Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen, ein Buchtipp

Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen

Titelbild (Bildquelle Verlag Manz Wien)

Ich bin zwar kein Jurist, habe trotzdem dieses Buch gelesen. Es ist das dritte dieser Art, nach London und Paris, das im Verlag MANZ’sche Wien erschienen ist und bietet wieder viel Interessantes. Für meine nicht-österreichischen Lesen: Hofrat  ist einer der vielen, alten österreichischen Beamtentitel (hier kann man mehr darüber lesen).

Manches über die österreichische Geschichte wird mit dem Lesen des Buches verständlicher
Zunächst einmal wird die Entstehung Österreichs erklärt, um darauf aufbauend die spätere Entwicklung von Justiz und Staat besser verstehen zu können. In diesem Zusammenhang wird auch erklärt, wann und wie der Wein nach Österreich kam und die Heurigen entstanden. Nicht unerwähnt bleibt ein dunkles Kapitel in der Geschichte Wiens, die Geserah der Juden 1420/21, ein Massenmord im Wiener Judenviertel.

Viele Details, wie beispielsweise über das zwielichte Vergnügungsviertel am Spittelberg Weiterlesen

Salzburg, die schönsten Seiten der Festspielstadt, eine Buchvorstellung

Salzburg, die schönsten Seiten der Festspielstadt - eine Buchvorstellung

Die Silouette der Salzburger Kirchtürme und vom Leben und Sterben des reichen Jedermanns – das Titelbild des Buches (Bild: Verlag Christian Brandstätter Wien)

Einzigartige Bilder und sehr gut gewählter Text, ansprechendes Layout

Den beiden Autoren ist auf knapp 300 Seiten etwas gelungen, was auf den ersten Blick einfach erscheint, es aber nicht ist! Nämlich aus der fast 1 800jährigen Geschichte der Stadt Salzburg einerseits nur das Wesentliche zu schildern, andererseits aber doch so viel und so gekonnt ausgewählt, dass der Leser einen umfassenden Eindruck dieser ältesten Stadt des heutigen Österreichs erhält.

Neuhardt stellt den geschichtlichen Teil unter den Titel „Eine Geschichte des Erzbistums in Schlaglichtern“: „Hruedprecht und Frgal – wer waren sie wirklich?“, „Hier wohnt die Schönheit Hüterin der Todten“ sind zwei der 36 Themen dieses Kapitels. Besonders gut gelungen finde ich die Auswahl der Fürsterzbischöfe, was angesichts der mehr als 80 auch nicht ganz einfach ist. Doch mit Eberhard II., dem „Baumeister des Landes Salzburg“, Wolf Dietrich von Raitenau oder dem Fürsterzbischof mit dem Brezelschweif, Paris Graf Lodron (u. a.) schreibt Neuhardt durchaus lebendig und interessant über die interessante Geschichte des Landes. […weiterlesen]

Steiermark: eine Geschichte des Landes

Buchtitelbild

Buchtitelbild „Steiermark – eine Geschichte des Landes“

Dieses Buch bietet einen guten geschichtlichen Überblick mit ein paar Schwachstellen.

Ich hatte mir das Buch besorgt, weil ich einiges über die Geschichte des steierischen Ennstal zu erfahren hoffte. Dies trifft aber nur bedingt zu, denn das Buch verfügt zwar über ein (grobes) Inhaltsverzeichnis (mehr oder weniger nach Jahrhunderten), nicht aber über ein Register. Suchen nach einer Eintragung über Schladming beispielsweise heißt, rund 340 Seiten durchblättern. Spärlich sind genaue Datumsangaben bei Ereignissen und lokale geschichtliche Entwicklungen wie zum Beispiel über den Bergbau in den Schladminger Tauern findet man nur ansatzweise.

Das waren jetzt einmal die Kritikpunkte an dem an und für sich aber praktischen Buch. Praktisch, weil das Kleinformat gut zu lesen ist, man das Buch leicht irgendwohin mitnehmen kann […weiterlesen]

Die Sisi-Straße – Lebensweg der Kaiserin Elisabeth, eine Buchbeschreibung

Titelbild Buch

Titelbild Buch „Die Sisi-Straße“

Über 2 000 Kilometer, 30 Orte und Regionen sowie 19 Schlösser: Gibt es das Schloss Possenhofen noch? Wo wohnte Kaiserin Elisabeth bei ihren Besuchen in München? Wie kam sie zu Schloss Gödöllö?

Die Geschichte der Kaiserin und Reisesehenswürdigkeiten gut kombiniert
Das Buch ist weder ein typischer Reiseführer noch ein typisches Geschichtsbuch, es ist von beiden etwas in guter Mischung. Die Lebensgeschichte der Kaiserin von Österreich ist lediglich der Leitfaden durch das Buch. Nun wird wohl kaum jemand alle in diesem Buch beschriebenen Orte in der Schweiz, Deutschland, Italien, Österreich und Ungarn in einer einzigen Reise besuchen. Aber das Buch eignet sich recht gut unter dem Aspekt auf den Spuren Elisabeths und ihrer Familie verschiedene Reisen zu planen [weiterlesen]

Buchtipp: Iuvavum, Alltag im römischen Salzburg

Salzburg zur Römerzeit

Titelbild

Sehr anschaulich, gar nicht trocken geschrieben und voller Information
Na, das kann ein Buch sein! Steine, nicht Greifbares, Vermutungen – das waren meine Gedanken, als ich von diesem Buch las. Doch welch‘ Irrtum! Schon die zweiseitige Übersicht der Geschichte Ivavum (Salzburg) zeigt: da war was los! Die anschließende Stadtwanderung von Nonntal beginnend bringt Erstaunliches: der Autor wandert durch die Straßen und Gassen, schildert, was damals – zur Römerzeit – hier und da gewesen war und was man heute sieht. So geht das Straßeneck in der Kaigasse nächst dem Hotel Kasererbräu auf den wichtigsten Tempel der römischen Stadt zurück… [weiterlesen]

Ein besonderes Salzburg-Buch: Wege zum Bier – 600 Jahre Braukultur

Titelbild Wege zum Bier - 600 Jahre Braukultur: es zeigt eine zeitgenössische Szene von 1910 im Stieglkeller

Titelbild Wege zum Bier - 600 Jahre Braukultur: es zeigt eine zeitgenössische Szene von 1910 im Stieglkeller

Dass einst das Bier auch manchmal „gepantscht“ war und man lieber welschen (aus Italien) Wein in Salzburg trank, sehr zum Missfallen der Salzburger Fürsterzbischöfe, sind Salzburger Trink-Gegensätze der Geschichte. Heute wird wohl niemand daran zweifeln, dass Bier zu Salzburg gehört wie Mozart oder die Festspiele. Und über die Geschichte des Bieres in Stadt und Land Salzburg erzählt das neue Buch, das ich heute gerne vorstellen möchte.

Sehr gut recherchiert, umfassend, gut illustriert – ein Buch für Bier-Geschichtsfreunde
Proteste gegen Umgeldpauschalierung und Bierzwang der Hofbrauereien, von der Zunftordnung und Pfuscher, über Mozarts Besuche in Bräuhäusern, den ruinösen Verdrängungswettbewerb der Brauereien Anfang des 20. Jahrhunderts, über Bierseligkeit und längst verschwundene Brauereien wie der Guggenthaler Brauerei, dem Noppinger Bräu oder Höllbräu – die Geschichte des Bieres auf Salzburger Boden wird im ersten Teil des Buches auf rund 80 Seiten anschaulich beschrieben. Weiterlesen

Buchtipp: Themse, Tod und Tower – der London-Führer (nicht nur) für Juristen

Themse, Tod und Tower Der London-Führer für Juristen

Themse, Tod und Tower Der London-Führer (nicht nur ) für Juristen

Die Wiener Autorin Barbara Sternthal fiel mir erstmals vor ein paar Jahren mit ihrem Buch „Wien man Venezianer wird“ auf. In Folge las ich „Dogen, Diebe, Delinquenten – der Venedig-Führer für Juristen“ von ihr und nun ihr Buch „Themse, Tod und Tower – der London-Führer für Juristen“. Und ich finde, alle drei Bücher sind lesenswert. Doch heute möchte ich meine Meinung über ihr letztes Buch verbreiten.

Ein durchaus spannender und informativer London-Führer nicht nur für Juristen
Vom Format her ein kleiner Führer, vom Inhalt her rund 140 Seiten geballte Information über Geschichte, Rechtswesen, Personen und Vorfälle. Ich gebe aber gerne zu, dass es manchmal sehr intensiv wird, was da an Wissen vermittelt wird und Juristen da und dort aufgrund ihres Fachwissens bei manchen Begriffen im Vorteil sind. Aber wer sich einmal von einer ganz anderen Seite mit der Geschichte Londons auseinandersetzen will, der erfährt in diesem Buch jede Menge Wissenswertes. Weiterlesen