Venedig und der Lido, Eindrücke des Fotografen und Piloten Gerald Lehner

Im Anflug auf den Flugplatz „Giovanni Nicelli Aeroporto“ auf dem Lido di Venezia. Im Bild die Altstadt von Venedig umgeben von der Lagunenlandschaft. In der Bildmitte die Insel Vignole. Sie dient – wie die Insel Sant’Erasmo (rechts unten) – durch den Gemüseanbau der Versorgung der Stadt Venedig. © Gerald Lehner.

Salzburg | Venedig | 24. Juni 2021 | Der Salzburger Gerald Lehner, Pilot, Fotograf und ORF-Journalist unternahm am Dienstag, den 15. Juni 2021, einen Schulungsflug mit einer Flugschülerin von Salzburg über die Alpen in die alte „Serenissima“, nach Venedig. Wie er auf dem kleinen Flugplatz am Lido di Venezia landen konnte, obwohl die Mannschaft des Towers an jenem Tag frei hatte, Einblicke in die venezianische Geschichte und was er sonst noch erlebte, schildert er in diesem Beitrag, den ich freundlicherweise von ihm veröffentlichen darf.

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Zum Carnevale nach Venedig – ja oder nein?

Seit Jahren scheinen sich Medien in der Faschingszeit wenn es um DEN Fasching geht, auf den Carnevale di Venezia eingeschossen zu haben. Muss man dort wirklich dabei gewesen sein, um das Leben erlebt zu haben?

Ich sage: nein!

Natürlich war ich auch schon dort. Aber genau aus diesem Grund bin ich auch zu meiner Meinung gekommen. Natürlich sind die Kostüme überwiegend „toll“ und „sehenswert“. Nun kommen aber die „aber“…

… es sind fast keine Venezianer mehr in den Masken, vielleicht noch ein paar andere Italiener, aber die Masse sind Deutsche, Schweizer, Österreicher und andere Touristen, die in den mehr oder weniger venezianischen Kostümen stecken. Die Venezianer selbst haben sich von diesem Spektakel schon vor Jahren wieder zurück gezogen und feiern ihre eigenen, echten venezianischen Kostümbälle. Aber in alt-ehrwürdigen Palazzi, Touristen fast ausgeschlossen, ausgenommen, sie kennen einen Venezianer, der dort Zutritt hat und besitzen viel Geld – denn der Eintritt zu solchen, echten Faschingsereignissen kosten manchmal mehrere Hundert Euro Eintritt.

… das Gedränge vor allem in den letzten Tagen des Faschings in den Gassen und auf den Plätzen im Zentrum Venedigs ist unerträglich. Es ist manchmal auch eiskalt, zumindest bläst oft ein kalter Wind, die Lokale bieten zu überteuerten Preisen Speisen und Getränke, Parkplatzgebühren, Toilettengebühren, geschmalzene Transportgebühren in den öffentlichen Linienschiffen machen einen „Ausflug“ zu einem kostspieligen Besuch in der Lagunenstadt. Nur um dann je nach Tag und Tageszeit ein paar, vielleicht auch viele Masken, mit Ausländern, zu sehen?

Wenn Sie aber schon unbedingt zur Hoch-Zeit des venezianischen Karnevals in diese Stadt wollen: erkundigen Sie sich nach den kleineren Umzügen und öffentlichen Veranstaltungen abseits von San Marco! I den anderen Stadtvierteln finden nämlich noch echte „einheimische“ Veranstaltungen statt. Mit echten Venezianern…

Und noch was: In Italien gibt es zu Hauf unterhaltsame Faschingsveranstaltungen. In Ivrea, Piemont, beispielsweise, wird mit Orangen herum gemantscht und geworfen; der „Carnevale di Viareggio“ in der Toskana zeigt bei mehreren großen Paraden die lustigsten Figuren und Darstellungen;

Dieser Link bietet eine Übersicht über alle im Land stattfindenden Carnevale! Übrigens, das Wort „Carnevale“ setzt sich aus „Carne“ – Fleisch, und „vale“ ist wert, zusammen; frei übersetzt: die Zeit, in der noch Fleisch gegessen werden darf; andere dialektische Übersetzungen meinen, der Carnevale sei die Zeit, nach der das Fleisch geht, nichts mehr „wert“ sei.