviertel zusammengetragen. Schließlich widmet er noch ein eigenes Kapitel drei „Lebensgrundlagen“ im Innviertel: dem Innviertel als Bierregion, als Mostregion und Region der Edelobstbrennerei, ergänzt, wie eingangs erwähnt, mit einem Innviertler Winzer.

In den Buchdeckelklappen vorne und hinten  hat man eine Übersichtskarte zur Hand, die Beiträge sind mit ansprechenden Bildern aufgelockert und überall gibt es Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten.

Autor: Klaus Ranzenberger
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-7025-0694-0

Nur in Paris – ein Reiseführer zu einzigartigen Orten, geheimen Plätzen und ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten

Nur in Paris

Titelbild (Quelle Christian Brandstätter Verlag Wien)

Ein Leser schrieb in seiner Rezension eines Reiseführers einer Stadt, dass das Buch sehr schlecht sei. Weil der Autor nämlich nicht kurz und bündig jene Sehenswürdigkeiten aufgelistet hatte, die man als eiliger Besucher in drei Stunden einfach sehen muss! Punkt. Dieser Leser hätte es mit dem vorliegenden Buch wohl noch schwerer gehabt: Smith listet nämlich 98 Orte und Bemerkenswertes auf, von denen mindestens zwei Drittel unter den Begriff „muss man einfach sehen“ fallen. Aber sicher nicht in drei Stunden!

Kunstobjekte, Gebäude, Lebensweisen , Menschen – ein ganz anderes Paris!

Es hängt nun sicherlich aber auch davon ab, was der Leser unter dem Begriff „muss man einfach sehen“ versteht. Smith scheint da, so wie ich, ein Anhänger der unscheinbaren, abseits liegenden Kleinode zu sein, die eine Stadt, wie Paris beispielsweise, erst so richtig erlebenswert machen […weiterlesen]