Buchtipp: Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße

Buchtipp: Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße

Das Titelbild ist von der Edelweißspitze aufgenommen, zeigt in der Bildmitte das Fuscher Törl, links den Brennkogel (3 018 m ü. A.) und rechts das Sinnwelleck (3 261 m ü. A.), Blickrichtung Westen

Salzburg | Kärnten | Hohe Tauern | Eine Raststätte, durch deren Mitte die Grenze zweier Gemeinden des Nationalparks Hohe Tauern verläuft, ein Wirt, der verletzte Murmeltiere – Mankeis – aufzieht, Schneefräsen, konstruiert vom Erbauer der Straße, Hofrat Wallack, die schon über 50 Jahre im Einsatz sind, die Geschichte von der Hexenküche, ein Turm auf der Edelweißspitze, der einen wichtigen geografischen Vermessungspunkt in den Alpen darstellt, Kunstwerk „Kraft Wellenberg“, in Stein gehauene Bergmännlein, der schönste Jausenplatz Österreichs, die Glocknersage oder Pfirsiche, Feigen, Melonen, Champagner und Tokayer bei der Erstbesteigung des Großglockners – Herbert Gschwendtner hat einfach ein sympathisches, lesenswertes Buch geschrieben! Und er hat viele noch unbekannte, zumindest weniger bekannte Details aufgegriffen (Blunter Tauern, altes Streckentelefon, Rotmoos im Käfertal u.a.).

Hexenzahn, Türkenbundlilie, Gamsgrubenweg – viele Bilder im Buch

Doch nicht nur das. Die ganz- und doppelseitigen Bilder zeigen einerseits schon auch die eindrucksvolle Gebirgslandschaft entlang der Straße, andererseits bietet aber fast jedes Bild ein besonders Detail, wie beispielsweise der Hexenzahn in der Hexenküche, die Türkenbundlilie am Blumenlehrweg Schöneck, auf der eine Biene (oder Hummelart?) sitzt oder das Bild, das den Blick aus einem Tunnel am Gamsgrubenweg zeigt, in dessen Mitte der Großglockner aufragt. Allerdings bin ich mit der Qualität zweier Bilder nicht ganz zufrieden – der Almrausch ist etwas unscharf geraten und ein Bild mit dem Großglocknergipfel, dominant die Seite einnehmend, trägt den Titel „Kasereck-Kapelle“ – die man aber am Bild erst suchen muss (und ganz klar ist das Bild auch nicht – milchig). Aber dies sind wirklich zwei Ausnahme der sonst sehr gelungenen (farblich wie von der Druckqualität) Bilder in diesem Buch.

Alle Texte auch in Englisch

Vier Dinge möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Erstens: Auf den vorderen und rückseitigen Innenseiten gibt es eine sehr gute Karte, die die Großglockner Hochalpenstraße von Bruck an der Großglockner Hochalpenstraße bis Heiligenblut, vom Johannisberg bis zum Rauriser Tauernhaus darstellt. Zweitens: Ein Stichworteverzeichnis. Drittens: Ein doppelseitiges Panoramabild von der Edelweißspitze aufgenommen, das die Berggipfel – beschriftet – gegen Westen zeigt und viertens der internationalen Bedeutung der wohl eindrucksvollsten Panoramastraße Europas entsprechend sind alle Texte auch auf Englisch zu lesen – da kann ich mein Englisch wieder gut auffrischen!

Ein kurzweiliges Buch mit vielen interessanten Details

Es ist ein Buch, das die Vielfalt der Erlebnisse entlang der über 40 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße schildert ohne aber ermüdend zu wirken und doch einige Details mitteilend. Es ist ein Buch, das man als Salzburger gerne zur Hand nimmt oder auch an Gäste oder Freunde verschenkt – als sinnvolle, gut gestaltete Erinnerung an eine Hochgebirgsstraße, über deren Erbauung anfangs die Fachwelt lachte und als nicht überlebensfähig abtat. Mehr als 60 Millionen Besucher seit ihrer Eröffnung 1935 haben die Zweifler aber schon bald verstummen lassen.

Info
Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße
Adventure Großglockner High Alpine Road
Autor Herbert Gschwendtner
2012 erschienen im Verlag Anton Pustet Salzburg
ISBN 978-3-7025-0674-2

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