…drei, zwei, eins – Start! Edelweiß Bergpreis Roßfeld Pressetag

int. Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden 2013 - Pressetag 2012

Jochen Mass (links) und Joachim Althammer vor dem Mercedes SSK bei der Pressekonferenz im September 2012 (Fotograf: uwe-kurenbach@t-online.de, Quelle Heimatmuseum Berchtesgaden)

Bayern | Berchtesgaden | Roßfeld | Mit 94 Stundenkilometer die Roßfeld-Straße hinauf

Gerhard Mitter, späterer mehrfacher Automobil-Bergeuropameister aus Böblingen steht mit seinem Mitter-DKW am Start bei der Mautstelle-Süd der Roßfeld-Panoramastraße am Obersalzberg bei Berchtesgaden. Noch einmal steigert er die Drehzahl, während Joachim Maria Wohlgeschaffen die Startflagge hebt und mit der rechten Hand die letzten fünf Sekunden vor den Augen Mitters herunter zählt: fünf – vier – drei – zwei – eins – Start. Wohlgeschaffen gibt die 5,9 Kilometer lange Rennstrecke für Gerhard Mitter frei. Unter Aufheulen des 3-Zylinder 2-Taktmotors, der 95 Pferdestärken entwickeln kann, driftet Mitter in die erste Kurve und beginnt die 700 Höhenmeter zu erklimmen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93,99 km/h oder 3:49,8 Minuten später senkt sich die Zielflagge auf 1 500 Meter Seehöhe – Gerhard Mitter gewinnt am 16. Juni 1960 in der Rennwagenklasse das internationale Roßfeld-Bergrennen.

Alle Bilder vom Pressetag ⇒  auf meiner Bilderplattform

Int. Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden 2013
52 Jahre später, am Freitag, den 28. September 2012, rollt Sigi Huber, ehemaliger Rallye-Europameister, mit seinem Jaguar Typ E Serie 1, 3,8 Liter, Baujahr 1963, 360 PS, an den Start bei der Mautstelle Süd. Es ist Pressetag für den im kommenden Jahr stattfindenden „internationalen Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“, ich habe den Hosenträger-Sicherheitsgurt festgezurrt, meine Nikon-Kamera schussbereit in Händen. Bernd Buchwinkler hebt die Startflagge. Sein Vater Hans war Rennleiter aller historischen Rennen am Roßfeld von 1958 bis 1977. Kommendes Jahr wird der Sohn Bernd die 150 erwarteten Fahrzeuge auf die Strecke schicken. Joachim Maria Wohlgeschaffen, einst Starter, hält nun den Holzstartklotz unter das Hinterrad des Jaguars von Huber, damit dieser nicht mehr auf der Bremse stehen muss, sondern nur auf Kupplung und Gas stehen kann. Bernd Buchwinkler hebt seine rechte Hand und zählt die letzten fünf Sekunden herunter: fünf – vier – drei – zwei – eins, die Startflagge senkt sich, Sigi Huber lässt die 360 PS aufheulen und entschwindet mit mir in die erste Linkskurve. Der Reihensechszylinder unter der Motorhaube scheint nur leise zu schnurren, während Sigi Huber in die erste lange Geraden hinaus beschleunigt. 4 000 Umdrehungen pro Minute zeigt der Drehzahlmesser, die Geschwindigkeit kann ich nur schätzen – 90 km/h? 100 km/h?

mit Flagge: Bernd Bachwinkler (mit Startfahne), sein Vater Hans war bei allen Rennen Rennleiter gewesen, Beifahrer Thomas Frank von der Audi Tradition, am Steuer Hans Hofmeister, der Besitzer und Erbauer des Thurner RS, Thomas Buchwinkler, rechts, Sohn von Bernd Buchwinkler und stellv. Rennleiter.

mit Flagge: Bernd Bachwinkler (mit Startfahne), sein Vater Hans war bei allen Rennen Rennleiter gewesen, Beifahrer Thomas Frank von der Audi Tradition, am Steuer Hans Hofmeister, der Besitzer und Erbauer des Thurner RS, Thomas Buchwinkler, rechts, Sohn von Bernd Buchwinkler und stellv. Rennleiter.

Am Straßenrand tauchen immer wieder Streckenposten des ISSC-Austria-Streckenpostenclubs des Salzburgrings auf. Obwohl es sich heute nur um einen Pressetag handelt, hat Veranstalter Joachim Althammer die Veranstaltung so realistisch und so sicher wie möglich organisiert. Licht- und Schattenstreckenabschnitte wechseln sich ab. Manche Stellen des Asphalts sind noch von Morgentau nass, andere wiederum bereits aufgetrocknet, es ist kurz nach 11 Uhr Vormittag. Die Strecke ist zwar abgesperrt, doch kommen uns immer wieder andere Teilnehmer dieser Presseveranstaltung mit ihren Fahrzeugen entgegen. Daher, meint Sigi Huber, kann er nicht „wirklich aufdrehen“. Für eine Idee, wie sich Renntempo anfühlen könnte, reichen Geschwindigkeit und fahrerisches Können von Sigi Huber allemal aus. Schade nur, dass meine Bilder nicht die leichten Fliehkräfte in den Spitzkehren zeigen können. Die Zielflagge fange ich dann wieder mit meiner Kamera ein und wir rollen zur Ahornkaser-Hütte aus, wo sich alle zur Pressekonferenz treffen. Zeit habe ich keine gestoppt. Ein Erlebnis war es jedenfalls! Mehr darüber und die Veranstaltung 2013 hier am Roßfeld in meinem nächsten Beitrag.

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