Julius von Payer: Alpinist, Polarfahrer und Maler

Gemälde von Julius Payer “Nie zurück“ (Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition). Hier beschwor der Expeditions-Kommandant Karl Weyprecht seine Männer, zu Fuß nach Süden zu gehen und „nie zurück“ zum Schiff. (Quelle wikipedia)

12. Mai 2021 | Julius von Payer (* 1841; † 1915) wurde als Teilnehmer an der Österreich-Ungarischen Nordpolarexpedition 1872 bis 1874 berühmt. Doch war er auch ein bedeutender Erschließer Südtiroler und Trentiner Gebirgszüge und den überwiegenden Teil seines Lebens erfolgreicher Historienmaler. Der Frankfurter Historiker Frank Berger brachte 2015 anlässlich des 100. Todestages von Payer eine ausgesprochen interessante Biografie als Buch im Tyrolia Verlag Innsbruck heraus. Vor Jahrzehnten las ich das Buch „Nie zurück“ über die Österreich-Ungarische Nordpolarexpedition, an der Payer teilgenommen hatte. Dies war der Grund für mich, das vorliegende Buch zu lesen.

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Buchtipp: Max Reisch: Über alle Straßen hinaus

Max Reisch

Buchtitelbild „Max Reisch“

Prof.  Max Reisch war ein österreichischer Forscher, Pionier und Wüstenfahrer des 20. Jahrhundert. 2012 hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert und aus diesem Anlass erschien ein Biografie über ihn.

Der Autor hat ein interessantes Buch geschaffen, in dem er das Leben des Forschers, Pioniers und Wüstenfahrers Max Reisch schildert. Christoph findet aber auch ein gutes Maß für ergänzende Informationen. So kann man über die Herkunft der Familie Reisch nachlesen, dass diese Familie die heutige Spar-Einkaufsmarktkette in Tirol gegründet hatte, welche Österreicher in den letzten Jahrhunderten als Forscher und Pioniere erfolgreich waren und der Autor geht der Frage nach, wer ein Abenteurer ist.

Natürlich werden die beiden großen Weltreisen Reisch‘ auf einem Puch-Motorrad und mit einem Puch-Automobil ausführlich behandelt. Dabei sind auch für mich neue interessante Details erwähnt, wie beispielsweise ein dritter Mann bei der Weltreise im Puch-Automobil, der eine zwielichte Rolle spielte. Im Kapitel über Reisch‘ Buch „Mausefalle Afrika“, also seines Einsatzes während des Zweiten Weltkriegs in Nordafrika und im darauffolgenden Kapitel „Was ist ein Abenteurer?“ lese ich kritische Untertöne des Autors bezüglich der Einstellung Max Reisch‘ zu seinem militärischen Einsatz und seiner Verbindung zur rechtslastigen Scharnhorst-Buchkameradschaft. Aber möglicherweise handelt es sich dabei um persönliche Interpretationen des Autors, da mir vorkommt, dass der Autor Max Reisch persönlich nicht oder nur wenig kannte.

Obwohl gut recherchiert finden sich kleine Ungenauigkeiten im Buch. Christoph schreibt auf Seite 29, dass das Buch über die legendäre Rallye Peking – Paris im Jahr 1907 erst im Jahr 2008 in Deutsch erschienen war. Richtig ist aber, dass bereits 1908 eine deutsche Fassung mit dem Titel „Peking – Paris im Automobil“ von Luigi Barzini im Brockhaus-Verlag erschienen war (ich besitze ein Exemplar dieser Ausgabe) [… weiterlesen]