Der Fisch-Mann, der den Kaviar österreichisch machte: Walter Grüll

Die Fisch-Familie-Grüll (von links): Walter, Alexandra, Uschi und Patrick (Sommer 2012)

Die Fisch-Familie-Grüll (von links): Walter, Alexandra, Uschi und Patrick (Sommer 2012)

„Komm, ich zeig dir meine neuen amerikanischen Hummer“, Walter Grüll greift vorsichtig ins Wasserbecken und holt fast liebevoll einen riesigen Hummer heraus. Nur kurz, gerade eine Fotolänge, dann lässt er das Tier wieder behutsam ins Wasser. Der Umgang mit den Lebewesen im Wasser erfolgt mit Respekt.

Vom Schreibtischhengst zum Kaviarproduzenten

Schon als kleiner Bub züchtete Walter Grüll Fische im Keller seines Elternhauses in Salzburg-Parsch. Nach der Matura begann er dann im Herbst 1981 so richtig mit der Fischzucht neben seinem Job beim Land Salzburg. Damals verkaufte nur ab Fischbecken und an die Gastronomie. 1992 hing er endgültig seinen Bürojob an den Nagel und eröffnete mit einem Kompagnon sein Fischgeschäft in Grödig südlich der Stadt Salzburg. „Zum Fischer“ („Al Pescatore“) nannte er es damals und es wurde schnell über die Grenze der kleinen Marktgemeinde im südlichen Flachgau hinaus bekannt.

1993-2013: 20 Jahre Walter Grüll Fischspezialitäten in Grödig bei Salzburg

1993-2013: 20 Jahre Walter Grüll Fischspezialitäten in Grödig bei Salzburg, da freut sich der Meister still, aber doch! Hier in seinem neuen Bistro

Still und leise begann Walter Grüll an zwei Projekten zu arbeiten, die bald für Schlagzeilen in ganz Österreich und darüber hinaus sorgten. Grüll gelang die Zucht von Stören und seit 2002 bietet er  echten Stör-Kaviar an, den einzigen Österreichs! Grüll zählt seither zu den nur zwölf Züchtern von Stören weltweit. Er züchtet zehn verschiedene herkömmliche Arten. Das war die Sensation Nummer eins. Doch sein wirklich großer Wurf ist die Züchtung von zwei weißen Störarten, von Albino-Stören, von denen weltweit nur acht Kilo Kaviar geerntet werden können! Wie viel davon aus Grülls Zucht stammt, darüber hüllt sich der Züchter schmunzelnd in Schweigen.

[zu meinem Beitrag im den österreichischen Bezirksblätten online mit allen Bildern]:

„Reproduktiven Zuchthilfe“ am anderen Ende der Welt
Die Fisch-Familie Grüll
Uschis Rhabarber-Weincreme-Torte
Das „gewisse Extra“ – Patrick’s Fischzubereitungstipps

 

Walter Grüll, Fischzüchter und Kaviarproduzent, zog in die „weite Welt“ und lehrte…

Walter Grüll scheint von der lokalen Spezialität "Cui" - Meerschweinchen - begeistert zu sein, gegessen wurde es in den Hallen des Fischereibetriebes - ein Fahrrad als Deko

alter Grüll scheint von der lokalen Spezialität "Cui" - Meerschweinchen - begeistert zu sein, gegessen wurde es in den Hallen des Fischereibetriebes - ein Fahrrad als Deko

„Ach ja, die Händlerin aus Cusco fragte noch, mit was du räucherst…“ schrieb Christina im Sommer 1998 an den Salzburger Fischzüchter Walter Grüll vom Al Pescatore in Grödig

„Reproduktiven Zuchthilfe“ am anderen Ende der Welt

Doch blenden wir in den Mai des Jahres 1998 zurück. Das kleine peruanische Dorf Arapa liegt am gleichnamigen See, einem Seitenarm des Titicaca-See, rund 11 000 Kilometer südwestlich der kleinen Salzburger Gemeinde Grödig. Arapa befindet sich in Südamerika im Hochland der Anden auf 3 878 m ü. A., Grödig auf 446 m ü. A.; in Arapa spricht man Quechua, die meistgesprochene indigene Sprache Südamerikas, in Grödig wird ein Salzburger Dialekt gesprochen, wohl nicht die meistgesprochene Sprache Europas. Weiterlesen