Erde mein Körper, Wasser mein Blut, Luft mein Atem und Feuer mein Geist – Alpenschamanen 2012

Alpenschamanentreffen 2012 am Johannishögl in Piding, Bayern

Ritual-Leiter bei der Eröffnungszeremonie: von links: Peter Hampek, Rainer Limpöck und Margit Bohnhagen (mit Rücken), nicht im Bild Anna Maria Schauberger

Bayern | Högl | Die Alpenschamanen trafen sich am Högl. Rhythmischer Trommelschlag war zu hören, der Geruch von Kräutern strömte über die Wiese neben dem Berggasthof Johannishögl, auf der Menschen einen Kreis bildeten, in dessen Mitte ein Feuer brannte.

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Sie alle verbindet der „Große Geist“

Der Bad Reichenhaller Sozialpädagoge Rainer Limpöck veranstaltet schon seit vielen Jahren ein Treffen der Alpenschamanen in Bayern, zunächst im Steinzeitdorf Siegsdorf, seit drei Jahren am Johannishögl am Högl im Rupertiwinkel nächst der Salzburger Grenze. Ob Christ, Buddhist oder Moslem, ob sibirischer, ob keltischer Schamane oder ein Schamane der Alpen, sie alle verbindet der „Große Geist“ ungeachtet ihrer unterschiedlichen Schreibweisen und Darstellungen. So schreibt Limpöck in seinem Buch „Die Zauberkraft der Berge“ über Alpenschamanismus. Den Johannishögl hat Limpöck für seinen alljährlichen Treffen gewählt, weil er zwei Verbindungen zum Schamanismus aufweist. Einerseits siedelten um 1800 v. Chr. am Fuße des Johannishögls keltische Alaunen, die den Johannishögl als Kult- und Opferstätte nutzten und Schamanen ihrer Zeit waren. Andererseits blickt man auf den gegenüberliegenden, sich mächtig und dominant erhebenden Untersberg, einen der „heiligen Berge“ der Welt – der Dalai Lama soll ihn als ein Herzchakra der Erde bezeichnet haben.

Gemeinsame Zeremonie, wie auch in anderen Religionen am Beginn eines Treffens

Sie sind keine „Wilden“, die Alpenschamanen, sie sind Menschen, die altes Wissen über die Kraft der Erde, der Luft, des Wassers und des Feuers, über die Natur und ihre Lebewesen wieder aufleben lassen, die heilende und lehrreiche Ahnenkultur pflegen, die es bis zur Christianisierung auch im Alpenraum gegeben hatte. So begann dann das Alpenschamanentreffen letzten Samstag, den 4. August 2012 am Johannishögl, mit einer Eröffnungszeremonie, in der die vier Himmelsrichtungen, Mutter Erde, Vater Himmel, die vier Elemente und Krafttiere um Hilfe und Unterstützung gebeten wurden. Dem Grunde nach also eine Zeremonie, wie sie auch in anderen Religionen am Beginn eines Treffens steht. Anschließend stiegen die Teilnehmer zur Johanniskirche hinauf, wo sie unterhalb eines Kreuzes zunächst abgeräuchtert, also ihre Aura durch Rauch von Kräutern gereinigt wurde. Dann durchschritten sie eine „Trommelgasse“ – die im Gleichklang erklingenden Trommeln, links und rechts des Weges, ließen die Körper der Durchschreitenden angenehm vibrieren und ein Wohlgefühl entstehen.

Alpenschamane und Organisator Rainer Limpöck

Alpenschamane und Organisator Rainer Limpöck

Auch Schamanen haben nicht immer Einfluss auf das Wetter

So vorbereitet auf das Programm folgte ein Nachmittag wechselnder Workshops über Chakren-Mineralien, Vorträge über den Körper als eine magische Truhe, über Franz von Assisi – Heiliger oder Schamane seiner Zeit, Lebenspflege mit Qigong, schamanische Reisen und anderes. All dies geschah natürlich draußen in der Natur, auf Mutter Erde, und wurde mit einer Abschlusszeremonie beendet. Mit Musik der Gruppe „Native Folks“ hätte das Alpenschamanentreffen am Lagerfeuer ausklingen sollen. Doch auch Schamanen haben nicht immer Einfluss auf das Wetter und so brach abends ein Gewitter über dem Högl los, das jede Menge Wasser vom Himmel schüttete und die Teilnehmer in den Berggasthof flüchten ließ. Nachdem die Urgewalten sich ausgeblitzt, -gedonnert und -geregnet hatten, klarte es auf und ein herrlicher Regenbogen stieg aus dem Salzburger Becken dem Himmel empor. Ein schöner, eindrucksvoller Abschluss des Alpenschamanentreffens 2012 am Johannishögl!

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