Golf von Neapel und Cilento – zwei Reiseführer des Michael Müller Verlags

Im Cilento: Strand von Palinuro mit Blick nach Norden, ganz leicht erkennt man noch die Halbinsel von Sorrent (© 2009 Gino Cianci, Fototeca ENIT).

Italien | Kampanien | 6. Dezember 2017 | Mit der Dorfjugend in einer Camorra-Hochburg hatte er belegte Brote gegessen, damals bei seiner ersten Reise an den Golf von Neapel. Später fuhr er mit einem betagten FIAT ins Hinterland im Cilento. Beide Erlebnisse beschreibt der Reiseführer-Autor Andreas Haller einleitend in den beiden von mir nun näher beschriebenen Reiseführern über Gebiete in Süditalien. Weiterlesen

Advertisements

Insel Rügen neu entdecken – ein Buch, das dazu Lust macht

Das Titelbild zeigt das Kurhaus im Seebad Binz an der Ostküste der Insel (Bildquelle Verlag Delius Klasing)

  1. Oktober 2017  | „Wir sind Rügen!“ So wirbt die Insel ziemlich selbstbewusst. Aber: Die Rüganer haben ja so recht! Die größte deutsche Insel der Ostsee hat nicht nur verschiedenste Landschaften, sondern auch insgesamt 60 Kilometer feinsten Sandstrand und 42 Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten, vorzuweisen. So gibt es einen modernen Fähr- und Industriehafen, altmodische Fischerdörfer oder mondäne Seebäder, dazu diverse Gutshöfe und ein Jagdschloss. Maik Brandenburg, Kolumnist der Zeitschrift mare, porträtiert in diesem Buch nicht nur die Vielfalt der Insel, sondern auch ihrer Bewohner.  Ich habe das Buch gelesen und bin davon begeistert, korrekterweise – von der Insel Rügen! Weiterlesen

Verfallen & Vergessen, ein Buch auf Spuren von (fast) Verschwundenem

Das Titelbild zeigt den ehemaligen Grenzbahnhof Tarvisio Centrale in Italien (© Helmuth Weichselbraun, Styria Verlag)

Italien | Slowenien | Kroatien | Österreich | 15. Mai 2017 | Beeindruckende Orte abseits touristischer Pfade, die dem Verfall preisgegeben sind: Zeugen einer Vergangenheit, die langsam schwindet und wie eine ferne Erinnerung verblasst. Lost Places geben Besuchern das Gefühl, in diesem Moment eine Geschichte festzuhalten, die bald endgültig vergessen sein könnte. Die Autoren zeigen die Faszination solcher Plätze in beeindruckenden Fotos und erzählen ihre Abenteuer in der beliebten Mischung aus augenzwinkernder Leichtigkeit und hintergründigen Fakten. Zum Buch.

Gut recherchiert und bebildert, sehr informativ und viel Unbekanntes Weiterlesen

Spukguide Wien, wie gruselig es er wirklich? Ein Buch.

Titelbild „Spukguide“ (Quelle Uebereuter Verlag Wien)

Wien | 10. April 2017 | Der eine Spuk kommt im Stechschritt daher, im Kunsthistorischen Museum zischt der Geist und ob in der Augustinerkirche das bittere Weinen von Marie Louise oder Marie Antoinette stammt, weiß man nicht. Es soll einen amourösen Geist von Kaiser Franz Joseph geben und vieles mehr wird auf den rund 115 Seiten im Kleinformat (176 x 111 mm) dem Leser geboten.

Journalistisch sachlich geschrieben, aber leider ohne Namensnennung der Zeugen

26 Orte in Wien, an denen es, angeblich, spukt. Angeblich, weil die Ohren- und Augenzeugen zwar der Autorin namentlich bekannt sind, aber anonym bleiben möchten. Was ich nicht ganz verstehe. Denn wenn jemand etwas Unerklärliches wahrgenommen hat, dann kann er es doch erzählen und seinen Namen nennen.

Wie dem auch sei. Jeder Beitrag besteht aus einer Einleitung, wo sich der Spuk ereignete oder noch immer ereignen könnte. Der zweite Absatz beleuchtet die Geschichte des Ortes. Es folgt die „Spukwahrnehmung“ allgemein beschrieben und abschließend ein Zeugenbericht. In einem kleinen Infokasten gibt es Hinweise, ob und wann der Ort zu besichtigen wäre oder wo man weitere Informationen erhält oder nachlesen kann.

Stimmen die Zeugenberichte?

Die Texte sind fachlich sachlich gehalten und nicht theatralisch aufgebauscht. Hasmann ihre Bücher sind von dieser Warte her stets journalistisch einwandfrei. Lediglich bei den – anonymen – Zeugenberichten hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass diese Zeugen es so nicht gesagt haben. Ich meine damit die Ausdrucksweise. Mir kommt vor als hätten manche Zeugen einen oder zwei Sätze wohl gesagt, aber anders und sind im Buch von der Autorin umgeschrieben worden.

Bilder bei den einzelnen Spukorten sollen die Orte zeigen. Meist sind sie aber nicht eindeutig zu erkennen, da sie in einem Blaugrauton und teilweise abgedunkelt gedruckt wurden. Aber das tut dem soliden Grundaufbau des Buches keinen Abbruch – sie lockern einfach die Texte auf.

Bei den Quellenangaben beruft sich die Autorin meist auf eigene Bücher, bei den Literaturtipps gibt es noch weitere Autoren. Abschließend führt sie noch einige Internetlinks für Wien-Touristen an. Eine Übersichtskarte, wo sich die Spukwesen herumtreiben sollen, fehlt allerdings. Meine Hausgeister haben mitgelesen und meinen auch, das Buch ist ganz in Ordnung.

Information

Autorin: Gabriele Hasmann
Titel: Spukguide Wien
Untertitel: Die schaurigsten Plätze der Welt
ISBN: 978-3-8000-7669-7
2017 im Carl Ueberreuter Verlag Wien erschienen

Über die Autorin

Gabriele Hasmann wohnt in Baden bei Wien. Sie ist Journalistin, Autorin, selbstständige Ghostwriterin, Autorenmanagerin (www.wunschtext.at) und erfahrene Spuk-Jägerin. Sie hat bereits zahlreiche Bücher bei Ueberreuter veröffentlicht, zuletzt „Spuk in Wien“ und „Die spukenden Habsburger“.

Verschwundene Bräuche, das Buch der untergegangenen Rituale

Verschwundene Bräuche

Das Titelbild „Verschwundene Bräuche“ zeigt burgenländische Mädchen nach der Erstkommunion (Bildquelle Verlag Christian Brandstätter Wien)

Ein Buch, in dem auch noch lebende Bräuche beschrieben werden!

Ein ungerechter Deutschprofessor würde doch glatt dem Buch einen Fünfer geben, weil „Thema verfehlt“: „Verschwundene Bräuche“, „untergegangene Rituale“ … und was ist dann das Karfreitagratschen, beispielsweise alljährlich im Salzburger Thalgau? Oder  der Metzgersprung, beispielsweise alljährlich im Hof der Salzburger Erzabtei St. Peter? Oder Erntedank, der Haussegen C+M+B, Osterfeuer, Maibaum und und und?

Die Autoren

Dr. phil. Helga Maria Wolf wurde 1951 in Wien geboren. Nach dem Studium der Europäischen Ethnologie beschäftigte sie sich in zahlreichen Publikationen, Fernseh- und Radiosendungen mit der Geschichte und Kultur ihrer Heimatstadt. Als Herausgeberin des digitalen Wissensnetzes „Austria-Forum“ gestaltet sie u.a. „Alltag – Brauch – Cultur. ABC zur Volkskunde Österreichs“. 2013 wurde der Autorin der Kulturpreis des Landes Niederösterreich verliehen.

Sepp Forcher arbeitete ab 1976 beim Österreichischen Rundfunk. Er wurde durch seine Volkskultursendungen zum Publikumsliebling. Seit 1986 ist er Moderator der Fernsehsendung „Klingendes Österreich“, worin er die musikalische Tradition und landschaftliche Schönheit österreichischer und grenznaher Gegenden unverkitscht vorführt. 1999 wurde Sepp Forcher der René-Marcic-Preis für publizistische Leistungen verliehen. 1993 gewann er eine Goldene Romy. Weiterlesen